Chronik

500 Personen nach Cluster im Pinzgau in Quarantäne: Salzburg wird als einziges Bundesland orange

Vor allem im Pinzgau und im Pongau ist die Inzidenzzahl hoch. Salzburg wird auf der Corona-Ampel nun orange. In Großarl bleibt die Maskenpflicht im Handel.

In Großarl wird wie in Wien die Maskenpflicht weiterhin im gesamten Handel gelten. SN/pixabay
In Großarl wird wie in Wien die Maskenpflicht weiterhin im gesamten Handel gelten.

In fast allen Bundesländern gehen die Corona-Infektionszahlen nach oben - vor allem in Salzburg. Die Ampel-Kommission hat am Donnerstag für Salzburg hohes Risiko festgestellt - also die Farbe Orange. Was die risiko-adjustierte Sieben-Tages-Inzidenz angeht, die auch Faktoren wie das Alter der Erkrankten einbezieht, wäre Salzburg sogar schon in der roten Zone angekommen, die sehr hohes Ansteckungsrisiko darstellt.

Regionale Maßnahmen dringend nötig

"Die Delta-Variante treibt die Ansteckungen in die Höhe und betrifft mittlerweile den Großteil der Coronainfektionen im Bundesland. Das wirksamste Mittel, dem entgegenzuwirken, ist eine vollständige Immunisierung und gezielte regionale Maßnahmen um die Verbreitung einzudämmen", betont Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz nach der Sitzung der Ampel-Kommission am Donnerstagnachmittag.

Cluster in einem Kapruner Nachtlokal: Mindestens 60 Personen infiziert, 500 in Quarantäne

Am Donnerstag wies das Land 473 aktiv infizierte Personen aus. Bei der "rohen" Fall-Inzidenz lag Salzburg in der Vorwoche bei 61 auf 100.000 Einwohner. Österreichweit ist der Pinzgau (179,2) der Bezirk mit der höchsten Inzidenz - vor Osttirol (129,1) und St. Johann im Pongau (92,1).

Das Land sah sich nun gezwungen zu reagieren. In Absprache mit der Landessanitätsdirektion werden die Corona-Maßnahmen in den Hochinzidenz-Gemeinden verschärft, die Verordnung dafür wird am Freitag erwartet. In Unken, Lofer, St. Martin bei Lofer, Weißbach und Großarl wird es kommende Woche Impfschwerpunkte geben.

Ergänzt werden die Maßnahmen durch konsequente und strenge Kontrollen der derzeit 2-G-Regel (geimpft oder PCR-getestet) in der Nachtgastronomie und 3-G-Regel bei Veranstaltungen.

Zum einen soll der Impfbus die Pinzgauer und Pongauer Gemeinden anfahren. "Den anderen Teil übernehmen die Hausärzte. Da sind wir noch in Absprache, aber es wird dort Impfnachmittage oder Impfabende geben", sagt Franz Wieser, Sprecher des Landes.

In Großarl bleibt der Mund-Nasen-Schutz

Zudem muss in Großarl weiterhin der Mund-Nasen-Schutz im gesamten Handel (nicht nur im Supermarkt) getragen werden. Damit fällt die Maskenpflicht in der Pongauer Gemeinde nicht - anders wie im Rest Österreichs. Nur in Wien ist die Maskenpflicht ähnlich streng geregelt . Die entsprechende Verordnung ist für Freitag angekündigt.

"Zugleich verschärft die Polizei die Kontrollen bei der Einhaltung der Covid-Maßnahmen im Bereich der Nachtgastronomie", sagt Wieser. Das treffe vor allem auf den Pinzgau zu, wo das Infektionsgeschehen derzeit am höchsten ist. Am Donnerstag lag diese laut Landesstatisk bei 179,2. Verstärkt überwacht soll auch die Einhaltung von Quarantänen werden. Bei 52 Kontrollen im Bezirk Zell am See am Mittwoch seien fünf Personen nicht zu Hause gewesen. "Hier wird ein Verfahren eingeleitet. Wir handeln da sehr restriktiv," heißt es.

Der Corona-Cluster rund um ein Nachtlokal in Kaprun umfasse weiterhin 60 Infizierte, heißt es. In Unken seien 20 Personen von einem Cluster betroffen. "Aufgrund er beiden Cluster sind derzeit rund 500 Personen abgesondert. Wir rechnen damit, dass die Zahl noch ein wenig wachsen wird. Weil alle Kontaktpersonen isoliert sind, sollten diese dann aber weitgehend eingedämmt sein", heißt es beim Land.

Aufgerufen am 25.07.2021 um 11:41 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/500-personen-nach-cluster-im-pinzgau-in-quarantaene-salzburg-wird-als-einziges-bundesland-orange-106961887

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