Wissen

Nachhaltiges Studentenleben trotz kleinem Budget

Zahnbürsten aus Bambus, Trinkflaschen aus Glas und stets einen Jutebeutel als Einkaufstasche mit dabei: Das Thema Nachhaltigkeit liegt aktuell voll im Trend. Doch kann ein nachhaltiges Leben während der Studienzeit überhaupt funktionieren?

 SN/pexels/markus spiske

Kein Geld und nur am Party machen. Zu essen gibt es täglich Nudeln mit Pesto und dass sie faul sind, steht ebenfalls ganz oben auf der Liste der Klischees und Vorurteile von Studierenden. Haben diese denn überhaupt genügend Disziplin für einen nachhaltigen Lebensstil - von dem nötigen Budget ganz zu schweigen? Genügt es, auf Strohhalme aus Plastik zu verzichten und gelegentlich anstelle des Autos auf das Fahrrad umzusteigen oder verbirgt sich viel mehr dahinter?

Janine Steeger hält unter dem Namen "Green Janine" Vorträge zum Thema Nachhaltigkeit und bietet Lösungsansätze. Sie meint: "Das Wichtigste ist, dass jeder im eigenen Leben sein Mindset ändert. Wir alle sollten darüber nachdenken, an welchen Stellen uns erste Veränderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit am wenigsten Schwierigkeiten bereiten, wo wir die geringsten Hürden sehen." Sie betont, es gehe darum, Gewohnheiten zu verändern, mit der Frage im Hintergrund: "Geht das nicht auch nachhaltiger, ohne mir die Laune zu verderben?" Auch Laura Marie Edinger-Schons, Professorin für Corporate Social Responsibility der Universität Mannheim, plädiert dafür, schrittweise kleine Dinge im Alltag zu verändern. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte liegt auf nachhaltigem Konsum und sie rät zu einem bewussteren Umgang, ganz nach dem Motto: "Es gibt nicht nur alles oder nichts."

So schlägt sie beispielsweise vor, einen veganen oder vegetarischen Tag in der Woche einzuführen, falls der vollständige Verzicht auf tierische Produkte zu radikal erscheint. Und besonders Studierenden legt sie nahe, stets eine wiederverwendbare Einkaufstasche sowie einen Kaffeebecher mit sich zu tragen. Es sei also auch als Studierender möglich, nachhaltiger zu leben, da man bereits mit einigen wenigen kostensparenden Veränderungen beginnen kann.

Per Definition des Duden ist eine nachhaltige Entwicklung jene, bei der nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren oder künftig wieder bereitgestellt werden kann. Dass dies zurzeit nicht der Fall ist, steht laut Global Footprint Network außer Frage. Der sogenannte "Earth Overshoot Day" fiel 2019 auf den 29. Juli. Das heißt, die Ressourcen, welche die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann, waren für das Jahr 2019 zu diesem Zeitpunkt bereits aufgebraucht. Das Global Footprint Network ermittelt dieses "Überschreitungs-Datum" jährlich und Aufzeichnungen zeigen, dass der Overshoot Day immer weiter nach vorn rückt.

Seit Jahren warnen Forscher, Umweltschützer und Politiker, dass unsere natürlichen Ressourcen verknappen. Aussagen wie "There is no planet b" und "Plant more trees and clean the seas" sind inzwischen allseits bekannt. Der Grund, warum dennoch zu wenig Initiative ergriffen wird, liegt laut Professorin Laura Marie Edinger-Schons in mehreren Faktoren begründet. Zum einen in unserem sozialen Umfeld, denn selbst wenn wir grundsätzlich etwas ändern wollen, werden wir davon in unseren Kaufentscheidungen beeinflusst. Doch ebenfalls "tief verankerte Gewohnheiten oder auch die Tatsache, dass es oft schwierig ist, die Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt greifbar zu machen", wirken laut der Wissenschafterin auf unser Konsumverhalten ein. Hier einige Tipps für ein nachhaltiges Studentenleben:

1. Setze dir für den Anfang einen bis zwei fixe Tage in der Woche, an denen du vegetarisch oder vegan kochst. Wenn dein neuer Menüplan gut funktioniert, könntest du die Tage noch steigern - zum Beispiel auf zwei bis drei Mal.

2. Indem du Jutebeutel zum Einkaufen oder eine Glasflasche für dein Getränk verwendest, lässt sich gut Plastik vermeiden.

3. Einfach mal mit deinem Fahrrad oder auch zu Fuß zur Uni oder in die Arbeit. Das wirkt sich auch auf deinen Co2-Fußabdruck aus.

4. Hygieneartikel oder Haushaltsmittel selbst machen statt kaufen? Kein Problem - im Internet findest du coole Do-It-Yourself-Beschreibungen, also Anleitungen, wie du etwas selbst herstellen kannst, um deine eigenen Kosmetikprodukte zu machen.

5. Achte auf deinen Papierverbrauch, besonders wenn es um deine 100 Seiten Lernunterlagen geht.

6. Kaufe in sogenannten Unverpackt-Läden ein. Dort wird alles - wie der Name bereits verrät - unverpackt angeboten. Du kannst Lebensmittel in selbst mitgebrachte Behälter abfüllen, und auch andere Produkte wie Seifen, Shampoos und Haushaltswaren werden dort angeboten.

Wichtig: Diese Tipps sollen eine kleine Hilfestellung sein, um das Thema Nachhaltigkeit und dein Studentenleben so gut wie es geht zu kombinieren. Es ist keine Muss, alle diese Dinge auf einmal zu beachten. Dennoch gilt: Jeder kleine Schritt ist ein Start, um unserer Umwelt etwas Gutes zu tun.

Selbermachen statt kaufen: Drei coole und nachhaltige Do-It-Yourself-Ideen

Egal ob Badebomben, Seifen, Peelings oder Pflegeprodukte, auf Pinterest oder im Internet findest du viele einfache DIYs um beispielsweise Hygieneartikel selbst herzustellen. Doch spart man damit auch Geld? Hier ein paar DIYs die dein Geldbeutel wirklich schonen! (Quellen: kreativfieber.de, pinterest.com)

1. Körperpeeling: Ein Peeling eignet sich wunderbar um alte Hautschuppen zu entfernen und es hilft auch deine Haut besonders zart zu machen. Doch ein gutes Peeling kostet in der Drogerie schon mal gerne vier bis fünf Euro. Dabei ist es ganz leicht natürliche Peelings schnell selber zu machen. Dafür benötigst du:

  • 5 EL Zucker
  • 3 EL Olivenöl
  • frischen Rosmarin

Vermenge die drei Zutaten bis eine dicke Paste entsteht, ab in ein Glas damit und fertig.

2. Gesichts-Feuchtigkeitsmaske: Gesichtsmasken pflegen deine Haut und spenden Feuchtigkeit, doch leider befinden sich in manchen herkömmlichen Masken schädliche Inhaltsstoffe. Probier doch einfach mal eine Topfenmaske (Quarkmaske) aus, die Zutaten dafür lassen sich bestimmt in deinem Kühlschrank finden:

  • 2 EL Topfen (Quark)
  • 1 EL geraspelte Gurke
  • 1 TL Honig

Einfach die Zutaten miteinander vermischen und Maske auftragen. Sobald sie getrocknet ist, kannst du die Maske mit Wasser und einem Lappen abnehmen.

3. Haarkur: Der ultimative Alleskönner in Sachen Haarpflege ist Olivenöl. Bei gereizter Kopfhaut und brüchigen Haaren empfiehlt es sich folgende Zutaten miteinander zu kombinieren:

  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Honig
  • Prise Zimt

Paste auf die Kopfhaut einmassieren und rund zehn Minuten einwirken lassen, danach die Haarkur mit lauwarmem Wasser und einem milden Shampoo auswaschen.

Dieser Beitrag wurde von Studenten der Universität Salzburg im Rahmen einer Lehrredaktion in Kooperation mit den "Salzburger Nachrichten" erstellt.

Quelle: SN

Aufgerufen am 30.11.2020 um 11:30 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/nachhaltiges-studentenleben-trotz-kleinem-budget-95591938

Das digitale "Uni-Magazin" zum Wintersemester 2020/2021

Das digitale "Uni-Magazin" zum Wintersemester 2020/2021

Jetzt lesen

Schlagzeilen