Innenpolitik

Herbstferien in Österreich: ÖVP und FPÖ planen einheitliche Regelung

Am Mittwochabend einigten sich die Koalitionsverhandler ÖVP und FPÖ auf die Einführung von einheitlichen Herbstferien in Österreich.

Symbolbild. SN/fotolia/147357
Symbolbild.

Die Herbstferien sollen von 26. Oktober bis 2. November dauern. Dies soll den Eltern mehrerer Kinder die Planung erleichtern.

Ob dafür eine Woche der Sommerferien gekappt oder aber die schulautonomen Tage reduziert werden, steht noch nicht fest.

Mit verordneten Herbstferien hat das Land Salzburg bereits im Jahr 2010 Erfahrungen gesammelt - und daraus die Konsequenzen gezogen.

Denn: Bei einer in den Landesschulen durchgeführten Umfrage hatten sich die Mehrheit der Schüler, Lehrer und Eltern gegen die Fortführung der Herbstferien ausgesprochen. Aus diesem Grund werden die selbigen nach nur einem Jahr wieder "eingestampft".

Die damalige Salzburger Bildungsreferentin Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) sagte nach Vorliegen der Umfrageergebnisse im Jänner 2011: "Die Erhebung weist für die tourismusstarken Bezirke und Gemeinden hohe Zustimmung zu den Herbstferien aus. In Summe ergab die Befragung jedoch eine landesweite Mehrheit gegen Herbstferien. Daher wird es im kommenden Schuljahr keine Verordnung für landesweite Herbstferien geben."

Die Herbstferien fanden zwischen 23. Oktober und 2. November 2010 erstmals statt. Der dafür notwendige Beschluss ist ursprünglich mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ und Grünen gegen die ÖVP erfolgt.

Insgesamt wurden im Rahmen der Erhebung 16.000 Personen befragt, davon 9800 Eltern, 3100 Schüler und 2900 Lehrer. Dafür, dass es auch im kommenden Schuljahr Herbstferien geben soll, votierten 41 Prozent der Lehrer, 41,5 Prozent der Eltern und 47 Prozent der Schüler.

ÖVP/FPÖ: Noch kein Wort zu Universitäten

Unterdessen kritisiert die neue Präsidentin der Universitätenkonferenz, Eva Blimlinger, dass man aus den Koalitionsverhandlungen "genau nichts" zu Unis und Fachhochschulen (FH) gehört habe.

Dabei war die Untergruppe Wissenschaft und Forschung bereits vor fast drei Wochen als eine der Ersten fertig. Klar sei, dass es ein neues Universitätsfinanzierungsgesetz geben werde.

Mit dem in den nächsten Monaten zu beschließenden Gesetz soll auch eine Art Studienplatzfinanzierung kommen. Die Ende Juni ohne ÖVP - aber mit FPÖ-Zustimmung - beschlossene Uni-Budgetanhebung wird nicht angegriffen. Angestrebt wird weniger Forschungsbürokratie und mehr Effizienz.

Der FH-Sektor soll "ein wenig zurück zum ursprünglichen Zweck weiterentwickelt" werden. Die FH sollen eher Ausbildungsstätte für die Praktiker sein.

Reaktionen: "Überrascht, aber gelassen"

Überrascht, jedoch gelassen, gab sich der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Paul Kimberger (FCG). "Wir führen diese Diskussion jetzt schon zum gefühlten 367. Mal", so Kimberger. Aufgrund dessen sieht er auch die nunmehrigen neuen Pläne "eher gelassen". Weder unter den Pädagogen noch unter den Eltern sehe er derzeit eine einheitliche Position zu Herbstferien. Er finde es aber "befremdlich, dass man uns jetzt aus den Regierungsgesprächen ausrichtet, dass es hier eine neue Regelung gibt, ohne mit den Betroffenen zu reden".

Sollte vonseiten der Bildungswissenschaft ein faktisch gut untermauertes Ferienmodell ins Spiel gebracht werden, das "Vorteile im Sinne der Pädagogik bringt, dann sollten wir es machen", sagte Kimberger. Gibt es ein solches Konzept nicht, "sollten wir eher bei der Regelung bleiben, die wir jetzt haben".

Noch unklar ist, ob für die Herbstferien eine Woche der Sommerferien verwendet wird, oder schulautonome Tage zu einer Ferienwoche zusammengefasst werden. Angesichts der Tatsache, dass Schulautonomie von der Politik stark propagiert werde, kommt Kimberger eine mögliche zentrale Fixierung von zusätzlichen schulautonomen Tagen "schon skurril vor".

Schreyer fürchtet als oberster Elternvertreter, dass sich der Stil der scheidenden Regierung, die Schulpartner in wichtige Entscheidungen nicht ausreichend einzubinden, auch unter der neuen Regierung fortsetzen könnte. "Leider hat man in dieser wichtigen Frage mit uns im Vorfeld nicht gesprochen", so Schreyer.

Er schätze das Thema "Herbstferien" jedenfalls als zu komplex für eine einheitliche österreichweite Lösung ein, viele Fragen seien hier offen. Eine solche freie Woche unterbreche "die Intensivphase des Lernens" zwischen dem Sommer und Weihnachten noch weiter. "Wir sehen das also kritisch", so Schreyer auch im Bezug auf eine etwaige Kürzung der Sommerferien oder eine Fixierung von schulautonomen Tagen: "Diese Tage werden tatsächlich an den Schulstandorten benötigt".

Quelle: SN

Aufgerufen am 25.09.2018 um 04:52 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/herbstferien-in-oesterreich-oevp-und-fpoe-planen-einheitliche-regelung-21716044

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