Österreich

Coronavirus: Schutzmasken sind Mangelware

Schutzkleidung gegen das Coronavirus wird knapp. Viele Arztpraxen können nicht mehr versorgt werden. In Salzburg will man nun auf bereits abgelaufene Masken zurückgreifen. Im Gesundheitsministerium heißt es, dass der Großteil der Schutzausrüstung aus China importiert werde. Allerdings hat das Land einen Exportstopp verfügt, weil es das Material selbst benötigt.

Alte Schutzmasken sind heiß begehrt.  SN/stefanie schenker
Alte Schutzmasken sind heiß begehrt.

Wer derzeit mit Husten und Fieber in eine Arztpraxis kommt, der muss im Wartezimmer eine Schutzmaske anlegen. Das ist eine Empfehlung der Sanitätsdirektionen, um unter anderem die Ausbreitung des Coronavirus zu unterbinden. Wie lange diese Maßnahme noch aufrechterhalten werden kann, ist allerdings fraglich. In Österreich gibt es einen eklatanten Mangel an Schutzausrüstung. Das bestätigt auch der praktische Arzt Christoph Fürthauer, der in der Salzburger Ärztekammer auch für die Allgemeinmediziner zuständig ist. "Die Ressourcen sind knapp", sagt er. OP-Masken, die derzeit oft verwendet werden, seien vor allem für die Spitäler vorgesehen, weil dort ja operiert werden müsse. Auch qualitativ hochwertigere Schutzmasken, die vor Infektionen schützen, seien rar. "In Salzburg hat man nun beschlossen, 105.000 Masken, die auf Lager sind, zu verteilen", sagt er. Allerdings sind diese nach Angaben des Produzenten bereits abgelaufen. Fürthauer ist überzeugt, dass dies aber nur Gummibänder betrifft, die eigentliche Funktion der Masken aber nicht beeinträchtigt.

Am wichtigsten: Bei Coronaverdacht nicht in die Praxis

Fürthauer sagt, das Wichtigste sei, bei Coronaverdacht nicht in eine Arztpraxis zu kommen. Wenn dies der Fall ist, muss das Personal in Quarantäne geschickt werden. Die Praxis, die für die Versorgung der Bevölkerung da sei, werde geschlossen. Daher sollte man die Infohotline oder einen Arzt anrufen und die Lage abklären. Dann sollte man warten, bis das mobile Einsatzteam komme und ein Coronatest gemacht werde.

China stoppte Exporte

Aufgrund der hohen Anzahl der mit SARS-CoV-2 infizierten Personen hat China vor einiger Zeit einen Exportstopp für Schutzausrüstung verhängt, heißt es beim Gesundheitsministerium. Damit sollte sichergestellt werden, dass der hohe Bedarf im eigenen Land gedeckt werden kann. Da auch Österreich normalerweise Schutzausrüstung aus China importiert, sind bei anhaltenden Produktionseinschränkungen bzw. Exportverboten Auswirkungen auf Österreich sehr wahrscheinlich, heißt es. Da jedoch nicht nur Österreich von diesen Liefereinschränkungen betroffen ist, hat sich das Gesundheitsministerium letzte Woche an einer gemeinsamen europäischen Initiative beteiligt. Nach Erhebung des voraussichtlichen Bedarfs wurden benötigte Materialien (Schutzmasken und andere Schutzbekleidung) gemeldet. Diese sollen zentral eingekauft werden. Es ist derzeit noch nicht absehbar, ob und wann die bestellten Produkte verfügbar sein werden.

Frankreich beschlagnahmt Schutzmasken

Um sie an das Gesundheitspersonal und mit dem Virus infizierte Franzosen zu verteilen, beschlagnahmt Frankreich alle Vorräte an Atemschutzmasken. In vielen Apotheken sind Schutzmasken derzeit ausverkauft. "Wir beschlagnahmen alle Vorräte sowie die Produktion von Schutzmasken", verkündete Präsident Emmanuel Macron auf Twitter. Die Masken sollen nach seinen Angaben an das Gesundheitspersonal und mit dem Virus infizierte Franzosen verteilt werden. Die Regierung will damit auch weitere Hamsterkäufe verhindern.

Schwund in Spitälern

In den österreichischen Spitälern wird inzwischen genau auf die Verwendung der Schutzmasken geschaut. In manchen Krankenhäusern soll das Personal die Masken unerlaubt mit nach Hause genommen haben. In Niederösterreich soll auch kontrolliert werden, ob das Personal Schutzmasken mitnimmt.

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Quelle: SN

Aufgerufen am 27.01.2021 um 03:41 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/coronavirus-schutzmasken-sind-mangelware-84356608

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