Österreich

Das Wochenende bringt viel Schnee

50 bis 100 Zentimeter Schnee werden bis Sonntag früh fallen. Die Lawinengefahr steigt.

Heftiger Schneefall hatte am Donnerstag eine Vielzahl von Feuerwehreinsätzen zur Folge. Im Bild Einsatzkräfte bei der Bergung eines Linienbusses auf der L130 bei Heiligenkreuz in Niederösterreich.  SN/APA/BFKDO BADEN/STEFAN SCHNEIDER
Heftiger Schneefall hatte am Donnerstag eine Vielzahl von Feuerwehreinsätzen zur Folge. Im Bild Einsatzkräfte bei der Bergung eines Linienbusses auf der L130 bei Heiligenkreuz in Niederösterreich.

Zahlreiche Unfälle und Chaos auf den Straßen waren die Folgen starker Schneefälle am Donnerstag und Freitag in Teilen Österreichs. In Lustenau in Vorarlberg rutschten am Freitag gegen 5.40 Uhr gleich vier Autolenker, die links abbiegen wollten, in einen Graben. Verletzt wurde niemand, allerdings entstand an den Fahrzeugen erheblicher Sachschaden.

Auf der Westautobahn (A1) am Walserberg in Salzburg kam es gegen 7 Uhr kurz vor der Staatsgrenze zu Deutschland zu mehreren Verkehrsunfällen. Die Fahrbahn wurde in Richtung München komplett gesperrt, eine Spur konnte aber wenig später wieder für den Verkehr freigegeben werden, berichtete der ÖAMTC. Es bildete sich ein Stau bis zum Knoten Salzburg.

Am Freitag beruhigte sich die Wetterlage etwas, ab der Nacht auf Samstag erwarteten Meteorologen wieder starke Schneefälle - vor allem entlang der Nordalpen. "Auf den Bergen kommt einiges zusammen", sagte Alexander Ohms von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Salzburg. Er rechnet bis Sonntag früh mit einem halben bis zu einem Meter Schnee, vor allem vom Hochkönig ostwärts bis zur steirischen Eisenwurzen. Allerdings werde die Schneehöhe schwer messbar sein, sagte Ohms, da starker Wind den Schnee verwehen werde.

Die Lawinengefahr spitzt sich am Samstag weiter zu und wurde in den Prognosen vom Freitag mit "erheblicher Gefahr" (Stufe 3) angekündigt. Laut Ohms könnte stellenweise auch Stufe 4 (große Gefahr) erreicht werden. "Aber der Samstag ist ohnehin so ein Tag, an dem keiner freiwillig aus dem Haus geht - es herrscht schlechte Sicht, es schneit den ganzen Tag und es wird stürmisch. Am Sonntag wird das Wetter dann langsam besser, die Lawinengefahr wird aber weiter bestehen", warnte Ohms. Tourengeher sollten sich daher auf jeden Fall über die aktuelle Lawinensituation informieren. Der Wind verfrachte den Schnee und am Samstag werden auch wärmere Luftmassen erwartet. Am Freitag habe das Thermometer beispielsweise in 3000 Metern Höhe minus 20 Grad Celsius angezeigt, am Samstag sollen die Temperaturen dann um acht Grad steigen. Dadurch werde die Schneestruktur instabiler, sagte Ohms.

Die gute Nachricht ist: Ab Montag wird das Wetter dann stabiler und freundlicher, "es gibt ein paar schöne Tage mit perfektem Skiwetter. Man kann den Neuschnee richtig genießen", sagte Ohms. Auch der Wind werde deutlich nachlassen.

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