Österreich

Knapp 900 Neuinfektionen in Österreich: Höchster Stand seit Ende März

Die aktuellen Corona-Zahlen haben am Samstag neuerlich eine drastische Zunahme gezeigt: Laut Innen- und Gesundheitsministerium gab es nicht weniger als 869 Neuinfektionen, davon alleine 444 in Wien. 580 Neuinfektionen waren am Freitag gemeldet worden, ein Wert, den nun die Bundeshauptstadt gemeinsam mit Niederösterreich (135) beinahe erreicht hat.

Binnen 24 Stunden wurde der höchste Wert seit Ende März verzeichnet. SN/APA/HANS PUNZ
Binnen 24 Stunden wurde der höchste Wert seit Ende März verzeichnet.

Bisher gab es 32.696 Erkrankte, 754 Personen sind bisher an den Folgen des Coronavirus verstorben und 26.579 wieder genesen. Aktuell befinden sich 209 Personen aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung, davon 42 der Erkrankten auf Intensivstationen.

In Wien wurde von Freitag auf Samstag der bisher höchste Anstieg von Coronavirusinfektionen registriert. Laut medizinischem Krisenstab wurden binnen 24 Stunden 444 neue Fälle entdeckt, wie ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) auf APA-Anfrage bestätigte.

Die Zahl der mit dem Virus zusammenhängenden Todesfälle bleibt hingegen auf niedrigem Niveau - nämlich 229. Zwei Frauen (77 bzw. 81 Jahre) und ein Mann (77 Jahre) sind verstorben. 7.410 Personen sind in Wien wieder genesen. Am Freitag wurden in der Bundeshauptstadt insgesamt 6.803 Corona-Tests vorgenommen. Die Gesamtzahl erhöht sich damit auf 359.186. Zuletzt ist die Rate der positiven Tests im Vergleich zu den absoluten Zahlen laut Rathaus leicht zurückgegangen.

Wien testet alle Kontaktpersonen systematisch, wodurch auch viele unsymptomatisch Erkrankte entdeckt werden, wie betont wird. Das Vorgehen im März zur absoluten Peak-Zeit sei anders gewesen, sagte der Hacker-Sprecher. Die aktuellen Werte seien mit den damaligen darum schwer zu vergleichen. Da man damals nur Personen testete, die sich über das Gesundheitstelefon gemeldet haben, seien nur Menschen mit Symptomen in die Statistik aufgenommen worden. Es sei davon auszugehen, dass es damals noch viel mehr Fälle gab.

Sitzung von Kommission schon am Montag

Der Leiter der Corona-Kommission, Ulrich Herzog, kündigte die Montag-Sitzung am Samstag im "Mittagsjournal" des ORF-Radios Ö1 an. Bereits Freitagabend hatte Herzog in einem ZiB2-Interview die Entwicklung als "besorgniserregend" bezeichnet. Die Zahlen würden dem entsprechen, "was wir seit längerem sehen", so Herzog. Dennoch müsse mit "Maß und Ziel" vorgegangen und nicht zu schnell die Ampel auf Orange geschaltet werden, verteidigte Herzog das Vorgehen der Ampel-Kommission. Dass ganz Österreich kommende Woche Orange sei, sei nicht anzunehmen.

Herzog räumte ein, dass es in der Kommission etwa eine "intensive Diskussion" darüber gegeben habe, ob es sinnvoll sei, ganz Österreich auf Gelb zu stellen, weil viele Bezirke an der Grenze zu Gelb gestanden seien. Aber man habe davon Abstand genommen, weil viele Maßnahmen über die Maskenpflicht hinaus im Bereich der Schulen, der Krankenanstalten und im Pflegebereich hätten implementiert werden müssen, wäre generell auf Gelb gestellt worden.

Zudem lag am Freitag das Update des Verlaufs der Erkrankungen auf der Basis von Daten der Gesundheitsbehörden vor: Die Experten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gehen von einer Steigerungsrate der Erkrankten von 6,5 Prozent pro Tag aus, in der Vorwoche waren es noch 1,7 Prozent. Ein Infizierter steckt im Schnitt 1,25 weitere Personen an.

Verschärfte Corona-Regeln in Österreich ab Montag

Erst am Freitag hatte die Bundesregierung angekündigt, ab Montag eine verschärfte Maskenpflicht einzuführen. Sie soll sich auf den gesamten Handel, die Gastronomie und jegliche Form des Kundenkontakts erstrecken. Veranstaltungen werden auf 50 Besucher bei Indoor-Events, im Freien auf 100 Zuschauer beschränkt.

Zahlen zur Corona-Pandemie in Österreich

Wie entwickelt sich die Corona-Pandemie in Österreich? Die folgenden Zahlen und Grafiken geben eine Übersicht über die aktuelle Entwicklung. In der ersten Übersicht wird die Zahl der aktiven Fälle, die Zahl der Menschen im Krankenhaus und auf Intensivstationen, die Zahl der Toten und der täglich durchgeführten Tests sowie die Zahl der Genesenen und der positiv Getesteten angegeben.

Die Corona-Ampel

Die Corona-Ampel stellt in Form von Farben das Risiko in Bezirken und Gemeinden dar. Grün bedeutet geringes Risiko mit Einzelfälle und isolierten Clustern. Gelb bedeutet mittleres Risiko mit moderaten fällen primär in Clustern. Orange bedeutet hohes Risiko mit einer Häufung von Fällen, die nicht mehr überwiegend Clustern zuordenbar sind. Rot bedeutet sehr hohes Risiko mit unkontrollierten Ausbrüchen und großflächiger Verbreitung.

Tägliche Neuinfektionen

Eine wichtige Zahl in der Beobachtung der Corona-Pandemie ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Österreich. Dargestellt wird der Verlauf der Zahl der Neuinfektionen bis zum Vortag.

 

Reproduktionszahl in Österreich

Die Reproduktionszahl (R-Zahl) gibt die durchschnittliche Anzahl der Personen an, die eine infzierte Person selbst infiziert (Folgefälle). Die blaue Linie ist die effektive Reproduktionszahl, der graue Bereich gibt die statistische Schwankungsbreite der Reproduktionszahl zwischen dem höchst und dem niedrigst erwartbaren Wert an (95% Konfidenzintervall).

 

Aktive Fälle nach Bundesland

Zeigt die Zahl der Personen je Bundesland an, die akut mit dem Coronavirus infiziert sind.

 

Neuinfektionen nach Bezirken

Die Neuinfektionen je Bezirk ist ein wichiges Maß für die Corna-Ampel, die in den kommenden Tagen aktiviert wird. Je nach Ampelfarbe treten unterschiedliche Maßnahmen inkraft. Angezeigt werden die bestätigten Fälle innerhalb der letzten 14 Tage (pro 10.000 Einwohner).

Verlauf der Pandemie in Österreich

Der Verlauf der Pandemie in Österreich wird in der folgenden Grafik nach der Zahl der aktuell erkrankten, der Toten und der Genesenen dargestellt. Es werden nur bestätigte Fälle in Österreich dargestellt.

Altersverteilung

In dieser Grafik wird die Altersverteilung der jemals positiv getesteten Personen anhand von Altersgruppen dargestellt.

Quelle: APA

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