Salzburg

Coronavirus: Fußballfan war infiziert - 18 Salzburger Hotelmitarbeiter sind jetzt in Quarantäne

In Fusch an der Glocknerstraße wurde eine zweite Coronavirus-Infektion bestätigt. Der Mann und seine Freundin sowie zwei weitere Familienangehörige befanden sich bereits unter häuslicher Quarantäne.

Beim Lebensgefährten jener 36-jährigen Wienerin, die sich bei einem Besuch in Turin am vorvergangenen Wochenende mit dem Coronavirus infiziert hatte, wurde am Montagvormittag die Erkrankung ebenfalls nachgewiesen. Der 48-Jährige befand sich bereits mit seiner Freundin und zwei weiteren Familienmitgliedern an seinem Wohnort in Fusch unter häuslicher Quarantäne. "Das war zu erwarten, dass es einen weiteren positiven Test gibt", sagt Franz Wieser, Pressesprecher des Landes.

Weitere Maßnahmen seien daher nicht notwendig. Es könne aber sein, dass die Quarantäne um einige Tage verlängert werde, da beim Mann die Erkrankung erst später nachgewiesen worden sei.

Die 36-jährige Wienerin dürfte sich am vorletzten Wochenende während eines Aufenthalts im norditalienischen Turin infiziert haben. Sie reiste am Mittwoch mit dem Zug von Wien aus zu ihrem Lebensgefährten in die kleine Pinzgauer Gemeinde. Am Donnerstag traten die ersten Symptome auf, die nach Angaben von Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz einem grippalen Infekt ähneln. Die Wienerin handelte vorbildhaft und suchte weder Arzt noch Spitalsambulanz auf, sondern meldete sich telefonisch. Am Freitag kam eine Ärztin des Tauernklinikums und testete die Patientin, am Samstag lag das positive Ergebnis vor.
Die Frau, ihr Partner und zwei weitere Angehörige befinden sich seither in häuslicher Quarantäne. Nun ist auch der Lebensgefährte erkrankt und positiv getestet. Laut Juhasz hatte die Frau zuvor weder in Wien noch während der Bahnfahrt direkten Kontakt mit anderen Menschen. Die Familie in Fusch wird während der Isolation im Haus seitens der Gemeinde versorgt.

Infizierter Fußballfan hatte Salzburg besucht - 18 Hotelmitarbeiter in Quarantäne

Die Stadt Salzburg ist am Sonntag informiert worden, dass ein 30-jähriger Mann aus Frankfurt, bei dem das Coronavirus nachgewiesen worden war, sich in Salzburg aufgehalten hatte. Der Betroffene war am 26. Februar mit dem Zug nach Salzburg angereist, um das Europa-League-Spiel des FC Salzburg gegen Eintracht Frankfurt zu besuchen. Weil das Spiel wegen einer Sturmwarnung um einen Tag verschoben wurde, nächtigte der Mann ein weiteres Mal in der Stadt und reiste am 28. Februar mit dem Auto zurück nach Frankfurt. Er befindet sich im Uniklinikum in Frankfurt in Behandlung. Laut Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) dürfte sich der Mann zwischen 18. und 20. Februar in Bergamo mit dem Virus infiziert haben. In den betroffenen Nächtigungsbetrieben in Salzburg, dem Hotel Meininger und dem Yoho Hostel, seien am Montag entsprechende Reinigungen durchgeführt worden. 18 Angestellte seien unter häusliche Quarantäne gestellt worden.

Appell an Eigenverantwortung: Wer in Risikogebieten war, soll Menschenansammlungen vermeiden

"Es ist bei diesem Fall dasselbe abgelaufen wie bei anderen meldepflichtigen Erkrankungen", sagte Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. Das städtische Gesundheitsamt sei von den deutschen Behörden verständigt worden. In mühsamer Arbeit sei eine Liste erstellt worden, welche Hotelmitarbeiter als Kontaktpersonen infrage kämen. "Ich appelliere ganz massiv an die Eigenverantwortung der Bevölkerung", sagte Juhasz. Menschen, die kürzlich in Risikogebieten gewesen seien, sollten größere Menschenansammlungen wie Fußballspiele meiden.

Der Landessanitätsdirektion wurden am Montag weitere drei Verdachtsfälle aus dem gesamten Landesgebiet gemeldet. In vier Fällen standen Testergebnisse noch aus, elf Proben wurden am Montag negativ getestet, seit 27. Februar waren es insgesamt 81 Proben, die ausgewertet wurden.

Das Land Salzburg lässt Vorsicht walten

Das Land lässt in Sachen Coronavirus weiter Vorsicht walten. Um LH Haslauer wurde ein Teileinsatzstab eingerichtet, bei dem jeden Tag von 8 Uhr morgens bis zum frühen Abend alle Informationen zusammenlaufen. Dieser Stab soll vor allem die Landessanitätsdirektion unterstützen, die derzeit gemeinsam mit den Amtsärzten der Bezirkshauptmannschaften mit dem Abklären von Verdachtsfällen alle Hände voll zu tun hat. Derzeit gehen alle Verantwortlichen davon aus, dass es in Salzburg weitere bestätigte Fälle geben wird. 80 Prozent der Erkrankungen verlaufen mild, viele Erkrankte zeigen gar keine Symptome. So ist auch die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass es in Salzburg unentdeckte Fälle gibt.

Haslauer bekräftigte noch einmal das Ziel des Landes Salzburg, das öffentliche Leben möglichst wenig durch den Ausbruch des neuartigen Virus beeinträchtigen zu lassen. "Wir haben eine Situation, die wir ernst nehmen, aber nicht dramatisieren." Auch für die Gemeinde Fusch werde es keine besonderen Maßnahmen, wie etwa die Überwachung der Einhaltung der Quarantäne, geben. "Das werden wir sicher nicht tun. Die Familie ist sehr verantwortungsbewusst und es ist eine kleine Gemeinde, in der kennt man sich." Auch am Sonntag wurden wieder einige Verdachtsfälle abgearbeitet: Zwei neue Fälle wurden gemeldet, zehn Testergebnisse waren negativ, drei Ergebnisse sind noch ausständig.

Quelle: SN

Aufgerufen am 07.07.2020 um 03:44 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/salzburg-coronavirus-fussballfan-war-infiziert-18-salzburger-hotelmitarbeiter-sind-jetzt-in-quarantaene-84259867

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