Innenpolitik

Schwierige Mathe-Matura: Hätten Sie es gewusst?

Die Mathe-Matura war heuer besonders schwierig. Eltern protestieren, der Minister evaluiert, die SN sahen sich Beispiele an.

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Die Ergebnisse der Mathematik-Matura werden heuer mit noch mehr Spannung erwartet als üblich. Zwischenerhebungen deuten darauf hin, dass der Anteil der Nicht genügend höher ist als in den vergangenen Jahren - wir berichteten am Samstag. Der Bundeselternverband kritisiert den "harten Notenschlüssel" sowie den Umstand, dass einige der Maturaaufgaben "sprachlastigen Texträtseln" gleichen.

Zum Beispiel diese:
"Katharina und Georg arbeiten als Pflegekräfte in einem Heim. Sie bekommen das gleiche monatliche Grundgehalt. Im Februar lag in diesem Heim ein besonderer Arbeitsbedarf vor. Georg leistete 14 Überstunden, Katharina leistete 46 Überstunden. Ihr jeweiliges Gesamtentgelt setzt sich aus dem Grundgehalt und der Abgeltung für die geleisteten Überstunden zusammen. Jede Überstunde wird dabei gleich abgegolten.
Das Gesamtentgelt von Georg betrug im Februar € 2.617, jenes von Katharina betrug € 3.433.
- Ermitteln Sie das Grundgehalt und die Abgeltung für eine Überstunde. [1 Punkt]."

Die Lösung lautet:
" x ... Grundgehalt in €
y ... Abgeltung für eine Überstunde in €
x + 14 ∙ y = 2 617
x + 46 ∙ y = 3 433
Berechnung mittels Technologieeinsatz:
x = 2 260, y = 25,50
Das Grundgehalt beträgt € 2.260, die Abgeltung für eine Überstunde € 25,50."

Wer dieses Beispiel richtig ermittelte, erhielt dafür exakt einen Punkt. Für ein Genügend sind 22 Punkte erforderlich. Wer ein Sehr gut will, muss 44 bis 48 Punkte (das ist die Höchstzahl) erringen.

Bevor die angehenden Maturanten an die eigentlichen Aufgaben gehen konnten, mussten sie fünf Seiten Anweisungen durchackern, die Angaben wie diese enthielten: "Die Teilaufgaben können folgende Antwortformate beinhalten: offenes Antwortformat, halb offenes Antwortformat, Konstruktionsformat, Zuordnungsformat und Multiple-Choice-Format in der Variante ,1 aus 5'."

Der Obmann des Bundeselternverbandes, Gernot Schreyer, kritisierte den Umstand, dass der Schwierigkeitsgrad der Mathe-Matura von Jahr zu Jahr unterschiedlich sei, weshalb eine gute Note vom Geburtsjahr abhänge. Heuer hätten auch "Sehr-gut-Schüler" bei der Matura eine schlechte Note oder gar ein Nicht genügend erhalten.

Auch sei laut Schreyer von der Praxis abgegangen worden, dass der Prüfling wenigstens "ein paar Punkte" bekommen habe, wenn zwar sein Lösungsansatz richtig gewesen sei, er sich aber verrechnet habe. "Heute heißt es: Hopp oder dropp", kritisierte der Elternvertreter. Tatsächlich steht in der Beurteilungsanleitung für die Lehrer: "Punkte sind nur zu vergeben, wenn die abgefragte Handlungskompetenz in der Bearbeitung vollständig erfüllt ist."

Minister Heinz Faßmann kündigte eine Evaluierung der Zentralmatura an. Schüler mit einem Nicht genügend können am 5. und 6. Juni Kompensationsprüfungen ablegen.

Zwei weitere Beispiele:

 SN/sn
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