Österreich

Zillertal: Mehrere Ski-Kabinen kollidierten im Schneesturm

Zu einem spektakulären Zwischenfall ist es Sonntag bei den Bergbahnen Hochzillertal in Kaltenbach gekommen. Mehrere 10er-Kabinen des sogenannten Wimbachexpress' waren im Schlechtwetter kollidiert.

Zu einem spektakulären Zwischenfall ist es Sonntag, 9.Dezember 2018, bei den Bergbahnen Hochzillertal in Kaltenbach gekommen. SN/APA/ZOOM.TIROL
Zu einem spektakulären Zwischenfall ist es Sonntag, 9.Dezember 2018, bei den Bergbahnen Hochzillertal in Kaltenbach gekommen.

Den am Ort des Geschehens ermittelnden Vertretern der Seilbahnbehörde bot sich ein in dieser Form in Österreich wohl noch nie dagewesenes Bild: Die fünf zusammengestoßenen Kabinen bildeten einen regelrechten Knäuel bei Stütze 6.

Für Personen bestand nach Informationen der Bergbahnen keine Gefahr. Die Seilbahn war wegen der Wetterverhältnisse zu diesem Zeitpunkt schon längst geräumt, verletzt wurde niemand.

Die zuständigen Behörden haben noch am Sonntag damit begonnen, den Unfall zu untersuchen. Der Zwischenfall ereignete sich gegen elf Uhr vormittag. Die Seilbahn befand sich in jenem Umlauf, bei dem die Kabinen in Berg- bzw. Talstation hätten eingezogen werden sollen.

Der 10er-Kabinenbahn hatte erst in diesem Jahr die 4er-Sesselbahn "Krössbichl" ersetzt. Durch eine optimierte und verlängerte Trasse wurden mit der neuen Bahn auch neue Pisten erschlossen. Der "Wimbachexpress" ist auf eine Förderleistung von 2.620 Personen pro Stunde ausgelegt.

Zwischenfälle mit Skiliften

Der Vorfall weckt Erinnerungen an Zwischenfälle mit Skiliften in jüngerer Vergangenheit: Am 16. März dieses Jahres etwa ereignete sich im Skigebiet Gudauri im Norden Georgiens eine Störung an einem vom Vorarlberger Hersteller Doppelmayr gebauten Skilift. In Internetvideos ist nach wie vor zu sehen, wie am Seil hängende Vierersessel mit einer hohen Geschwindigkeit vom Berg zurück zur Talstation rasen und sich unten verkeilen. Mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzende Passagiere versuchen zu springen. Nicht allen gelingt es. Manche Menschen werden in den Kurven herausgeschleudert, andere bleiben regungslos unter den Skisesseln liegen. Acht Menschen erleiden teils schwere Verletzungen.

Die Anlage war technisch in einwandfreiem Zustand, beim Betrieb war es jedoch aufgrund menschlichen Versagens zu dem Unfall gekommen.

Wegen eines Lagerschadens an einer Umlenkrolle war Ende Jänner der Rosenkranz-Sessellift auf dem Kreischberg bei Murau (Steiermark) stillgestanden. 150 Skifahrer saßen in luftiger Höhe fest. In einer mehrstündigen Aktion mussten die Wintersportler von Hubschrauberbesatzungen geborgen werden.

Quelle: APA

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