Mit Mut durch die Krise

Ein Lokal ganz ohne Fleisch zieht in den Salzburger Europark ein

Vor 20 Jahren eröffnete sein Vater Heiner Raschhofer in Salzburg das erste My Indigo. Jetzt startet Niko Raschhofer (25) den fleischlosen Nachfolger des Wohlfühl-Fast-Food-Konzepts.

Julian Sanders mit Niko und Heiner Raschhofer im Gewächshaus eines Gemüsebauern in Wals-Siezenheim.  SN/soul kitchen/fritz hauswirth
Julian Sanders mit Niko und Heiner Raschhofer im Gewächshaus eines Gemüsebauern in Wals-Siezenheim.

Knapp 20 Jahre nach der Eröffnung von Heiner Raschhofers erstem My-Indigo-Lokal im Zentrum Herrnau startet jetzt ein Nachfolgeprojekt: The naked Indigo ist das "Gesellenstück" von Heiner Raschhofers Sohn Niko - gleichzeitig ist es auch ein Vater-Sohn-Projekt. Der 25-jährige Niko arbeitet schon seit rund fünf Jahren in der mehrere Lokalmarken umfassenden Soulkitchen-Gruppe der Raschhofer Holding mit.

Niko Raschhofer wird das neue Restaurant gemeinsam mit Geschäftspartner Julian Sanders (25) führen. Beide haben die Ausbildung zum Food-and-Beverage-Manager absolviert. Dass ihn sein Weg in die Gastronomie führen werde, sei für ihn immer schon klar gewesen, betont Niko Raschhofer. Bei Stationen im Ausland habe er neue Konzepte kennengelernt, Kollegen über die Schulter geschaut und auch im Betrieb zu Hause am stark an Steak und Burgern orientierten Glorious-Bastards-Konzept mitwirken können. Gleichzeitig schlummerte in ihm die Idee, etwas Veganes, etwas Vegetarisches zu machen. Als sich dann im Europark ein Standort angeboten habe, habe er das als Chance für The naked Indigo gesehen.

"Naked" steht für "No Animals Killed, Energizing Dishes Only" und bezieht sich auf die Zutaten und die Art der Zubereitung. "Die Produkte dürfen so sein, wie sie sind, da wird nichts verfälscht", sagt Niko Raschhofer. Das Konzept ist angelehnt an My Indigo. Angeboten werden Eintöpfe, Salat-Bowls, Suppen und Currys - die ganz nach Geschmack etwa mit auf Soja basierenden Fleischersatzprodukten kombiniert werden können. Die Speisen werden sich am saisonalen Angebot orientieren - so werde es etwa eine Kürbissuppe geben. Außerdem wird es ein Frühstück geben - das als warmer und gesunder Start in den Tag to go in Salzburg einzigartig sei: Porridge. Dieser wird je nach Kundenwunsch innerhalb von 15 Sekunden mit Kuhmilch, Hafer- oder Reismilch zubereitet und je nach Gusto mit verschiedenen Saucen und Toppings wie Früchten, Schoko oder Crunch ergänzt.

Im The naked Indigo wird es 75 Sitzplätze geben, 15 Mitarbeiter werden beschäftigt sein. Niko Raschhofer bezeichnet seine Mitarbeiter als "Bowl-Barista". "Sie sind es, die alles können, wie ein Kaffee-Barista die Bowl zusammenstellen, dem Gast Empfehlungen geben und das Ganze optisch schön zusammenstellen."

Bis das The naked Indigo am früheren Standort des Tee- und Kaffeehauses Heissenberger eröffnen könne, seien "einige Hunderttausend Euro - "so genau weiß man das im Vorfeld ja nicht immer" - an Investitionen notwendig, schildert Heiner Raschhofer. Noch verbirgt sich dort alles hinter einer blauen Wand. Die Eröffnung ist für Anfang Dezember geplant. Und: Läuft es nach Plan, dann sollen auf das Pilotprojekt weitere The-naked-Indigo-Lokale folgen.

So wie die 15 My-Indigo-, drei Glorious-Bastards-Lokale und die mit Ewald Schwaiger geführten Betriebe Raschhofers Rossbräu und das Szene-Lokal gehört The naked Indigo zur Soulkitchen-Gruppe. Erst vor drei Wochen wurde in Linz ein neuer My-Indigo-Standort eröffnet, vor zwei Wochen ein weiterer in München. Bis auf diese beiden, bei denen es Essen zum Abholen gibt, sind alle wegen des Lockdowns komplett geschlossen. In Linz wegen der Nähe zu einem Schulstandort, in München, weil es für ein neues Lokal im Lockdown keine Unterstützung gebe. Zum Abholen und Liefern offen zu halten zahle sich an anderen Standorten nicht aus. "Für unsere frischen Speisen brauchen wir eine gewisse Frequenz", erklärt Heiner Raschhofer. Mit rund 400 Mitarbeitern setzte die Soulkitchen-Gruppe 2019 24 Millionen Euro um. "Heuer werden wir das bei Weitem nicht schaffen", sagt der Unternehmer. Seine positive Grundeinstellung könne das aber nicht trüben.

Aufgerufen am 27.11.2020 um 11:22 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/mit-mut-durch-die-krise-ein-lokal-ganz-ohne-fleisch-zieht-in-den-salzburger-europark-ein-95351587

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