Österreich

"Schleich di, du Oaschloch!": So trotzt Wien dem Terrorismus

Wie bei vielen Ereignissen filmten auch bei dem Terroranschlag am Montagabend in Wien Beobachter den Täter und die Schusswechsel mit. Ein Video kursiert dabei besonders im Netz - und löst einen Trend aus, der es bis nach Amerika schafft.

Am Tatort wurden Blumenkränze und Kerzen aufgestellt. SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Am Tatort wurden Blumenkränze und Kerzen aufgestellt.

Die heiß diskutierte Videosequenz zeigt folgendes: Ein Unbekannter filmt von einer Wohnung in der Wiener Innenstadt auf die darunter liegende Straße. Lange sieht man nichts, dann erscheint der Attentäter kurz auf dem Video. Er läuft an der Hausmauer entlang, bleibt stehen um zwei mal zu schießen. Als er seinen Weg fortsetzt, bricht ein Ruf die Stille nach dem Knall: "Schleich di, du Oaschloch!" Einer der Zeugen in der Wohnung will damit dem Täter sagen: "Du bist nicht willkommen!"

Und weil der Ausruf von so viel Mut zeugt und gleichzeitig "typisch wienerisch" ist, erlangt er auf den sozialen Medien große Aufmerksamkeit. Viele Österreicher, insbesondere Wiener, teilen ihn als Zeichen ihres Widerstands. Die einzigartige Aussage im Video stößt sogar weltweit auf Begeisterung. Der Satz tauchte in seiner englischen Übersetzung "Get lost asshole" bereits auf Twitter auf und hat es bis nach Amerika geschafft.

Auf der Social-Media-Plattform bedanken sich Nutzer bei dem "Balkonrufer" für seinen Mut, schöpfen selbst Kraft daraus und teilen seinen Satz als Solidaritätsbekundung.

Mit diesem Ausruf hat jener Wiener wohl den Satz des Jahres ausgesprochen. In all seiner Traurigkeit und Hoffnung.

Aufgerufen am 24.11.2020 um 09:30 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/schleich-di-du-oaschloch-so-trotzt-wien-dem-terrorismus-95121493

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