Weltpolitik

Salzburger Festspiele: Bundeskanzler Kurz traf Theresa May

Im Zuge der Salzburger Festspiele ist am Freitagnachmittag Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit der britischen Premierministerin Theresa May für ein Arbeitsgespräch zusammengetroffen.

Beide traten kurz vor 17.00 Uhr im Hotel Sacher für kurze Statements vor die versammelten Journalisten, Medienfragen waren dabei allerdings bereits im Vorfeld ausgeschlossen worden.

Kurz hatte seine Amtskollegin bei einem London-Besuch am 9. Juli zur Premiere der "Zauberflöte" eingeladen. Er sehe den Brexit nach wie vor negativ, betonte der Bundeskanzler heute. Allerdings müsse man die Entscheidung des britischen Volks akzeptieren. Nun gehe es darum, den Ausstieg möglichst gut über die Bühne zu bringen und einen harten Brexit zu verhindern. Er hoffe zudem, dass die Beziehungen zwischen Österreich und Großbritannien und auch die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien auch nach dem Austritt noch gut seien.

May meinte, es sei seit dem Besuch von Kurz in London einiges passiert. Die britische Regierung habe etwa ein Weißbuch zum zukünftigen Verhältnis mit der EU vorgestellt, zugleich habe der Trump-Juncker-Deal den drohenden Handelsstreit mit den USA verhindert. Sie wolle die Gespräche mit Kurz vor allem dazu nutzen, über das Verhältnis der beiden Länder in den nächsten Jahren zu diskutieren. Die britische Premierministerin ist erst knapp vor dem Treffen mit Kurz in Salzburg gelandet und wird sich am Samstagvormittag noch informell mit Bundespräsident Alexander van der Bellen in Salzburg treffen.

Vor dem Treffen mit May gab es für Kurz einen gemeinsamen Fototermin mit seinen Amtskollegen Jüri Ratas aus Estland und Andrej Babis. Ein Handshake der drei Regierungschefs, die gemeinsam mit ihren Frauen und Lebensgefährtinnen vor die Kameras traten, läutete am Nachmittag die Reihe der Treffen ein.

Die Vier-Augen-Gespräche drehten sich dabei in erster Linie um die bilateralen Beziehungen und die Prioritäten des österreichischen EU-Ratsvorsitzes. Mit Ratas und Babis dürfte Kurz Medienberichten zufolge etwa über das EU-Budget, die Migrationsfrage, die Westbalkan-Strategie der EU und die Einrichtung eines gemeinsamen digitalen Marktes gesprochen haben. Estland ist - gemeinsam mit Österreich und Bulgarien - derzeit Teil der "Trio-Präsidentschaft", wo jeweils drei aufeinanderfolgende Ratspräsidentschaften zusammenarbeiten.

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