Innenpolitik

Bundesheer zu Corona-Massentests: Lehrer sollen zusätzlichen PCR-Test erhalten

Das österreichische Bundesheer übernimmt die Logistik und maßgebliche Planung der Massentests. Das Militär gab am Dienstag Einblick in die Planung der Corona-Massentests.

Im Dezember sollen möglichst viele Österreicherinnen und Österreicher zum Corona-Massentest. SN/robert ratzer
Im Dezember sollen möglichst viele Österreicherinnen und Österreicher zum Corona-Massentest.

Seit rund einer Woche ist das österreichische Bundesheer laut Generalmajor Rudolf Striedinger mit der Planung der ersten Corona-Massentests beauftragt. Am konkretesten ist demnach die Planung für die erste Testrunde, bei der rund 200.000 Pädagoginnen und Pädagogen aus Schulen und Kindergärten mittels Antigen-Test getestet werden sollen. Aufgrund der Ungenauigkeit dieser Antigen-Schnelltests will man positive Testergebnisse laut Bundesheer mit einem zuverlässigeren PCR-Test überprüfen. "Bei der Lehrertestung wird es bei positiven Antigen-Tests einen PCR-Test in der Teststation geben", erklärte Striedinger am Dienstag. Für die breiten Massentests vor Weihnachten wird das Vorgehen im Falle eines positiven Antigen-Tests ein anderes sein. Bund und Länder verständigten sich am Montagabend darauf, dass bei der Massentestung vor Weihnachten die positiven Antigen-Tests durch einen weiteren Antigen-Test überprüft werden sollen. Und nicht durch einen aufwendigeren, aber sicheren PCR-Test.

Der Hintergrund für die abweichende Strategie bei den Lehrertests: Man will die Treffsicherheit der Antigen-Tests beim Probelauf der ersten Massentests überprüfen. In Südtirol dürfte es eine hohe Testsicherheit gegeben haben. "Eine Prüfung der Treffsicherheit der Antigen-Tests wie am Beispiel Südtirol wird bei der Lehrertestung erfolgen. Wenn es ein ähnlich gutes Ergebnis gibt wie in Südtirol, dann ist vorstellbar, dass bei der Bevölkerungstestung der Antigen-Test als verbindlich und ausreichend erklärt wird", heißt es aus dem Bundesheer.

Nicht genügend Soldaten? "Mobilmachung nicht vorgesehen"

Auch sonst dürfte das Vorgehen beim Test der Lehrerinnen und Lehrer etwas anders verlaufen. Denn bei der Zahl von rund 200.000 Testungen geht das Bundesheer davon aus, dass man das personell stemmen kann. "Die Zahl an Soldaten ist noch nicht fix. Aber das ist für das Bundesheer keine Herausforderung, die wir nicht stemmen könnten", so Striedinger. Aufhorchen ließ Striedinger aber mit der Feststellung, dass die breite Bevölkerungstestung durch das Heer allein nicht machbar sei, denn "eine Mobilmachung des Bundesheers ist nicht vorgesehen".

Wie aufwendig und personalintensiv die Massentests sind, zeigen die Zahlen aus der Slowakei. Dort wurden in der ersten Runde mehr als 3,6 Millionen Menschen getestet. Das Land hat 5,5 Millionen Einwohner, alle Zehn- bis 65-Jährigen waren zum Test aufgerufen. Zur Abwicklung seien 40.000 Personen im Einsatz gewesen, darunter 10.000 Soldaten und 10.000 Polizisten, erklärte Striedinger. Vor allem Blaulichtorganisationen und die Gesundheitsbehörden auf Gemeindeebene sollen dann hauptsächlich die personellen Ressourcen stemmen. Eine Möglichkeit bei der Unterteilung der Teststationen sei es, sich wie in der Slowakei dabei an Wahlsprengel anzulehnen. In Südtirol wurde die Testinfrastruktur durch die Gemeinden festgelegt, auf Basis von Vorgaben des Zivilschutzverbands. Die Abnahme der Testung erfolgte durch Sanitätspersonal (Rotes Kreuz, Weißes Kreuz). Weitere Unterstützung, vor allem im ländlichen Bereich, erfolgte durch die Feuerwehren.

Eigenes Programm soll Planung erleichtern

Einen Knackpunkt für einen erfolgreichen Ablauf sieht das Bundesheer in der digitalen Anmeldung für die Tests. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, soll eine externe Firma ein eigenes Programm dafür erarbeiten. Wie es nicht gehen solle, habe der Testablauf in der Slowakei gezeigt. Dort hat es laut Striedinger keine elektronische Voranmeldung gegeben und die Menschen haben vor Ort auf ihre Ergebnisse gewartet, dadurch hätten sich lange Warteschlangen gebildet. "Wir haben festgestellt, dass viel auch mit Papier gearbeitet wurde. Das sind viele Fehlerquellen." Das alles wolle man in Österreich vermeiden.

Quelle: SN

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