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Wie ich meinen Traumberuf finde

Wer wünscht sich nicht, einen Beruf zu wählen, der einen mit Freude und Zufriedenheit erfüllt? Zwei Experten beleuchten das Thema Jobsuche und geben Tipps für die erfolgreiche Berufswahl.

 SN/stock.adobe.com/maridav

Ali Mahlodij ist Unternehmer, Gründer der Karriereplattform whatchado, EU-Jugendbotschafter, Keynotespeaker, Investor, Berater und Autor. Ingrid Schenk arbeitet als Psychologin und Berufsberaterin beim Talente-Check Salzburg. Beide haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen auf der Suche nach ihrem Traumberuf zu begleiten. Und beide geben ihre Erfahrungen auch gerne weiter. Wie schafft man es also, den idealen Job zu finden?

"In einem Beruf übt man eine Tätigkeit aus, für die eine Ausbildung Voraussetzung ist und mit der man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Bei der Berufung geht es darum, etwas mit Begeisterung und Leidenschaft zu tun. Im besten Fall decken sich Beruf und Berufung", sagt Schenk. Mahlodij versteht unter Berufung das, "bei dem man weiß, dafür bin ich geboren. Tätigkeiten, die einem leicht von der Hand gehen, für die man Talent hat". Ein Beruf sei hingegen "eine Tätigkeit, die du für Geld ablieferst". Seiner Meinung nach geht es im Leben nicht unbedingt darum, die reine Berufung zu finden - erstrebenswert sei aber eine gute Balance zwischen Beruf und Berufung.

Was würdest du deinem 14-jährigen Ich raten, ist eine Frage, die es sich zu stellen lohnt. Das sagt jedenfalls Ali Mahlodij, der in den Berufsinterviews auf whatchado genau das abfragt. Er selbst beantwortet die Frage so: "Ich würde meinem 14-jährigen Ich raten, sich mehr zu entspannen, sich nicht von der Nervosität der Erwachsenen anstecken zu lassen, die dich ständig fragen, was du nach der Matura machen möchtest." Zudem würde Mahlodij sein 14-jähriges Ich ermuntern, bis zu seinem 30. Lebensjahr so viel wie möglich auszuprobieren, denn die heutige Welt biete viel mehr Möglichkeiten als die Welt der Großelterngeneration. Mahlodij bestärkt die Jugend darin, sich nicht zu früh festzulegen - außer man spüre zu 100 Prozent, was man wirklich machen wolle. Und er würde seinem jüngeren Ich raten, sich mit Freunden zu umgeben, die an ihn glauben. Solche, die ihm Energie geben, wenn er mit ihnen Zeit verbringt und die ihn nicht auslachen, wenn er über seine Träume spricht.

Auch Ingrid Schenk plädiert dafür, viel auszuprobieren - und sich mit Leuten zu umgeben, die an einen glauben. Ihrem 14-jährigen Ich würde sie raten, mutig und offen für Neues zu sein sowie - vielleicht am wichtigsten - niemals aufzugeben.

War früher alles besser oder ist es heute womöglich leichter, seinen Traumberuf zu finden? Ali Mahlodij sieht das differenziert: "Eigentlich müsste es heute durch die ganzen Möglichkeiten, Methoden und das Internet leichter sein als vor 30 Jahren. Allerdings ist es dadurch auch schwieriger geworden, eine Wahl zu treffen: Manche haben Angst, bei den vielen Möglichkeiten etwas zu verpassen." Wenn man hundert Chancen habe und jeder einem sagt, man könne alles machen, könne enormer Druck entstehen. Auch deshalb sei es für die heutige Generation schwieriger geworden, Dankbarkeit und innere Ruhe zu finden.

Auch Ingrid Schenk zeichnet ein differenziertes Bild von den Schwierigkeiten und Chancen der heutigen Berufswahl: Die Welt sei in ständigem Wandel, was vor wenigen Jahren Gültigkeit hatte, könne heute schon vollkommen überholt sein. Gegenwärtig gelte es, ein hohes Maß an Flexibilität, Bereitschaft zu lebenslangem Lernen und Mut zur Veränderung an den Tag zu legen. Eine Fülle an Ausbildungsmöglichkeiten würde oftmals zu Orientierungslosigkeit führen. Deshalb sei es umso wichtiger, professionelle Bildungsberatungsangebote in Anspruch zu nehmen, die bei der Ausbildungs- und Berufswahl Sicherheit geben können.

"Man kann nicht früh genug damit beginnen, sich für Berufe zu interessieren - denn Berufswahl ist ein Prozess und keine punktuelle Entscheidung", ist Psychologin Schenk überzeugt. Mahlodij erinnert daran, dass wir als Kinder von Grund auf neugierig sind, alles ausprobieren und die wildesten Träume haben. Das Problem sei, dass die Erwachsenen in der Regel diese Neugierde nicht weiter befeuern und ihre Kinder nicht dabei unterstützen, ihre Träume weiterzuleben. Es sei immens wichtig, dass Eltern die Neugierde ihrer Kinder zuließen und all ihre Fragen beantworten.

Sinn in der Aufgabe zu sehen, Freude an der Arbeit, Freiräume für das Umsetzen eigener Ideen, Perspektiven für Weiterentwicklung und ein wertschätzendes Arbeitsumfeld seien einige Indikatoren dafür, dass man sich bereits im Traumberuf befindet, sagt Schenk. Ali Mahlodij setzt auf Zufriedenheit: Zufriedenheit - nicht andauerndes Glück - sei einer der Hauptindikatoren für ein erfülltes Berufsleben. "Ich selbst habe meinen absoluten Traumberuf. Ich habe immer versucht, der Erwachsene zu werden, den ich mir als Kind gewünscht habe. Und ich ändere mich mit meinem Beruf mit. Früher war ich Start-up-Gründer, heute schreibe ich Bücher, halte Vorträge, coache Jugendliche - und lebe so meinen Traumberuf", sagt Mahlodij. Und auch Ingrid Schenk kann sich glücklich schätzen: "Jungen Menschen bei der Ausbildungs- und Berufswahl helfen zu dürfen erfüllt mich mit Zufriedenheit und Freude. Somit habe auch ich meinen Traumberuf gefunden."

Daten und Fakten

Der Talente-Check der Wirtschaftskammer ist die größte Einrichtung für Berufs- und Ausbildungsinformation in Salzburg. Er erreicht im Teststudio, in Seminaren und Vorträgen jährlich mehr als 10.000 Personen.

whatchado ist ein 2011 von Ali Mahlodij gegründetes Webportal, das helfen soll, den richtigen Beruf zu finden. Dafür hat whatchado rund 7000 Menschen in ihrem Job interviewt - vom YouTuber bis zum Unternehmensgründer. whatchado zeigt einerseits die Vielfalt an Berufsmöglichkeiten auf und ermöglicht andererseits, bei Firmen und Bildungseinrichtungen hinter die Kulissen zu blicken. Durch das "whatchado matching" findet man heraus, in welchen Jobs Menschen arbeiten, die einem ähneln.

Dieser Beitrag wurde von Studenten der Universität Salzburg im Rahmen einer Lehrredaktion in Kooperation mit den "Salzburger Nachrichten" erstellt.

Quelle: SN

Aufgerufen am 01.10.2020 um 12:08 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/wie-ich-meinen-traumberuf-finde-76993039

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