Terroranschlag in Wien

Terroranschlag in Wien

Am Abend des 2. November 2020 ereignete sich ein Terroranschlag in der Wiener Innenstadt. Der schwer bewaffnete 20-jährige Attentäter konnte von der Polizei erschossen werden. Vier Zivilisten verloren ihr Leben, 22 Personen wurden teils schwer verletzt. Der tödliche Anschlag bewegt viele Menschen zutiefst. Zugleich sind offenbar schwere Pannen im Vorfeld der Tat passiert.

Aufgerufen am 03.12.2020 um 07:57 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/dossier-terroranschlag-in-wien-95070601

Mehr erfahren

VÖZ-Präsident Markus Mair über die Rolle der Medien in der Terrornacht, über Corona, Regierungsinserate und die Zukunft der Zeitung.

Der Terroranschlag, der in der vergangenen Woche Wien erschütterte und dramatische Schwachstellen in Österreichs Staatsschutz offenlegte, traf die Staatsschützer in einer heiklen Umbauphase. Der Nachrichtendienst soll gestärkt, die Ausbildung professionalisiert werden.

Der 20-Jährige, der am 2. November in der Wiener Innenstadt bei einem Terror-Anschlag vier Menschen getötet hat, hatte seine Wohnung für ein Feuergefecht mit der Polizei vorbereitet. Wie am Mittwoch der APA bekannt wurde, waren in der Wohnung in der Wagramer Straße, die wenige Stunden nach dem Blutbad im Zuge einer Hausdurchsuchung aufgebrochen wurde, Möbel zusammengestellt und zu einer Deckung aufgebaut worden. Noch unklar ist, welchen Weg der Täter bei seinem Anschlag nahm.

Bei der Razzia im Umfeld der Muslimbrüder sind hohe Vermögenswerte gesichert worden. Einen Bericht des Ö1-Morgenjournals, wonach allein 25 Mio. Euro Bargeld beschlagnahmt worden sein sollen, bestätigte die Staatsanwaltschaft Graz am Mittwoch aber nicht. Auch sonst zeigten sich die Ermittler mit offiziellen Auskünften zurückhaltend. Unter den Verdächtigen befindet sich auch ein früherer Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ).

Am Mittwoch beschloss die Bundesregierung im Ministerrat Maßnahmen, um einen Anschlag wie den in Wien in Zukunft zu verhindern. Gefährder sollen weggesperrt, der Einfluss von Hasspredigern aus dem Ausland bereits im Vorfeld "abgedreht" werden.

Die Verbesserung des Schutzes der EU-Außengrenzen sei eine der wichtigsten Maßnahmen zu Bekämpfung des islamistischen Terrors. Darüber herrschte am Dienstag Einigkeit, als Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sowie der niederländische Regierungschef Mark Rutte mit der EU-Spitze per Videokonferenz über Anti-Terror-Maßnahmen berieten.

Acht Tage nach dem Terror-Anschlag in der Wiener Innenstadt, der vier Menschen das Leben gekostet hat, geht die Wiener Polizei weiter davon aus, dass der von der Exekutive erschossene Attentäter ein Einzeltäter war. Im Ö1-"Mittagsjournal" meinte Polizeipräsident Gerhard Pürstl, es gebe aktuell keine Hinweise, dass der 20-Jährige von einem Helfer von seiner Wohnung in Wien-Donaustadt ins Stadtzentrum gebracht wurde.

Polizei und Justiz führten am Montag eine der größten Razzien in Österreich seit Jahrzehnten durch. Das Ziel war das Netzwerk der islamischen Muslimbruderschaft.

Obwohl gegen ihn Anfang Oktober eine Anklage wegen terroristischer Vereinigung eingebracht wurde, hat sich ein womöglich in die Anschlagspläne verwickelter 18-Jähriger zum Zeitpunkt des Attentats auf freiem Fuß befunden. Er wurde erst am Tag danach festgenommen. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft Wien "wäre auf Basis der vorliegenden Anklage eine U-Haft unverhältnismäßig gewesen". Bekannt wurde am Montag auch, dass die Observation des späteren Attentäters abgebrochen wurde.

Gegen Radikale gewinnt man nicht mit politischer PR. Auf welche Punkte sich die Politik im Kampf gegen Extremisten konzentrieren muss.

Der Wiener Attentäter war offenbar gut im deutschsprachigen Raum vernetzt. Zumindest hatte er Kontakt zu Gleichgesinnten in Deutschland und der Schweiz, die sich alle im Juli in Wien getroffen haben. Die Zusammenkunft fand unmittelbar vor der Fahrt des Terroristen in die Slowakei statt, wo er erfolglos versucht hatte, Munition für sein Sturmgewehr zu kaufen. Das bestätigte das Innenministerium am Sonntag auf Anfrage der APA.

Ist es wirklich notwendig, provozierende Mohammed-Karikaturen zu veröffentlichen? Das ist die falsche Frage.

Die Justizanstalten haben nach dem Anschlag in Wien eine Aktion scharf in Gefängnissen durchgeführt und dabei einige Beschlagnahmungen gemacht. 229 Insassen, die wegen Terrorismusdelikten inhaftiert sind, Radikalisierungstendenzen oder sonstige Auffälligkeiten zeigten, wurden überprüft. Das teilte das Justizministerium am Samstag mit. Die Maßnahmen umfassten Haftraumdurchsuchungen, Personendurchsuchungen und Betriebsraumdurchsuchungen.

Unsere Gesellschaft muss sich besser gegen den Hass der Islamisten wappnen.

Der Terroranschlag am Montagabend hat die bekannteste und traditionsreichste Lokalmeile Wiens dramatisch verändert.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hat am Freitag eine weitere Ermittlungspanne im Vorfeld des Terroranschlags von Wien eingestanden. Demnach hatte der spätere Attentäter im Sommer Kontakt zu Personen, die im Auftrag des deutschen Verfassungsschutzes vom Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) überwacht wurden. Dennoch wurden damals keine Konsequenzen gezogen. Unterdessen durchsuchten Ermittler in Deutschland Wohnungen von fünf jungen Männern.

Der Attentäter von Wien ist offenbar in zwei Moscheen in der Bundeshauptstadt aktiv gewesen. Dort dürfte er sich auch radikalisiert haben. Eine davon unterstand der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), wie Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) am Freitag berichtete. Sie wurde auf Grundlage des Islamgesetzes geschlossen. Eine weitere - von der IGGÖ unabhängige - Einrichtung wird auf Grundlage des Vereinsgesetzes aufgelöst.

Wenige Tage nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt gibt es Vorwürfe wegen möglicher Ermittlungspannen im Vorfeld der Tat. Hätte der Anschlag verhindert werden können? Der Lokalpolitiker und Anwalt Karl Newole will das vor Gericht klären.

Die Schwester eines der vier Opfer, die von dem 20-jährigen Terrorattentäter in der Wiener Innenstadt brutal aus dem Leben gerissen wurden, hat einen Nachruf auf die Getötete verfasst. "Wenn ihr meine Schwester und ihr Andenken ehren wollt, dann bitte ich euch alle, auch nicht mit Hass und Ausgrenzung zu reagieren, das würde alles, wofür sie gestanden ist, gelebt hat und eingetreten ist, mit Füßen treten", schreibt sie in den vom "Standard" veröffentlichten Zeilen.

Nach den Vorwürfen wegen angeblicher Ermittlungspannen vor dem Anschlag verteidigt die Polizei nun das Vorgehen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) haben am Donnerstagnachmittag jene beiden WEGA-Beamten geehrt, die den Attentäter beim Anschlag in der Wiener Innenstadt gestellt und niedergestreckt haben. Die Männer erhielten die Goldene Medaille am roten Bande für Verdienste um die Republik Österreich, die sogenannte Lebensretter-Medaille.

Ernst Albrecht, Leiter der Spezialeinheit WEGA, lässt den Terroreinsatz in der Wiener Innenstadt Revue passieren.

Acht der 15 nach dem Terroranschlag in Wien Festgenommenen sind bereits wegen diverser Straftaten verurteilt worden. Wie Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Donnerstag sagte, wurden vier von ihnen wegen terroristischer Straftaten, zwei wegen unterschiedlicher Gewaltdelikten und zwei wegen eines versuchten Ehrenmordes in Linz verurteilt. Indes wurde bekannt, dass einer der Ermittlungsstränge "mit unmittelbarem Täterbezug" neben der Schweiz in ein weiteres Land führt.

Mögliche Versäumnisse der Behörden im Vorfeld des islamistischen Attentats in Wien bringen Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) immer stärker unter Druck. Die FPÖ brachte in der Nationalratssitzung am Donnerstag anlässlich des Anschlags einen Misstrauensantrag gegen Nehammer ein, dem auch die SPÖ zustimmte. Die NEOS gingen "heute" nicht mit, drohten aber damit, das beim nächsten Mal nachzuholen. Eine Rücktrittsaufforderung kam auch aus den Reihen des grünen Koalitionspartners.

Die ÖVP drängt auf mehr Befugnisse für die Strafverfolgungsbehörden bei der Terrorverfolgung. Bei einer Sondersitzung des Nationalrats zum Attentat in der Wiener Innenstadt meinte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag, nicht immer verfüge man über die rechtlichen Mittel, um islamische Extremisten und andere Gefährder entsprechend überwachen und sanktionieren zu können. Der Regierungschef selbst sah sich teils heftiger Kritik der Opposition ausgesetzt.

Innenminister Karl Nehammer hat zwei Möglichkeiten: Er kann die Vorwürfe, die gegen seine Behörden erhoben werden, aufklären. Oder den Hut nehmen. Kickl-Bashing reicht nicht als Verteidigungsstrategie.

Mit einem Gebet und einem anschließenden Gedenkmarsch im Zentrum des Terroranschlags von Wien haben am Donnerstag Imame und Religionslehrer der Opfer des Attentats gedacht. Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ), sowie Wiens Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister nahmen an dem Akt persönlich teil. Der Zug führte zu den Tatorten des Anschlags. Zu Zwischenfällen kam es bei der rund einstündigen Veranstaltung nicht.

Nicht nur in Worten, auch auf symbolische Weise haben nach dem Terroranschlag in Wien am Montagabend mehrere Städte ihre Solidarität mit Österreich zum Ausdruck gebracht: Sehenswürdigkeiten wie der Springbrunnen am Slavija-Platz in Belgrad, der Präsidentenpalast in Preßburg oder das Rathaus in Tirana erstrahlten zuletzt in den Farben Österreichs: rot-weiß-rot. Als Fake erwies sich ein in Österreichs Farben gehüllter Eiffelturm.

Drei Tage nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt hat der Nationalrat in einer Sondersitzung am Donnerstag der Opfer gedacht. Die Sitzung begann mit einer Gedenkminute im Hohen Haus. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) bekräftigte in einleitenden Worten: "Wir werden nicht zulassen, dass der Hass unsere Gesellschaft spaltet. Wir sind alle stärker als Hass und Terror. Wer glaubt, uns einschüchtern zu können, der irrt. Unsere Demokratie ist eine wehrhafte."

Der Attentäter (20) erschoss einen fast gleichaltrigen Korneuburger, dessen Eltern während der Jugoslawienkriege nach Österreich geflüchtet waren.

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) will potenzielle Gefährder "engmaschiger" überwachen lassen. In der "Zeit im Bild 2" am Mittwochabend plädierte sie in dem Zusammenhang für eine Ausweitung der gerichtlichen Kontrolle. Um die Deradikalisierung und Bewährungshilfe entsprechend gewährleiten zu können, werde es auch mehr Budget brauchen. Sachte Kritik übte Zadic an der Tätigkeit des Verfassungsschutzes.

Zu den im Zuge der Hausdurchsuchungen nach dem Terroranschlag in Wien Festgenommenen dürften auch mehrere Personen zählen, gegen die wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt wird bzw. wurde. Auch ein bereits wegen dieses Verbrechens Verurteilter befindet sich darunter - nämlich jener Mann, mit dem der Attentäter 2018 gemeinsam versucht hatte, nach Syrien auszureisen. Die beiden waren in der Türkei aufgegriffen worden.

Insgesamt vier Menschen hat der 20-Jährige Attentäter bei seinem Anschlag am Montagabend in Wien erschossen. Die Polizei hat am Mittwochabend ihre Angaben zu den Erschossenen korrigiert. So waren drei der getöteten Opfer Österreicher - eine Frau im Alter von 44 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 21 und 39 Jahren und eine deutsche Studentin. Von den 22 Verletzten befinden sich noch elf im Spital.

Nach dem Terroranschlag von Wien laufen die Ermittlungen zum Umfeld des Täters. Gesucht wird nach Helfern und Unterstützern. Brisante Spuren führen auch in die Nachbarländer Slowakei und Schweiz.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hat am Mittwoch eingestanden, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) von der slowakischen Polizei über den versuchten Munitionskauf des 20-jährigen Wiener Terrorattentäters informiert wurde. Dann sei aber "offensichtlich in der Kommunikation etwas schief gegangen", so der Minister. Laut einem internen Schreiben der slowakischen Kriminalagentur waren die österreichischen Behörden im Juli informiert worden.

Gemeindebau und Mindestsicherung: So lebte der 20-Järhige nach seiner vorzeitigen Entlassung aus der Haft.

Nach dem Anschlag in Wien am Montagabend haben europaweit Politiker ihr Entsetzen kundgetan. Beide Präsidentschaftskandidaten in den USA, Donald Trump und Joe Biden, drückten ihre Anteilnahme aus. Zuvor verurteilte etwa auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Terrorangriff in Wien scharf. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich erschüttert. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bedankte sich via Twitter für die internationalen Solidaritätsbekundungen.

Zwei junge Männer werden nach den verheerenden Attentaten in der Wiener Innenstadt auf diversen Social-Media-Kanälen als selbstlose Retter gefeiert. Die beiden türkischstämmigen Kampfsportler sollen einer älteren Frau und einem angeschossenen Polizisten geholfen haben. Wie einer der beiden in einem Instagram-Video schildert, hätten sie noch einen "letzten Kaffee vor den Ausgangssperren" trinken wollen, dabei seien sie "mitten im Gefecht gelandet".

"Das ist unser Europa. Wir werden nicht nachgeben."Frankreichs Staatspräsident kam persönlich in die Botschaft, um zu kondolieren.

Man stehe Schulter an Schulter gegen den Terror, sagt die Vertretung der Muslime. Doch warum sind gerade Gefängnisse "Brutstätten des Terrors"?

Kardinal Christoph Schönborn hat am Dienstagabend im Wiener Stephansdom einen Trauergottesdienst für die Opfer des Terroranschlags geleitet. Die Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften sprachen ein Gebet und baten dabei Gott um Frieden. An der Feier nahm die gesamte Staatsspitze teil, allen voran Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (beide ÖVP).

1300 Beschwerden beim Presserat sind ein "Negativrekord". Warum aber posten auch Private die brutalen Videos?

Die Szene der Islamisten und Dschihadisten in Österreich ist vielschichtig. Das macht ihre Bekämpfung nicht leichter. Trotzdem muss sich die Gesellschaft überlegen, was man dagegen tun kann. Denn der IS ist immer noch aktiv.

Nach dem Terror in Wien gilt mehr denn je: Wir müssen die Demokratie verteidigen, ohne sie zu beschädigen.

Am Mittwoch ist laut Bildungsministerium und -direktion vorbehaltlich anderer Vorgaben aus den Sicherheitsbehörden wieder ein normaler Schultag an den Wiener Schulen geplant. Dann oder am Tag darauf soll auch der "Übergangstag" an AHS-Oberstufen, Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS) bzw. Berufsschulen vor dem Wechsel ins Distance Learning erfolgen. Am Dienstag war aufgrund des Anschlags am Montagabend die Schulpflicht in Wien ausgesetzt.

Terroranschlag offenbarte eine Solidarität, wie man sie in einer Großstadt nicht geahnt hätte.

Wie bei vielen Ereignissen filmten auch bei dem Terroranschlag am Montagabend in Wien Beobachter den Täter und die Schusswechsel mit. Ein Video kursiert dabei besonders im Netz - und löst einen Trend aus, der es bis nach Amerika schafft.

In gemeinsamer Trauer haben Vertreter des offiziellen Österreichs und der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Österreich (IKG), Oskar Deutsch, am Dienstag bei der Kranzniederlegung im Bereich des Tatorts des Wiener Anschlags ihre Kondolenz bekundet. Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und weitere Vertreter der Regierung sowie der Parteien gedachten der Opfer.

Terrorismusforscher Peter Neumann über die "Sinnkrise" von Dschihadisten und die Forderung einer Sicherheitsverwahrung.

Die Regierung hat in einer Sondersitzung nach dem Terroranschlag in Wien eine dreitägige "Staatstrauer" beschlossen. Bis inklusive Donnerstag werden die öffentlichen Gebäude mit Trauerbeflaggung versehen. Außerdem soll es am Dienstag um 12 Uhr eine Schweigeminute geben. Auch die Schulen sollen zu Unterrichtsbeginn am Mittwoch der Todesopfer gedenken, geht aus dem Ministerratsvortrag hervor.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Bundespräsident Alexander Van der Bellen verurteilten am Dienstagvormittag den Terroranschlag in Wien, gaben ihrem Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer Ausdruck und stellten klar, dass Österreich seine Werte mit aller Kraft verteidigen werde. Dienstagmittag legte das offizielle Österreich einen Kranz für die Opfer nieder.

Nach dem Anschlag in Wien kontrolliert die deutsche Bundespolizei die deutsch-österreichische Grenze mit erhöhter Wachsamkeit. "Unsere Kräfte sind entsprechend sensibilisiert", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Auch Italien verschärfte die Sicherheitskontrollen an den Grenzübergängen zu Österreich, angefangen vom Brenner an der Grenze zwischen Tirol und Südtirol. Auch das Militär des italienischen Heeres beteiligte sich an den Kontrollen.

Österreichs Staatsdoktrin leistet gute Dienste. Doch sie hat Grenzen.

Auch die Sportwelt hat entsetzt auf den Terroranschlag von Wien reagiert. Besonders nahe ging das Attentat Fußball-Star David Alaba, der gebürtiger Wiener ist. "Bleib stark, Wien", schrieb der derzeit wegen der Champions League in Salzburg weilende Verteidiger des FC Bayern München auf Instagram auf Deutsch und Englisch und ergänzte: "Ich bete für dich". Bayern-Gegner RB Salzburg betonte vor dem abendlichen Match: "Unsere Herzen sind in Wien".

Warum wurde Wien zum Schauplatz eines Terroranschlags? Der Terrorismusexperte Nicolas Stockhammer von der Universität Wien sieht auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse zwei Gründe dafür: Die Bundeshauptstadt sei einerseits ein relativ "leichtes Ziel" für Terroristen, anderseits habe Wien als Sitz internationaler Organisationen "Attraktivität als terroristisches Ziel", so Stockhammer am Dienstag gegenüber der APA.

Persönliche Gedanken von SN-Redakteur Marian Smetana zum Terror in Wien.

Das Attentat in der Wiener Innenstadt am Montag ist einer der schwersten Terroranschläge der jüngeren österreichischen Geschichte. Sollte die Synagoge in der Seitenstettengasse ein Ziel des Anschlags gewesen sein, dann wäre es das zweite Attentat auf den jüdischen Stadttempel: 1981 hatte ein palästinensisches Terrorkommando die Synagoge überfallen und einen Menschen getötet.

Bereits 2017 hat Gefängnisseelsorger Ramazan Demir eine besorgniserregende Bilanz über die Radikalisierung in Gefängnissen gezogen.

Terrorismusforscher Peter Neumann ist der neue Sonderbeauftragte für Terror der OSZE. Wie die Gesellschaft mit der Gefahr umgehen sollte.