Innenpolitik

3.000 Vertriebene täglich per Zug durch Österreich unterwegs

Rund 3.000 Vertriebene aus der Ukraine sind derzeit pro Tag mit dem Zug durch Österreich unterwegs. Rund 70 bis 80 Prozent der Betroffenen, bei denen es sich durchwegs um Frauen mit Kindern handelt, reisen vor allem nach Deutschland, Frankreich und Italien weiter, wie es seitens der ÖBB hieß. In Österreich ist erneut der Wiener Hauptbahnhof der Hotspot: Hier hat die Caritas auch eine Notschlafstelle eingerichtet.

Situation könnte dramatischer werden SN/APA/AFP/MICHAL CIZEK
Situation könnte dramatischer werden

Der Großteil der Vertriebenen reist über Zug-Verbindungen aus Ungarn, Tschechien und der Slowakei durch Österreich. Aus dem polnisch-ukrainischen Grenzgebiet Premysl kommen auch Züge nach Wien. Hier ist besonders der Zug, der täglich um 19.49 Uhr am Wiener Hauptbahnhof ankommt, dicht besetzt: Rund 200 Vertriebene nutzen ihn pro Tag für ihre Flucht aus dem Kriegsgebiet.

Die Fahrt durch Österreich ist für die Vertriebenen kostenlos, da die ÖBB für sie ein eigenen Notticket anbietet. Dies wird derzeit von etwa 1.000 Betroffenen per Tag in Anspruch genommen.

Die meisten Vertriebenen bleiben derzeit nicht in Österreich. Es warten allerdings viele in Wien - auch über Nacht - auf ihre Anschlusszüge. Rund 40 Personen übernachten derzeit täglich in der von der Caritas betriebenen Notschlafstelle am Hauptbahnhof, 40 weitere im Wartebereich des Bahnhofes. Da es zuletzt eine massive Zunahme an Vertriebenen in Polen gegeben hat, könnte die Situation aber noch dramatischer werden.

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