Österreich

Graz: 65-Jähriger auf seiner Toilette von Schlange gebissen

Kein Witz und kein schlechter Film: Montag früh ist ein 65-jähriger Mann in Graz beim morgendlichen Gang auf die Toilette von einer Schlange gebissen worden. Der Mann erlitt leichte Verletzungen. Glück im Unglück: Das Reptil war nicht giftig.

Wie kam der Python in die Toilette ...? SN/lpd steiermark
Wie kam der Python in die Toilette ...?

Es war beileibe kein alltäglicher Einsatz, zu dem der Grazer Reptilienexperte Werner Stangl Montag früh gerufen wurde. "Ich bin seit 40 Jahren Rettungssanitäter beim Reptiliennotdienst, aber das habe ich noch nie erlebt." Konkret geht es um den wahr gewordenen Albtraum vieler Menschen: Ein 65-jähriger Mann war gegen sechs Uhr in seiner Wohnung von einem etwa 1,6 Meter langen, ungiftigen Albino-Netzpython gebissen worden. Der Mann hatte sich nichts ahnend auf die Toilette gesetzt. Kurz danach, so heißt es im Polizeibericht, "verspürte der Grazer - eigenen Angaben zufolge - ein ,Zwicken' im Bereich der Genitalien. Bei einem darauffolgenden Blick in die Toilette entdeckte er eine Schlange im Klosett". Das Rote Kreuz brachte den leicht verletzten Mann ins Spital, wo er ambulant behandelt wurde, wie die Polizei weiter mitteilte.

Wie der Albino-Netzpython aus der Wohnung eines Nachbarn (24) entkommen konnte, ist unklar, er dürfte über die Kanalisation in das WC des 65-Jährigen gelangt sein. Der genaue Weg, den das Tier zurückgelegt habe, stehe nicht fest, hieß es.

Reptilienexperte Stangl betont: Niemand müsse in Panik geraten, weil es hierzulande eben äußerst selten vorkäme, dass sich Schlangen in die Kanalisation verirrten. "Das Tier hat in der Toilette eine Fluchtmöglichkeit gesehen. In Amerika oder Asien hat man das häufiger." Stangl sollte die Schlange dann aus der Toilette holen, was sich nicht ganz einfach gestaltete. "Sie wollte nicht raus. Sie hat einen lang gezogenen Körper, sehr muskulös, und hat die Muskeln angespannt. Da kann man nicht einfach anziehen wie bei einem Strick, sondern muss vorsichtig sein, um sie nicht zu verletzen." Letztlich konnte er das unverletzte Tier nach etwa 15 bis 20 Minuten aus dem WC holen, reinigen und dem Besitzer übergeben. Der besitzt insgesamt elf ungiftige Würgeschlangen und einen Gecko. Die Tiere befinden sich grundsätzlich in Terrarien und eigens eingerichteten Schubladen. Der 24-Jährige wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Zudem erfolgt ein Bericht an die Bau- und Anlagenbehörde der Stadt Graz.

Die Haltung von Reptilien ist in Österreich meldepflichtig - innerhalb von 14 Tagen muss dies der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet werden. Ob der 24-Jährige die Haltung der Tiere angemeldet hat, war am Montag noch unklar. Wie die Exekutive mitteilte, wird dies nun von den zuständigen Behörden geprüft. Geprüft werde auch, ob die Terrarien groß genug gewesen seien. Dann soll entschieden werden, ob Umbauten notwendig sind oder der Besitzer die Tiere gar abgeben muss.

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