Die Freiheitlichen und ihr rechter Rand

Hat die FPÖ-Führung nicht die Kraft und den Mut, sich von ihrem rechten Rand zu distanzieren? Oder fehlt ihr einfach die Lust dazu?

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Glosse Andreas Koller

Die Rechts-Außen-Postille "Zur Zeit", in deren jüngsten Ausgabe ein Autor von Arbeitshäusern, Kollektivstrafen, volksnahe Gerichtsurteilen, gesäuberten Medien und anderen Zutaten für eine waschechte Diktatur träumt, habe rein gar nichts mit der FPÖ zu tun: So steht's im Impressum des Wochenblattes, und selbiges versicherte auch ein FPÖ-Sprecher am Montag den SN. Ebenfalls am Montag flatterte eine Einladung aus dem Parlament in die Redaktionsstube, die diese Beteuerungen wenig glaubhaft erscheinen lässt: Anlässlich des 100. Geburtstags der Republik werde die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller, FPÖ, den Franz-Dinghofer-Medienpreis verleihen. Und zwar an wen? Und zwar an den W3-Verlag, dem diese Ehre ausdrücklich "für die Herausgabe der Zeitschrift ,Zur Zeit'" widerfährt. Als Redner bei der Veranstaltung tritt ein gewisser Heinz-Christian Strache auf, im Hauptberuf FPÖ-Chef und Vizekanzler dieser Republik. Stellt sich die Frage: Hat die gegenwärtige FPÖ-Führung nicht die Kraft und den Mut, sich von ihrem rechten Rand zu distanzieren? Oder fehlt ihr einfach die Lust dazu?

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