Chronik

Der Kirchenwirt kehrt in die Taugler Gemeinschaft zurück

Früher war es der Kirchenwirt, heute ist es die "Tauglerei": Neben Yoga- und anderen Kursen eröffnet im Februar nun auch ein neues Café. Und die neuen Hausbesitzer haben auch weiterhin viel vor.

Wo es früher beim Brautstehlen hoch herging, herrscht nun viel Ruhe, der Duft von exotischen Gewürzen liegt in der Luft: In ihrer "Tauglerei" bieten Patrick und Sara Sellier seit 2015 Massagen an, Kurse in Yoga, Qigong, Ayurveda sowie Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung, für längere Kurse gibt es im Obergeschoß auch drei Ferienwohnungen. Im vergangenen Herbst haben sie nun das gesamte Gebäude gekauft und wollen die Tauglerei mit weiteren Ideen füllen.

Die erste ist eine, die schon lang auf der Wunschliste der Taugler Gemeinde steht: Am 17. Februar eröffnet ein Café mit Laden im Salettl im Erdgeschoß. Betreiben wird es die Gollingerin Alexandra Hofer, die bereits jetzt die Seminargäste in der "Tauglerei" mit ayurvedischen Gerichten bekocht. Österreichische Kaffeehausklassiker will sie ebenso anbieten wie Ayurveda-Küche, "eine kleine, feine, selbst gemachte Auswahl an Kuchen und kleinen Speisen, einfach und an der Jahreszeit orientiert, und, so weit es geht, aus regionalen Lebensmitteln, am besten von Taugler Bauern". Das Café wird vorerst mittwochs, donnerstags und freitags von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein sowie am ersten Wochenende im Monat für ein Frühstücksangebot. "Wir fangen einmal Schritt für Schritt an, wenn es gut läuft, können wir das ja immer noch ausweiten", sagt Hofer.

Herzlich willkommen an der Taugl

Mit dem Café soll der ehemalige Kirchenwirt wieder ein zentraler, lebendiger Ort der Dorfgemeinschaft werden, wünschen sich Sara und Patrick Sellier. Seit 2010 leben die beiden Deutschen in St. Koloman und fühlen sich sehr willkommen an der Taugl. "Vielleicht auch, weil wir anfangs fernab von allem im allerletzten Haus oben am Trattberg gewohnt haben, vielleicht haben wir uns damit den Respekt der Taugler erworben", schmunzeln die beiden Deutschen.

Anfangs gaben sie ihre Yoga- und Ayurveda-Kurse in der Sommerau, 2015 mieteten sie sich dann mit ihrem Seminarangebot in den oberen Stockwerken des ehemaligen Kirchenwirtes ein. Und auch weiterhin haben sie viel mit dem Gebäude vor: Die alte Großküche könnte Künstlern als Atelier dienen, auch die Idee eines Spielraums, in dem Kindern althergebrachtes Wissen und Handwerk vermittelt wird, schwirrt herum. "Das Haus war in den letzten Jahren so abgeschottet, es soll wieder Teil des Dorfes werden", sagt Sara Sellier.

"Genau so ein Café ging uns noch ab in St. Koloman"

Für Bürgermeister Willi Wallinger (ÖVP) ist die Entwicklung ein Glücksgriff, vor allem das Café: "Vor allem freut es mich, dass wir nun genau dieses Kaffeehaus bekommen, wo alle gesagt haben, das geht noch ab in St. Koloman. Ich wünsche ihnen das Beste für ihr Projekt."

Die Selliers hatten auch angeboten, mit Räumlichkeiten auszuhelfen, als kürzlich der Adeg-Nahversorger aus dem örtlichen Lagerhaus auszog. "Die Gefahr war, dass die Nahversorgung komplett eingestellt wird", sagt Bgm. Wallinger. Dies konnte man glücklicherweise abwenden, das Lagerhaus bietet nun in seinem Sortiment Waren für den täglichen Gebrauch an: Zwiebeln, Kartoffeln und Brot ebenso wie Milch, abgepackten Käse und Wurst. Die fehlenden Frischwaren will Wallinger über einen Wochenmarkt wieder an die Taugl holen, Gespräche mit Landwirten, Käsereien, Metzgereien etc. laufen, ein Gemüsebauer kommt bereits fix jeden Mittwochvormittag zum Lagerhaus.

Ein Plan, der den Selliers perfekt ins Konzept ihrer "Tauglerei" passen würde - da auch das Café mit frischen Rohstoffen aus der Region arbeiten wird, haben auch sie schon überlegt, einen Wochenmarkt zu organisieren.

Aufgerufen am 23.08.2019 um 10:52 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/der-kirchenwirt-kehrt-in-die-taugler-gemeinschaft-zurueck-23362912

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