Chronik

Junges Ehepaar gründet Firma in New York

Veränderung? Ja, bitte! Die gehört zu den beiden 25-jährigen Carolina und Dominik Waitzer genauso wie der Blick auf Handy und Display. Mit ihrer Webdesign- und Online-Marketing-Firma wagen sie sich nun über den großen Teich.

Handyfreie Zeit? Die gibt es für Carolina und Dominik Waitzer nur zu Weihnachten. Das digitale Online-Geschäft ist das Leben des jungen Ehepaars. SN/sw/kabö
Handyfreie Zeit? Die gibt es für Carolina und Dominik Waitzer nur zu Weihnachten. Das digitale Online-Geschäft ist das Leben des jungen Ehepaars.

Ihrer beider Tag hat 13 bis 16 Stunden und sie verbringen fast jede Minute miteinander: Dominik Waitzer aus Eugendorf und seine Frau Carolina aus Obertrum. Sie sind seit acht Jahren ein Paar, seit drei Jahren Eheleute.

Die ersten Jahre verbrachte Dominik Waitzer in der Stadt Salzburg, er besuchte die Volksschule in Schallmoos. Nach dem Umzug nach Eugendorf war er Hauptschüler in der Gemeinde. "Gleich nach der Hauptschulzeit habe ich Carolina kennengelernt", sagt Dominik. Mit 18 sind beide zusammengezogen, in Wals-Himmelreich machte der junge Mann seine Lehre als Medienfachmann, Schwerpunkt "Web", bei der Firma "Euroweb".

Später war er Art-Direktor bei einem Musikverleger. Gemeinsam übersiedelte das Paar nach Wien, "da hatten wir mehr Möglichkeiten". Und 2012 machte sich Dominik Waitzer mit seinem Einzelunternehmen "DeSight Studio" selbstständig.

Die Lust nach Veränderung trieb die beiden im September 2015 nach München - "genau zur Oktoberfestzeit". In Wien haben sie in drei Jahren vier Mal die Wohnung gewechselt. "Wir haben immer eine noch bessere gefunden." In München sollte das anders sein, denn hier leben sie an einem adäquaten Platz nur sieben Minuten von der Innenstadt entfernt. Auch die Entwicklung der Mietpreise spricht dagegen. Caroline Waitzer entwickelte erst Apps für "Mydays", Dominik war bei "Stellenanzeigen.de" angestellt. Das war für ihn nicht zufriedenstellend. "Wenn du die Selbstständigkeit gewöhnt bist, dann bleibt immer der Wunsch danach." So gründete er die "DeSight Holding Gesellschaft" mit einer dazugehörigen Tochtergesellschaft.

Seitdem sind beide Geschäftsführer im Unternehmen, haben ihr Modell geändert und lagern Leistungen - meist im technischen Bereich - an 35 Partner aus. "Es ist ein Privileg", sagen sie.

Das meiste an Arbeit bleibt selbstredend bei den zweien. Nicht umsonst ist ihr Arbeitstag so lang und ein Display ist immer in greifbarer Nähe. "Es gibt keine handyfreie Zeit, denn am Ende des Tages geht's ums Geld."

Erst hatten sie kleine Kunden in Österreich, weiteten ihr Portfolio - Marketing, E-Commerce, Webdesign und mobile Apps - auf Bayern, dann auf den Rest Deutschlands aus. Auch über Kunden in Frankreich und einen neuen in Mailand in der IT-Sicherheit freuen sich die zielstrebigen Jungunternehmer. Für sie ist noch lange nicht Schluss, so reifte die Entscheidung, "einmal in die USA zu gehen". Aus "einmal " wurde "bald einmal" - so ist es in Kürze so weit, dass sie einen Vertriebsmitarbeiter in New York in einem Art Coworking Space nahe der Wall Street sitzen haben. "Wir überlegten, wo würde eine Niederlassung Sinn haben?" Aufgrund der Zeitverschiebung ist es anstatt der Westküste die Ostküste mit statt neun Stunden sechs Stunden Zeitverschiebung geworden.

In heimischen Gefilden wickelten sie im E-Commerce- und Online-Marketing-Bereich etwa die Agenden vom Altstadthotel in Salzburg, dem Kaserer Bräu oder dem "Schwarzen Kamel" in Wien ab. "Man muss sich immer auf Veränderungen einlassen, vor drei Jahren war noch alles anders. Und man kann sich darauf vorbereiten, dass auch in den nächsten drei Jahren die Karten in unserem Arbeitsfeld neu gemischt werden. " Als Zweierteam haben sie den Vorteil, dass die Entscheidungen schneller fallen. "Das ist eine unserer Stärken. Zudem spielen wir uns auf jedes Unternehmen ein." Und wenn sie etwas nicht können? "Dann lernen wir es." Das habe bis dato perfekt funktioniert.

Die Affinität zur Welt der Computertechnologie verdankt Dominik seinem Stiefvater, der ihm mit fünf Jahren einen Computer vor die Nase gesetzt hat. "Erst war es nur ein Herumdrücken, dann
war bald das Interesse für die Software geweckt."

Die größte Herausforderung für das Paar ist, "anders als der Rest, dabei aber authentisch zu sein".

Und die Zukunft? "Die wird stressig. Nun steht New York im Vordergrund. Und es wird schwierig, weil uns in zwei Jahren sicher wieder was Neues einfällt." An das rastlose Leben hat sich mittlerweile auch die Familie gewöhnt. "Unsere Familie ist eine große Stütze." Und das Schönste ist für die Workaholics immer noch das Heimkommen in die Heimat. Mindestens ein Mal im Monat gönnen sie sich dann eine Extrawurst und Kräuterweiße und "tun mal gepflegt nichts". Und ansonsten? "Leben wir den Traum, den wir uns zusammenbasteln."

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