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Google Home im Test: Der Nutzen hält sich noch in Grenzen

Geht es nach Google Home, ist sie eine gute Kollegin von Amazons Alexa, die sich am liebsten durch Ökostrom und leicht verdauliche Fakten ernährt. Doch was steckt hinter dem sprachgesteuerten Lautsprecher, der unser aller Leben vereinfachen soll? Die SN haben den smarten Speaker unter die Lupe genommen.

"Ich heiße Google Assistant. Meine Freunde nennen mich Google Assistant. Für dich also Google Assistant", erzählt eine monotone Frauenstimme aus dem Lautsprecher, der eher an eine Vase erinnert. Der Smart Speaker funktioniert wie ein Computer - mit dem Unterschied, dass Befehle nicht eingetippt, sondern per Sprachbefehl gegeben werden. Die Antwort wird dementsprechend nicht über einen Bildschirm, sondern via integriertem Lautsprecher ausgegeben.

Bevor das Gerät benutzt werden kann, muss zuerst die Google Home App auf dem Smartphone installiert und eine Verbindung zum WLAN hergestellt werden. Nach wenigen Minuten ist der Smart Speaker dann startklar. Er nennt verschiedene Preise für einen Flug nach Budapest, beantwortet wie viele Einwohner die Schweiz hat und ob das Wetter am nächsten Tag sonnig wird. Weiters kann Google Home etwa Termine notieren, zehn Prozent von zwei Euro ausrechnen und Radio sowie Musik über diverse Streamingdienste abspielen - Letzteres leider nur, wenn man über ein eigenes Benutzerkonto verfügt. Ärgerlicherweise gibt es aber noch einige Fragen, bei denen Google Home nicht so recht weiß, was er antworten soll. Da das Gerät mit der Zeit mitlernt, könnte sich das aber durchaus noch verbessern.

Der smart Speaker googelt auf Nachfrage zum Beispiel nach Kochrezepten.  SN/google
Der smart Speaker googelt auf Nachfrage zum Beispiel nach Kochrezepten.

Genügend Privatsphäre ist laut Google gegeben. Das Unternehmen versichert, dass Google Home nur dann zuhört, wenn man die magischen Wörter "Ok Google" oder "Hey Google" vor seinen Satz stellt. Zudem verfügt das Gerät über eine integrierte Stummschalttaste. Wenn man diese gedrückt hat, müsse man sich laut Konzernangaben keine Gedanken mehr über lästige Zuhörer machen. Datenschützer glauben nicht daran - schließlich basiere das Geschäftsmodell des Unternehmens auf dem eifrigen Sammeln von Kundendaten.

Die „Mini“-Version des smarten Speakers. SN/google
Die „Mini“-Version des smarten Speakers.

In der Standardversion schlägt der Google Home mit 149 Euro zu Buche, während der kleinere "Mini" 59 Euro kostet - dafür gibt es Abstriche bei der Klangqualität des Lautsprechers. Nicht verfügbar ist der Smart Speaker übrigens beim Onlinehandel-Giganten Amazon - dort will man mit dem Amazon Echo (die zweite Generation liegt bei knapp 100 Euro) lieber das eigene Produkt an den Mann bringen. Und Amazons Gerät ist nicht nur günstiger, sondern hat mit "Alexa" auch den einprägsameren Namen. Zudem fährt das Unternehmen momentan eine riesige Marketingkampagne auf. Google hat es mit seinem Smart Speaker also keineswegs leicht - vor allem auch, weil sich die Funktionsweise der beiden Geräte kaum voneinander unterscheidet. Das Googles Speaker ein ansprechenderes Design aufweist, bietet nur einen kleinen Trost.

Spielereien sollen bei Laune halten

Mit ein paar witzigen Unterhaltungsmöglichkeiten kann Google Home dann doch noch aufwarten. Wie sämtliche Produkte aus dem Hause des Suchmaschinen-quasi-Monopolisten verfügt auch der Smart Speaker über sogenannte "Easter Eggs" - also versteckte Spielereien, die von den Programmierern eingebaut wurden.

So kann das Gerät mit "Lucky Trivia" den Spieß umdrehen. Das Spiel ist ähnlich einer Quizshow aufgebaut und wird allein oder mit Freunden gespielt. "Ok Google, sing ein Lied" oder "Ok Google, kennst du Hänschen Klein" sind zwei weitere Beispiele für "Easter Eggs". Die restlichen gilt es noch aufzuspüren. Darauf angesprochen antwortet Google nur: "Also, die musst du schon selbst wissen."

Fazit

Der Google Home Speaker ist unterhaltsam - aber ebenso wie seine Artgenossen erfüllt er noch keinen besonderen Zweck. Außer man nutzt ihn als Ersatz für Stereoanlage oder Radio. Zwar lassen sich Fragen schneller und etwas unkomplizierter beantworten - sofern er sie versteht - und auch einige unterhaltsame Features werden geboten. Aber ob das satte 159 Euro rechtfertigt, besonders wenn es das Gerät von Amazon billiger gibt, ist fraglich. Der Smart Speaker wird wohl erst mit dem Einzug des Smart Homes in unser Leben seine endgültige Daseinsberechtigung erhalten. Bis dahin kommt man nicht umhin, sich nicht nur als Nutzer, sondern auch als Testobjekt der Unternehmen zu fühlen: damit die Technik, wenn ihr Zeitpunkt gekommen ist, auch reif genug dafür ist.

Aufgerufen am 07.12.2021 um 05:02 auf https://www.sn.at/panorama/medien/google-home-im-test-der-nutzen-haelt-sich-noch-in-grenzen-38447812

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