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Voll motiviert ist halb bestanden

Wer im Studium Erfolg haben will, wird um das Lernen nicht herum kommen. Doch sich zum Lernen zu motivieren fällt vielen schwer. Da kommen ein paar Tipps zur Steigerung der Lernmotivation gerade recht.

Sich zum Lernen zu überwinden kann anstrengend sein (Symbolbild). SN/pixabay
Sich zum Lernen zu überwinden kann anstrengend sein (Symbolbild).

Eine Studentin sitzt am Schreibtisch. Sie hat sich fest vorgenommen, jetzt mal vernünftig und konzentriert zu lernen. Doch stattdessen fängt sie an, die Wohnung aufzuräumen, Essen vorzukochen oder plötzlich wieder Sport zu treiben. Grund dafür könnte eine zu geringe Lernmotivation sein. Doch was genau ist mit Lernmotivation gemeint? Und wie kämpft man sich aus dem Motivationsloch? Gertraud Meusburger, Leiterin der Psychologischen Studierendenberatung Salzburg, beschreibt Lernmotivation als "komplexes Zusammenwirken von emotionalen und kognitiven Prozessen, die das Interesse und die Bereitschaft, neues Wissen zu erwerben, positiv steuern". Somit steckt hinter dem Begriff deutlich mehr als nur die "Motivation zum Lernen". Vor allem Faktoren wie ein positives Selbstwertgefühl, der angemessene Umgang mit negativen Gefühlen und eine hohe Anstrengungsbereitschaft seien förderlich, um die eigene Motivation aufrechtzuerhalten.

Dass eine zu geringe Lernmotivation ein weitverbreitetes Problem ist, sagt auch Meusburger: "Ein Drittel der Studierenden, die in unsere Beratungsstelle kommen, haben Probleme im Lern- und Leistungsbereich."

Aber wie kann man dem Problem entgegenwirken? Die schlechte Nachricht zuerst: Laut der Expertin gibt es keinen einfachen Trick, der anhaltend die Motivation steigert. Man müsse sich schon intensiver mit Lösungsstrategien befassen. So treffe man wie ein Projektleiter die Entscheidung, ob man mit einer Aufgabe beginnt - und übernehme die Verantwortung für das Gelingen. Auch Belohnungen seien wichtig für die Lernmotivation, denn sie stärken den Selbstwert und die Erfahrung der Selbstwirksamkeit.

Und die Expertin hat noch weitere Tipps, wie Studierende ihre Lernmotivation steigern können: Zuerst einmal sollten förderliche Rahmenbedingungen geschaffen werden - inklusive definierter Arbeitszeiten und einem störungsfreien Arbeitsplatz. Selbstredend sollten Störquellen wie Lärm, das Handy oder der Fernseher eliminiert werden. "Die Fähigkeit, sich gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und Ziele einzuhalten, stärkt das Selbstwirksamkeitserleben und dadurch die Lernmotivation", sagt die Expertin.

Zudem empfehle es sich, die eigenen Lernziele und Arbeitsschritte so konkret wie möglich zu formulieren. Dadurch lasse sich die Arbeitskapazität realistisch abschätzen. Auch ein Generalplan für das gesamte Semester, in den man anstehende Arbeiten verteilt, könne hilfreich sein.

Über einen längeren Zeitraum ließen sich Ausdauer und Konzentration mit regelmäßigen Pausen, körperlicher Aktivität und Entspannungsübungen stärken. Das Lernen mit anderen könne für die Lernmotivation ebenso förderlich sein, denn die gemeinsame Arbeit an Zielen unterstütze die eigene Motivation und so auch die Effizienz. Zudem gebe es dabei oft die Erkenntnis, dass man mit seinen Motivationstiefs nicht allein ist, ergänzt Meusburger.

Spricht man mit Studenten, wird wenig überraschend der Zeitdruck vor der Klausur als besondere Motivation genannt. Andere motivieren sich mit Belohnungen, etwa mit einer Runde Netflix nach dem Lernen. Und manche Studierende denken noch größer: Sie motivieren sich mit dem Gedanken an das finale Ziel - also an das, was ihnen das Studium irgendwann mal bringen könnte.

Dieser Beitrag wurde von Studenten der Universität Salzburg im Rahmen einer Lehrredaktion in Kooperation mit den "Salzburger Nachrichten" erstellt.

Quelle: SN

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