Österreich

Leukämie: Der vier Monate alte Michael braucht eine Stammzellenspende

Der Bub ist knapp vier Monate alt und wurde mit Leukämie geboren. Seine Familie setzt alle Hebel in Bewegung, um ihm zu helfen. Am Samstag findet in Munderfing eine Typisierungsaktion für mehrere Patienten statt.

Der vier Monate alte Michael leidet an Leukämie und sucht dringend einen Stammzellenspender. SN/privat
Der vier Monate alte Michael leidet an Leukämie und sucht dringend einen Stammzellenspender.

Als Michael am 6. April im Krankenhaus Braunau am Inn zur Welt kam, war die Freude groß. Doch gleich danach kam der Schock: Der kleine Bub aus dem Innviertel leidet an Blutkrebs. Er wurde einen Tag später in die Salzburger Landeskliniken gebracht, wo er seither behandelt wird. "Michael musste in seinem kurzen Leben schon viel durchmachen und wird das auch weiterhin tun. Trotzdem ist er so ein lebensfrohes Kind", sagte seine Tante Claudia B. den SN. "Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Baby mit Leukämie zur Welt kommt, liegt bei 1:1.000.000."

Stammzellenspende ist notwendig, um zu überleben

Michael brauche nun dringend eine Stammzellenspende, um überleben zu können. Ohne diese habe er laut den behandelnden Ärzten nur eine Lebenserwartung von zwölf bis 18 Monaten. "Bisher haben wir noch keinen passenden Spender oder eine Spenderin gefunden, aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass ein ,genetischer Zwilling' gefunden wird und Michael wieder gesund wird", sagt seine Tante. Die gesamte Familie setzt alle Hebel in Bewegung, um eine geeignete Person zu finden, und ruft dazu auf, sich als Stammzellenspender oder -spenderin bei dem gemeinnützigen Verein "Geben für Leben - Leukämiehilfe Österreich" registrieren zu lassen.

Spender für mehrere Personen gesucht

Am Samstag findet dann in Munderfing eine Typisierungsaktion für Michael und den dreijährigen Leonhard aus dem Burgenland statt. Dringend gesucht werden aber auch Spender für einen 13-jährigen Buben und eine 26-jährige Frau.

Bei der Typisierungsaktion wird in der Regel ein Wangenabstrich genommen. Man kann sich aber über die Homepage des Vereins auch ein kostenloses Typisierungsset bestellen und bekommt dies nach Hause geschickt. Als Spender oder Spenderinnen kommen Menschen im Alter von 17 bis 45 Jahren infrage, die mindestens 50 Kilogramm wiegen und gesund sind. Zudem sollte man dazu bereit sein, jedem, der eine Spende braucht, helfen zu wollen - unabhängig von Alter, Herkunft oder auch Religionszugehörigkeit. Wer keine Typisierung machen kann, aber dennoch helfen will, kann auch Geld spenden. Damit werden die Typisierungsaktionen finanziert, pro Person liegen die Kosten bei 40 Euro.

Bisher mehr als 78.000 Typisierungen

"Geben für Leben" wurde Ende der 1990er-Jahre in Vorarlberg gegründet. Seither wurden mehr als 78.000 Typisierungen durchgeführt und in die Stammzellendatenbank aufgenommen sowie 189 Spender gefunden. Sprecher Andreas Wassner sagte im SN-Gespräch, dass derzeit pro Tag etwa 200 Bestellungen für Typisierungssets eingingen. Wird eine geeignete Person gefunden, kommt es in 80 Prozent der Fälle zu einer Stammzellenspende, die ähnlich einer Blutwäsche ist. In 20 Prozent der Fälle, vor allem bei Kleinkindern, kommt es zu einer Knochenmarkspende. Die Entnahme der Blutstammzellen erfolgt dabei durch Punktation des Beckenkamms. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde und erfolgt unter Vollnarkose. Wassner räumt auch einen weitverbreiteten Irrtum aus: "Knochenmark ist nicht Rückenmark, das wird hierbei nicht angetastet."

SN-Info: Die Typisierungsaktion findet am 1. August von 9 bis 13 Uhr in Munderfing im Pfarrsaal statt. Weitere Informationen zum Verein unter www.gebenfuerleben.at

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