Chronik

Insolvente Postalm hat neuen Eigentümer

Die Postalm-Liftgesellschaft gehört seit Kurzem einem Wiener Anwalt. Er will investieren und hat auch die Region im Boot. Offen ist aber noch, ob die Gläubiger einen Schuldenschnitt akzeptieren.

Die Postalm-Liftgesellschaft ist seit Juli in Konkurs. Nun gibt es neue Hoffnung. SN/robert ratzer
Die Postalm-Liftgesellschaft ist seit Juli in Konkurs. Nun gibt es neue Hoffnung.

Die Postalm-Liftgesellschaft ist seit Juli in Konkurs. Im August hat der Masseverwalter die Lifte zum Verkauf ausgeschrieben. Es sah nach dem Ende der Winterpark Post alm GmbH & Co. KG aus.

Nun gibt es neue Hoffnung: Vor wenigen Tagen hat der bisherige Eigentümer, der Steirer Karl-Heinz Prentner, die Lifte um einen Euro verkauft. Neuer Eigentümer sind der Wiener Anwalt Michael Proksch und sein Linzer Partner Linus Pilar. Prentner: "Proksch will die Lifte selbst weiterbetreiben. Ich glaube, es geht sich noch aus, dass sie im Winter wieder fahren, wenn er jetzt die Revisionen angeht."

Proksch sagt, er habe das Skigebiet mit Pilar gekauft, weil es ihm "ein persönliches Anliegen" sei: "Meine Familie stammt aus Ischl bzw. Wels. Ich habe auf der Postalm Ski fahren gelernt. Pilars Vater stammt aus Ebensee. Wir gehen mit unseren Familien jedes Jahr hier Ski fahren. Als wir für die Urlaubsplanug festgestellt haben, dass die Postalm geschlossen hat, haben wir gesagt, wir schauen uns das an. Das ist eine emotionale Sache für mich."

Aber wie will er aus dem Konkurs herauskommen? Proksch: "Wir haben einen Sanierungsplanantrag beim Masseverwalter eingebracht. Wir wollen 20 Prozent der Schulden binnen zwei Jahren zurückzahlen." Er habe noch nicht mit den Gläubigern gesprochen - "dafür mit allen Playern in der Region, von den Gemeinden bis zur Mautstraßengesellschaft". Über die Höhe der möglichen Investitionen wollte er keine Angaben machen.

Die jährlichen Abgänge, die der Betrieb des Skigebiets bisher immer verursacht hat, sieht der Anwalt gelassen: "Das sind aus wirtschaftlicher Sicht zuletzt nur die Abschreibungen in Höhe von rund 180.000 Euro gewesen. Daran arbeiten wir noch." Er will bis zu einer Sanierungsplan-Tagsatzung, die noch Ende September stattfinden könnte, "ein tragfähiges Konzept ausarbeiten". Neuer Geschäftsführer solle sein Partner Linus Pilar werden.

Ob er auch in die nötige Infrastruktur, etwa eine Beschneiung, investieren werde, ließ Proksch noch offen. Konkreter wurde diesbezüglich der Strobler Tourismusverbandsobmann Ferdinand Laimer. Er hat im Hintergrund die Gespräche der letzten Wochen koordiniert. Laimer: "Eine halbe Million kommt von den neuen Eigentümern, auch über Crowdfunding. Die Gemeinden und Tourismusverbände aus der Region sowie das Land Salzburg schießen Geld zu für die Investitionen." Die Höhe der Gemeindebeiträge, im Boot seien Strobl, St. Gilgen, Abtenau und St. Wolfgang (OÖ), müsse aber noch verhandelt werden. Auch die Strobler Mautstraßengesellschaft und die Wirte auf der Alm seien dafür. Die Grundeigentümer würden der Neuübernahme zustimmen und die Pachtverträge verlängern: "Da gibt es bereits mündliche Übereinkünfte." Am 19. September solle bei einem Gipfel bei LH Wilfried Haslauer (ÖVP) der Deal finalisiert werden, sagt Laimer: "Haslauer hat bereits zehn Prozent der Investitionssumme zugesagt. Aber wir wollen mehr, weil wir in den nächsten fünf Jahren über eine Million Euro am Berg investieren wollen. Wir wollen einen Lift ersetzen, einen Beschneiungsteich machen und ein neues Pistengerät anschaffen." Aber wie geht es mit den rund 800.000 Euro Altschulden weiter? Laimer ist optimistisch: "Da gibt es eine Sanierung durch Proksch. Es wird einen Vergleich mit dem Hauptgläubiger Raffeisen geben. Das ist schon ziemlich final verhandelt."

Optimistisch sieht die Übernahme auch der Strobler Bgm. Josef Weikinger (ÖVP): "Proksch ist Anwalt und wird sich nicht so leicht einen Konkurs leisten können." Er habe mit ihm bereits einmal gesprochen: "Da hatte ich einen sehr positiven Eindruck."








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