Chronik

Bilder vom Wintereinbruch in Salzburg: Viele Panneneinsätze

Eben noch angenehm warmer Spätsommer, jetzt erste winterliche Witterungsverhältnisse: Eine Kaltfront hat Österreich erreicht, Autofahrer bekommen den Temperatursturz besonders auf höher gelegenen Straßen zu spüren.

Biker willkommen auf der Gnadenalm in Untertauern.  SN/franz taferner
Biker willkommen auf der Gnadenalm in Untertauern.

Mit dem schönen Spätsommer ist es am Wochenende vorbei. Schon am Freitag ist eine Kaltfront nach Österreich vorgedrungen, die herbstlich kühles Wetter bis hin zu Schnee in den Bergen mit sich bringt.

In der Nacht auf Samstag sank die Schneefallgrenze bereits deutlich ab. Das in 1000 Meter Seehöhe gelegene Bad Gastein zeigte sich in den Nachtstunden bereits tief verschneit. Wie auf den Bildern zu erkennen ist, fiel kein trockener lockerer, sondern schwerer stark durchfeuchteter Schnee.

Bilderstrecke - Winterlicher Samstag im Pongau:

Sommerreifen statt Schneeketten

Die Pannenhelfer des ÖAMTC verzeichneten vergangene Nacht wegen des Wintereinbruchs zahlreiche Einsätze in den Salzburger Gebirgsgauen. Auch in Obertauern waren im Neuschnee viele Autofahrer hängengeblieben oder von der Straße gerutscht. "Obwohl auf der B 99 von Untertauern bis Tweng die Schneekettenpflicht galt, waren die meisten Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs", berichtet Pannenhelfer Markus Kocher vom ÖAMTC Tamsweg. Der "Gelbe Engel" und seine Kollegen waren die ganze Nacht unterwegs, um Autofahrern in Not zur Hilfe zu eilen. "Gott sei Dank waren es nur Ausrutscher und kleine Blechschäden", sagte Kocher.

Panneneinsatz in Obertauern. SN/samtc
Panneneinsatz in Obertauern.

Zum Ausklang des Sommers hatte es am Mittwoch und Donnerstag noch Höchstwerte bis 26 Grad gegeben. "Am Wochenende ist es um zehn bis 15 Grad kälter als in den letzten Tagen, und oberhalb von 1000 bis 1300 Metern kann es schneien", sagt Bernd Niedermoser, Leiter der ZAMG-Dienststelle in Salzburg-Freisaal.

Halber Meter Neuschnee im Gebirge

Ab etwa 1500 Metern Seehöhe erwartet die ZAMG am Wochenende zwischen zehn und 30 Zentimeter Neuschnee, im Hochgebirge auch etwas mehr. Somit sind auf höher gelegenen Passstraßen winterliche Fahrbedingungen möglich. Die Höchsttemperaturen liegen Samstag und Sonntag im Großteil Österreichs nur um zehn Grad, im Süden und Osten stellenweise bei 15 Grad.

Das Land Tirol hat am Freitag wegen des Schneefalls, der für das Wochenende erwartet wird, zu Vorsicht geraten. Je nach Höhenlage könnte bis zu einem halben Meter Neuschnee fallen. Besonders bei Pass-Straßen und Spaziergängen in höher gelegenen Gebieten im Wald sollte man aufpassen.

Ortseinfahrt Obertauern. SN/franz taferner
Ortseinfahrt Obertauern.

Schnee bricht belaubte Äste

Die Bäume tragen derzeit noch Laub und daher bestehe die Gefahr von Astbruch. "Aufpassen heißt es auch beim Autofahren mit Sommerreifen, besonders im Arlberggebiet, wo teils winterliche Straßenverhältnisse herrschen können", hieß es in einer Aussendung. Auf den Pass-Straßen wie der Bielerhöhe, Paznaun, Arlberg, hinteres Lechtal, Hahntennjoch, Fernpass, Timmelsjoch, Reschenpass, Brenner, Felbertauern und Staller Sattel sei Vorsicht geboten.

Gleiches gilt natürlich auf anderen Bergstraßen im Bundesgebiet. In Salzburg etwa bei Fahrten über den Pass Thurn, die Gerlosstraße, den Radstädter Tauern (Obertauern) oder den Katschberg.

Intensive Niederschläge

Vor allem am Samstag zeigt der Wetterumsturz, was es kann. In der Prognose der ZAMG heißt es: "Dazu regnet es gebietsweise kräftig und vom Salzkammergut über die Obersteiermark bis zum Alpenostrand am Vormittag auch noch intensiv. Im Tagesverlauf lässt der Niederschlag aber deutlich nach und klingt im Osten schließlich ab."

Winterlandschaft in Untertauern. SN/franz taferner
Winterlandschaft in Untertauern.

Der Schnee bleibt liegen

Die Schneefallgrenze liegt meist zwischen 1000 und 1600 Metern Seehöhe, weiter unten ist ab und zu nasser Schneeregen mit dabei. Liegen bleiben wird der Schnee vor allem in höheren Lagen, ab 1500 Metern Seehöhe sind teils über 20 Zentimeter möglich. Teilweise aufgelockert ist es vom Karnischen Hauptkamm bis zu den Karawanken. Hier ziehen nur einzelne Schauer durch, oberhalb von 1400 Metern Seehöhe handelt es sich um Schneeschauer. In den Kammlagen bläst der Wind aus West bis Nordwest verbreitet stürmisch, dabei muss neben winterlichen Verhältnissen auch mit Schneebruch gerechnet werden! Auf 2000 Metern Seehöhe liegen die Temperaturen bei null bis minus fünf Grad.

Grünwaldkopfbahn in Obertauern. SN/franz taferner
Grünwaldkopfbahn in Obertauern.

Valentina, Wycca und Xyla

Den Umschwung hat laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ein großer Tiefdruckkomplex über Mitteleuropa ausgelöst. Eigentlich seien es sogar drei Tiefdruckgebiete, sagte eine DWD-Meteorologin, nämlich die Tiefs Valentina über Nordnorwegen, Wicca über Norddeutschland und Xyla über Oberitalien. Dieses Trio wird uns auch in der kommenden Woche eine abwechslungsreiche Witterungssituation bescheren.

Quelle: APA

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