Chronik

Grödig fürchtet Ausweichverkehr durch Ausfahrtssperren

Nach der Vorstellung des Maßnahmenpakets gegen den Ausweichverkehr durch Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) fordert Grödig Begleitmaßnahmen wie einen provisorischen Kreisverkehr.

Schon in den vergangenen Jahren haben sich die Gemeinden Wals-Siezenheim (Bild) und Grödig mit Durchfahrtssperren gegen den Ausweichverkehr von der Autobahn gewehrt.  SN/robert ratzer
Schon in den vergangenen Jahren haben sich die Gemeinden Wals-Siezenheim (Bild) und Grödig mit Durchfahrtssperren gegen den Ausweichverkehr von der Autobahn gewehrt. 

Die Gemeinden Grödig und Wals-Siezenheim sind wegen der Grenzkontrollen am Walserberg und dem daraus resultierenden Stau auf der A10 durch den Ausweichverkehr stark belastet. Auch andere Salzburger Gemeinden stöhnen unter Kolonnen, die sich durch ihr Ortsgebiet wälzen.

Vergangene Woche hat Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) nun ein Maßnahmenpaket präsentiert.

"Um die Anrainer von der Belastung durch Stau-Umfahrer zu entlasten und insbesondere auch aus Sicherheitsgründen sollen bei einem großflächigen Stau Ausfahrten gesperrt und weitere Verordnungen in Kraft gesetzt werden. Die Maßnahmen werden aber nur bei Bedarf aktiviert", berichtet Landesrat Schnöll. Mit Bayern sei zudem ein Pakt geschlossen worden, der einen Verzicht auf die Hauptausweichroute über die B160 (über Berchtesgaden und Bad Reichenhall bzw. Inzell) vorsieht, solange sich keine langen Rückstaus bilden.

Sollte auf der Tauernautobahn der Verkehr zum Stillstand kommen, werden aber die Abfahrten Puch-Urstein (in Richtung Norden) und Kuchl (Richtung Süden) für alle Fahrzeuge gesperrt. "Die Abfahrtssperren sollen nur dann ausgelöst und aufgestellt werden, wenn es wirklich notwendig ist. Und dann nur für wenige Stunden", so Schnöll.

Vereinbarung mit Bayern getroffen

Es sei gelungen, gemeinsam mit den Bayern eine Vereinbarung gegen den Ausweichverkehr und für ein besseres Grenzmanagement zu schließen. "Wir haben vereinbart, dass sich Bayern um ein intelligentes Grenzmanagement kümmert, das noch rechtzeitig zum Sommerreiseverkehr installiert wird", so Schnöll.

Zudem werde auch die dritte Abfertigungsspur umgesetzt. Bayern hat zugesagt, am 1. Juli mit den Bauarbeiten zu beginnen, bis Ende Juli soll ein Provisorium zur Verfügung stehen.

Alle anderen Abfahrten entlang der A10 im Bundesland Salzburg - außer in Salzburg Süd - werden durch Verordnungen im untergeordneten Straßennetz nur für den Zielverkehr offen sein, sobald sich ein möglicher Ausweichverkehr abzeichnet. Einheimische und Gäste, die ihre Unterkunft in der Nähe gebucht haben, können abfahren. Alle gesetzten Maßnahmen würden nur bei Bedarf in Kraft treten, versichert Schnöll. "Aber wir sind vorbereitet für alles, was kommen kann."

Neu ist in diesem Sommer eine Einsatzzentrale zur Koordinierung des Verkehrs. Spezialisten von Behörden, Polizei und Asfinag werden das Geschehen an sechs Wochenenden im Sommer zwischen 13. Juli und 18. August im Blick behalten, treffen bei Bedarf Entscheidungen und kümmern sich auch um die Kommunikation.

"Grödig darf nicht im Verkehrschaos versinken." Herbert Schober, Bgm. Grödig

Nicht wenig Kopfzerbrechen macht das neue Maßnahmenpaket Grödigs Bürgermeister Herbert Schober. "Grödig darf nicht im Verkehrschaos versinken, wenn die Abfahrten an der Tauernautobahn gesperrt werden. Wir befürchten, dass dann die Route Richtung Berchtesgaden, Bad Reichenhall bzw. Inzell über Grödig aktiviert wird." Es brauche für die Marktgemeinde Grödig entsprechende Begleitmaßnahmen. Für die Kontrolle der Durchfahrtssperre durch die Gemeinde seien ausreichend Polizisten notwendig. "Das wurde zwar bisher immer versprochen, aber nicht umgesetzt. Außerdem brauchen wir einen provisorischen Kreisverkehr, denn sonst kommt es im Kreuzungsbereich zum Chaos." Zudem müsse eine Sperre der Landesstraße von Fürstenbrunn zum Latschenwirt angedacht werden, wo trotz Fahrverbot auch immer wieder Wohnmobile oder Autos mit Wohnwagen die enge Bergstraße nutzen.

"Die beste Lösung wäre ein Ende der Grenzkontrollen, denn wir wissen, dass das der Auslöser für den Stau auf der Autobahn Richtung Deutschland und den Ausweichverkehr durch Grödig ist", so Bürgermeister Schober.

"Zu Pfingsten hat man gesehen, wie es funktioniert." Joachim Maislinger, Bgm. Wals-Siezenheim

Für die Gemeinde Wals-Siezenheim würden die geplanten Sperren der Autobahnabfahrten keine Wirkung haben, sagt Bürgermeister Joachim Maislinger (ÖVP). "Bei uns ändert sich dadurch gar nichts, da müssten schon die Abfahren Salzburg-West und Flughafen gesperrt werden, aber das ist nicht durchführbar", sagt Maislinger. Seiner Meinung nach werde sich die deutsche Seite im Sommer bei den Grenzkontrollen zurückhalten, damit nicht die Ausweichroute über Berchtesgaden aktiviert wird.

"Man hat ja am Pfingstwochenende gesehen, dass es bestens funktioniert hat. Wenn das so gehandhabt wird, haben wir kein Problem", meint der Ortschef von Wals-Siezenheim. Die beste Lösung sei nicht der Bau der dritten Abfertigungsspur am Walserberg, sondern die generelle Aufhebung der Grenzkontrollen. Maislinger: "Wir haben ja so schon genug Verkehr auf der Autobahn. An der Grenze kommt ja der Verkehr von der Tauernautobahn und aus Richtung Wien zusammen, da staut es schon ohne Grenzkontrollen." Dennoch sei er guter Dinge, dass man die Situation in den Griff bekommen könne.

Aufgerufen am 15.09.2019 um 06:27 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/groedig-fuerchtet-ausweichverkehr-durch-ausfahrtssperren-72952333

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