Österreich

Neue Sperren für Schulen und Kindergärten

Oberösterreich reagiert auf Ausweitung des Clusters um Freikirchen, Grazer Baufirma betroffen.

Am Donnerstag endet in den Schulen im oberösterreichischen Zentralraum das Schuljahr wegen Corona vorzeitig. SN/simpline - stock.adobe.com
Am Donnerstag endet in den Schulen im oberösterreichischen Zentralraum das Schuljahr wegen Corona vorzeitig.

Wie schnell sich zumindest regional die Lage in der Corona-Pandemie ändern kann, zeigte sich am Mittwoch in Oberösterreich und in der Steiermark. Wurde am Dienstag trotz eines Anstiegs der Neuinfektionen noch betont, die Situation sei insgesamt stabil und übersichtlich, stieg die Zahl der neuen positiv getestenen Personen über Nacht auf mehr als 100 - ein Wert, wie er nach den Daten des Gesundheitsministeriums seit Mitte April in Österreich nicht mehr erreicht worden war.

Hauptverantwortlich dafür war Oberösterreich mit 61 Neuinfektionen (davon 24 in Linz), darunter mehrere Kinder und Jugendliche. Dadurch stieg die Zahl der an Covid-19 Erkrankten in Oberösterreich schlagartig um etwa ein Drittel auf 190. Die Häufung wird auf jenen Cluster um christliche Freikirchen im Raum Linz und Wels zurückgeführt, bei dem es seit Ende vergangener Woche zunächst zu 14 Infektionen gekommen war. Das Virus hatte sich bei Gottesdiensten, bei denen auch gemeinsam gesungen wurde, verbreitet.

Das Land Oberösterreich reagierte in Absprache mit dem Gesundheitsministerium rigoros: In fünf Bezirken (die Städte Linz und Wels und die umliegenden Bezirke Linz-Land, Wels-Land sowie Urfahr-Umgebung) werden ab Freitag alle Schulen, Kindergärten sowie Betreuungseinrichtungen wie Horte und Krabbelstuben wieder geschlossen - das gilt für eine Woche, dann endet das Schuljahr in Westösterreich ohnehin. Landeshauptmann Thomas Stelzer und seine Stellvertreterin Christine Haberlander (beide ÖVP) baten um Verständnis für die "drastischen Maßnahmen". Gleichzeitig sprachen sie eine dringende ,Empfehlung" aus, in den betroffenen Bezirken Veranstaltungen abzusagen. In den fünf Bezirken leben insgesamt rund 575.000 Menschen.

In der Religionsgemeinschaft "Pfingstkirche Gemeinde Gottes" befinden sich zahlreiche Großfamilien mit rumänischen Wurzeln. Insgesamt 100 Mitglieder dieser Freikirche befinden sich derzeit in Quarantäne. Die teils kinderreichen Familien hätten sich auch außerhalb der Gottesdienste getroffen und so das Virus weitergegeben, sagte der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ). Außerdem sei die Wohnsituation mitunter beengt, wodurch die Ansteckungsgefahr höher sei. Auch wenn das Kontaktpersonenmanagement laufe und entsprechend Quarantäne angeordnet worden sei, habe sich das Land zu den zusätzlichen Beschränkungen entschieden, hieß es. Dort, wo Eltern eine Kinderbetreuung benötigen, werde diese aber wie schon beim Shutdown angeboten, stellte Haberlander klar.

In der Steiermark zeigte sich nach zwei Verdachtsfällen eine gegenläufige Entwicklung. Einerseits wurde bei einer Grazer Baufirma vom Gesundheitsamt ein Covid-19-Cluster festgestellt, zehn Personen wurden positiv getestet. Zunächst waren 40 Mitarbeiter untersucht worden. Den Verdacht auf diesen Covid-Cluster hatte ein erkrankter Mitarbeiter ausgelöst, bei dem sich die Infektion bestätigt hatte. Für alle betroffenen Personen wurde Quarantäne angeordnet. Bis Donnerstag sollen die Ergebnisse für die weiteren 60 Mitarbeiter vorliegen, berichtete das Grazer Gesundheitsamt. Im Umfeld der steirischen Landesregierung hat sich ein Verdachtsfall vom Dienstag hingegen nicht bestätigt. Betroffen waren die Teams der SPÖ-Landesrätinnen Doris Kampus und Ursula Lackner.

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