Österreich

Bereits rund 1000 ehemalige Zivildiener haben sich für einen freiwilligen Dienst gemeldet

Der Appell der für den Zivildienst zuständigen Ministerin Elisabeth Köstinger fruchtet: Rund 1000 ehemalige Zivildiener haben sich bereits für einen freiwilligen Dienst gemeldet. "Wir richten gerade die Infrastruktur ein, um die Anfragen zu bewältigen und alles zu sortieren: also wer dafür infrage kommt, wer nicht", sagt Ministeriumssprecher Daniel Kosak.

Symbolbild. SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Symbolbild.

Alle drei Söhne von Familie Windsteig in Wien haben Zivildienst bei der Rettung gemacht. Und alle drei wären bereit, bei Bedarf freiwillig Einsatz in Spitälern, Heimen oder bei der Rettung zu machen. David (24), Lukas (23) und Moriz (23) fallen damit genau in jene Gruppe ehemaliger Zivildiener, die derzeit besonders gefragt ist: Der Zivildienst liegt nicht länger als fünf Jahre zurück und wurde in einem Heim oder bei der Rettung absolviert. Das heißt, sie haben unter anderem eine Sanitäterausbildung und wären sofort einsatzbereit, wenn es in Spitälern oder Pflegeheimen aufgrund von Erkrankungen am Coronavirus personell eng wird. In den kommenden Wochen werde "jede helfende Hand" gebraucht werden, sagte Zivildienstministerin Elisabeth Köstinger schon am Wochenende.

Rund 45.000 Ex-Zivildiener kommen infrage

Um dem drohenden Personalmangel in vielen Bereichen zu begegnen, sind mehrere Stufen im Bereich des Zivildienstes geplant: Erstens müssen alle Zivildiener, die eigentlich mit Ende März ihren Dienst beendet hätten, weiterarbeiten. Das sind rund 4500 junge Männer. Zweitens geht man in den nächsten Tagen aktiv auf all jene Ex-Zivildiener zu, die ihren Dienst in den vergangenen fünf Jahren in einschlägigen Bereichen absolviert haben, wie Köstinger-Sprecher Daniel Kosak sagt. Rund zwei Drittel eines jeden Jahrgangs sind das - in Summe geht es um rund 45.000 Ex-Zivildiener, die infrage kommen. Darunter David, Lukas und Moriz. Ihnen, sagt ihre Mutter Barbara, gehe es nur darum, dass etwa arbeitsrechtliche Fragen mit dem Dienstgeber - zwei ihrer Söhne machen ein berufsbegleitendes Studium - geklärt seien für ihren eventuellen Einsatz. "Natürlich werden wir niemanden aus systemrelevanten Berufen reißen", wird im Ministerium versichert.
Der Appell von Köstinger, dass sich ehemalige Zivildiener freiwillig melden sollen, ist bereits auf fruchtbaren Boden gefallen: Rund 1000 ehemalige Zivildiener haben sich bereits für einen freiwilligen Dienst gemeldet. "Wir richten gerade die Infrastruktur ein, um die Anfragen zu bewältigen und alles zu sortieren", sagt Ministeriumssprecher Daniel Kosak.

Ehemalige Zivildiener bis 50 gefragt

Inzwischen gibt es drei Hotlines: eine, an die sich ehemalige Zivildiener wenden können (0800 500 183), eine für Trägerorganisationen, um ihren Bedarf zu melden (0800 500 182), und eine Hotline für allgemeine Fragen (0800 500 184 bzw. 0800 500 185). Ehemalige Zivildiener können sich auch per E-Mail melden: zivildienst@bmlrt.gv.at.
Während das Ministerium auf die Zivildiener der vergangenen Jahre aktiv zugehen wird, können sich alle Männer bis 50 zum freiwilligen Dienst melden, sofern sie einmal Zivildienst geleistet haben. "Wir rufen alle auf, einen freiwilligen Zivildienst zu leisten", sagt Kosak. Der Appell des Zivildienstministeriums gilt übrigens nur für Männer und für jene, die Zivildienst absolviert haben. Für junge Frauen oder andere Menschen, die Kapazitäten haben und helfen wollen - etwa, indem sie Menschen versorgen, die sich zu Hause nicht selbst versorgen können -, sind das Team Österreich oder das Team Nächstenliebe der Caritas Ansprechpartner (www.teamnächstenliebe.at - https://oe3.orf.at/teamoesterreich/stories/teilteamoesterreich/)

Aufgerufen am 22.01.2021 um 03:26 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/bereits-rund-1000-ehemalige-zivildiener-haben-sich-fuer-einen-freiwilligen-dienst-gemeldet-84931486

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