Chronik

Der "Kleine Prinz" kommt im Herbst nach Hallein

Im Herbst wird die weltberühmte Geschichte des "Kleinen Prinzen" erstmals in Österreich auf der Halleiner Pernerinsel als szenische Oper aufgeführt - ein Mammutprojekt.

Komponist Nikolaus Schapfl aus Marktschellenberg bekam von der Familie des Autors Saint-Exupéry exklusiv die Vertonungsrechte für die Geschichte.   Claudia Henzler
Komponist Nikolaus Schapfl aus Marktschellenberg bekam von der Familie des Autors Saint-Exupéry exklusiv die Vertonungsrechte für die Geschichte.  

"Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar": Fast jeder kennt zumindest dieses Zitat aus dem "Kleinen Prinzen", viele auch die dazugehörige Geschichte des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry. Mit mehr als 140 Millionen verkauften Exemplaren gehört sie zu den erfolgreichsten Büchern der Welt.

Ein neuer Salzburger Verein hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, die weltberühmte Geschichte auf die Opernbühne zu bringen - vom 4. bis 7. Oktober auf der Festspielbühne der Pernerinsel Hallein. Die Karten sind bereits bei Ö-Ticket erhältlich sowie beim Kulturforum und beim Tourismusverband Hallein, Die zentralen Köpfe dahinter sind Komponist Nikolaus Schapfl aus Marktschellenberg und der künstlerische Leiter des Projekts, Hans-Josef Knaust, seines Zeichens Organist und Chorleiter in Maria Plain. "Wir kennen uns schon länger, haben schon mehrere Kinder- und Kammeropern gemeinsam gemacht, und jetzt haben wir uns ein größeres Werk vorgenommen", sagt Knaust.

Exklusivrechte der Familie

Vor rund 20 Jahren hat Komponist Nikolaus Schapfl, ein Absolvent des Salzburger Mozarteums, von der Famile Exupéry die Vertonungsrechte für die Geschichte des "Kleinen Prinzen" bekommen. "Ich kannte das Buch schon als Kind. Man kann in der Geschichte viele verschiedene Musiksprachen einsetzen, das war für mich als Komponist sehr ansprechend", sagt Schapfl. Er hatte sein Werk bereits fast fertig, als er darauf hingewiesen wurde, dass es für eine Veröffentlichung das Einverständnis der Rechteinhaber, also der Familie des Autors, bedürfe. Und tatsächlich: Die Familie hatte im Lauf der Jahre schon die Anfragen von mehr als 70 andere Komponisten abgelehnt, Schapfls Werk aber fand Gefallen. Schapfl erhielt die Exklusivrechte, es entstand sogar eine richtige Freundschaft. "Sie werden wahrscheinlich sogar zur Aufführung in Hallein kommen", sagt Schapfl.

Rund 150 Personen sind in das Projekt involviert

In Deutschland wurde seine Oper bereits Mitte der 2000er-Jahre an mehreren Opernhäusern aufgeführt. "In Österreich gab es bisher nur eine halb-szenische Aufführung im Mozarteum 2004, mit Gesang und Orchester, aber ohne wirkliche Inszenierung, Bühnenbild etc. Die szenische Aufführung fehlte bisher, weil die Mittel so enorm sind, die man bracht", sagt Knaust. Bereits seit zwei Jahren laufen die Vorbereitungen, vor allem die Suche nach Geldgebern für das Mammutprojekt - rund 150 Personen sind vor und hinter der Bühne tätig. Um das Ganze organisatorisch besser bewältigen zu können, haben sich die Organisatoren im Februar im Verein "Innovative Musikprojekte Salzburg" zusammengeschlossen.

Hallein habe man als Spielort ausgewählt, da sich die Stadtgemeinde und das Kulturforum sehr bemüht hätten, und auch die Festspiele ihre Unterstützung bei der Nutzung "ihrer" Bühne zugesagt hätten, sagt Knaust.

Entgegen der kindlichen Konnotation des "Kleinen Prinzen" ist das Werk aber eine "ausgewachsene Oper", betont Knaust: "Es sind stimmlich große Rollen, der Orchestersatz ist sehr virtuos, ebenso der Chor. Die Musik orientiert sich am französischen Impressionismus, an der Klangsprache der 1930er-Jahre, ich denke, das ist auch für den ,Nicht-Operngeher' sehr sehr interessant, und für Musikinteressierte sowieso."

Die Romantische Oper "Der Kleine Prinz" von Nikolaus Schapfl (Regie: Konstantin Paul) wird vom 4. bis 7. Oktober auf der Festspielbühne der Pernerinsel Hallein aufgeführt. Die Karten sind bereits bei Ö-Ticket erhältlich sowie beim Kulturforum und beim Tourismusverband Hallein.

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