Weltpolitik

Trump: Menschen kaufen wegen Corona so viel Waffen wie nie zuvor

Laut US-Präsident Donald Trump ist die Zahl der privaten Waffenkäufe in den Vereinigten Staaten seit Beginn der Coronavirus-Krise sprunghaft angestiegen. Ein Online-Munitionshändler verzeichnete etwa ein Plus von fast 800 Prozent.

In den USA werden die Proteste gegen die Beschränkungen des öffentlichen Lebens lauter. Schätzungsweise 2.500 Menschen versammelten sich nach Polizeiangaben am Sonntag in der Hauptstadt des Bundesstaates Washington, um gegen die Maßnahmen des demokratischen Gouverneurs Jay Inslee zur Eindämmung des Coronavirus zu demonstrieren.

"Unternehmen werden durch die Einteilung in essenziell und nicht-essenziell willkürlich entweder zu Gewinnern oder Verlierern gemacht. Das ist ein Verstoß gegen die Staats- und Bundesverfassung", sagte der Organisator der Demonstration Tyler Miller, ein republikanischer Bezirksbeamter. US-Präsident Donald Trump twitterte zuvor Unterstützung für ähnliche Proteste in Michigan, Minnesota und Virginia. "Es gibt mir Trost, dass er auf meiner Seite ist," so Miller.

"Kommentare in den Nachrichten von einigen republikanischen Regierungsbeamten, die eine "offene Rebellion" fordern, und behaupten, es sei ein "Staatskomplott" und andere radikale Äußerungen seien unverantwortlich und könnten unnötig dazu führen, dass mehr Menschen krank werden", entgegnete Inslee.

Die Kundgebung war bisher einer der größten Proteste in den US-Bundesstaaten gegen die Ausgangsbeschränkungen. In Olympia verstopften hupende Autos die Straßen und Hunderte versammelten sich auf den Stufen des Kapitols. Die Teilnehmer trotzten damit dem Versammlungsverbot für mehr als 50 Personen. Viele der Teilnehmer trugen trotz der Aufforderung der Organisatoren keinen Gesichtsschutz.

US-Präsident Trump teilte indes mit, die Coronakrise habe zu einer beispiellosen Nachfrage nach Schusswaffen unter Amerikanern geführt. "Menschen kaufen wegen dieses Seuchenanstiegs Waffen in einem Ausmaß, das man davor nicht gesehen hat", so Trump. Der Republikaner verurteilte in diesem Zusammenhang schärfere Waffengesetze im US-Bundesstaat Virginia, die der demokratische Gouverneur Ralph Northam kürzlich unterzeichnet hatte. Trump unterstellte Northam, Menschen in Virginia ihr in der US-Verfassung verankertes Recht auf Waffenbesitz streitig machen zu wollen. "Das können wir nicht erlauben", sagte der Präsident.

Trump nannte keine Zahlen. US-Medien hatten in den vergangenen Wochen aber über eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Waffen berichtet. Der amerikanische Online-Munitionshändler Ammo.com meldete zwischen dem 23. Februar und Ende März ein Umsatzplus von 792 Prozent verglichen mit dem knapp 40-tägigen Zeitraum davor.

Die neuen Waffengesetze in Virginia sollen vom 1. Juli an gelten. Sie sehen unter anderem vor, dass die Behörden künftig Personen vorübergehend ihre Waffen abnehmen können, sollten diese ein Risiko für sich selbst oder andere darstellen. Pro Monat darf zudem lediglich eine Handfeuerwaffe pro Person erworben werden.

Im Jänner hatten Tausende Waffenbefürworter in Virginias Hauptstadt Richmond gegen schärfere Waffengesetze protestiert. In den USA, wo Waffen häufig leicht zu kaufen sind, kommt es immer wieder vor, dass Bewaffnete in Schulen, Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten um sich feuern und dabei auch Menschen töten.

Quelle: Apa/Ag.

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