Chronik

Auch in Tenneck wurden Schafe gerissen: Verdacht auf Wolf erhärtet sich massiv

Nachdem vermutlich ein Wolf in Pfarrwerfen einen Widder totgebissen und ein Schaf verletzt hatte, wurden nun in der Nacht auf Dienstag im nahen Tenneck erneut vier Lämmer und zwei Widder gerissen und letztlich getötet.

Die Wolfsbeauftragte des Landes, Gundi Habenicht (li.) und Gabriele Fiedler, Tierärztin und Vorstandsmitglied der Salzburger Jägerschaft, untersuchen eines der gerissenen Tiere in Tenneck.  SN/max mayr melnhof
Die Wolfsbeauftragte des Landes, Gundi Habenicht (li.) und Gabriele Fiedler, Tierärztin und Vorstandsmitglied der Salzburger Jägerschaft, untersuchen eines der gerissenen Tiere in Tenneck.

Nur zwei Tage nach einer mutmaßlichen Wolfsattacke auf einer Weide direkt oberhalb des Arlbauern Christian Kronreif in Pfarrwerfen im Pongau kam es nun in der Nacht auf Dienstag zu einem gleichgelagerten, noch massiveren Vorfall im nur einige Kilometer entfernten Tenneck. Wieder soll es ein Wolf gewesen sein, der in unmittelbarer Nähe eines Bauernhofes auf einer elektrisch eingezäunten Weide letztlich zwei Widder und vier Lämmer totgebissen haben soll. Wie schon beim Vorfall in Pfarrwerfen wurden die Schafe in Nähe zu Wohnhäusern gerissen.

Landesjägermeister Max Mayr Melnhof war schon am Dienstagvormittag vor Ort: Der betroffene Hof befindet sich direkt am Rand einer Siedlung, nur rund 100 Metern von Wohnhäusern entfernt. Noch gibt es keine Bestätigung dafür, dass ein Wolf die Schafe gerissen hat, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist groß.

"Wie schon in Pfarrwerfen wurden von den getöteten Tieren DNA-Proben genommen", betont der Landesjägermeister im SN-Gespräch. Tatsache sei jedenfalls, dass "zwei Lämmer und zwei Böcke von einem sehr kraftvollen Tier regelrecht zerfetzt wurden. Zudem wurden noch zwei weitere Lämmer gerissen und schwerst verletzt. Sie mussten später notgeschlachtet werden", so Mayr Melnhof: "Ich stehe gerade vor einem Schaf, das einen massiven Biss im Brustkern aufweist, der Biss reicht bis zur Lunge."

Landesjägermeister Max Mayr Melnhof (li.) und der betroffene Tennecker Jungbauer vor einem von sechs gerissenen Schafen.  SN/max mayr melnhof
Landesjägermeister Max Mayr Melnhof (li.) und der betroffene Tennecker Jungbauer vor einem von sechs gerissenen Schafen.

Der betroffene Jungbauer sagt, dass die vier Schafe "in der Nacht auf Dienstag jedenfalls vor fünf Uhr früh gerissen wurden". Mayr Melnhof zufolge würden "diese beiden Vorfälle innerhalb von nur 48 Stunden jedenfalls massiv die Annahme stützen, dass hier ein Wolf sein Unwesen treibt". Die Schafe seien getötet und dann liegen gelassen worden. Und der Wolf, so Mayr Melnhof, "ist ja ein reiner Lusttöter". Die Gefahr sei "groß", dass in den nächsten Tagen weitere Schafe gerissen werden könnten.

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