Chronik

Michael Max - der Rektor von St. Virgil macht Karriere in Rom

Ein Salzburger Kirchenmann wechselt nach Rom. Der Priester Michael Max wurde an die Spitze des päpstlichen Instituts Santa Maria dell' Anima in Rom bestellt. Er tritt diese Aufgabe mit 1. September 2020 an und wird dann Nachfolger von Franz Xaver Brandmayr aus der Erzdiözese Wien.

Der Rektor von St. Virgil, Michael Max (49), darf sich über einen Karrieresprung freuen: Er wird mit 1. 9. 2020 für sechs Jahre Rektor des päpstlichen Institutes Santa Maria dell' Anima in Rom. Max: "Ich bin wirklich gerne in Salzburg. Aber die Anima ist eine Einrichtung, mit der ich seit 30 Jahren verbunden bin." Von 2003 bis 2005 war Max als Student bereits Vizerektor dort. Wie es dazu kam? Das Vorschlagsrecht für den Job habe die österreichische Bischofskonferenz: "Erzbischof Lackner hat mich vor einem Jahr gefragt, ob ich das machen will." Mittlerweile ist die Personalie auch von Rom bestätigt, sagt der gebürtige Gmundner. Warum ist gerade er es geworden? "Vielleicht hat mein Alter eine Rolle gespielt. Viele Studenten dort sind Anfang 30 und es ist gut, wenn man da noch einen Bezug zu ihnen hat." Max ist seit 1859 der zweite Salzburg, der dort Rektor wird.

Die Anima wurde um 1350 gegründet und sei am besten mit einer Klostergemeinschaft vergleichbar: "Meine Rolle ist eher die eines Abtes. Dort leben rund 25 Studenten, großteils aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch aus Polen, dem Baltikum oder Lateinamerika, die für drei bis vier Jahre an den diversen Hochschulen studieren. Um die kümmern wir uns." Zweite Aufgabe des Rektors ist die Führung der deutschsprachigen Pfarre in Rom: "Da gilt es, Gottesdienste zu halten - und es gibt Taufen, Firmungen, Begräbnisse, aber auch Pfarrcafès und Hochzeiten."

Seine dritte Aufgabe wird die Seelsorge für die tausenden Pilger aus dem deutschsprachigen Raum, die jedes Jahr nach Rom strömen. Für sie müsse man Gottesdienste, Stadtführungen oder Karten für die Papstaudienz organisieren, sagt Max - der auch dafür auf rund 50 Mitarbeiter zurückgreifen kann.

Laut Insidern gilt die Anima als Kaderschmiede für Kirchenkarrieren. Max lacht: "Das ist nicht ganz falsch. Denn wenn eine Diözese Leute zur Spezialausbildung nach Rom schickt, hat sie mit ihnen auch etwas vor." Wird der Neo-Rektor nun in die innersten Machtzirkel des Vatikans aufsteigen und wöchentlich den Papst treffen? Max verneint: "Die Anima hat mit dem Papst nichts zu tun und ist auch räumlich nicht im Vatikanstaat."

Max war nach seiner Weihe 1996 zuerst Kooperator; nach den Studien in Rom hat er 2006 promoviert. Später war er Stadtpfarrer in Neumarkt. Aktuell ist er neben Virgil-Rektor auch Leiter des Liturgiereferats, Chef der Hochschulgemeinde (KHG) und Mitglied im Konsistorium. Die Leitungsjobs in Virgil und der KHG werde er wohl abgeben: "Aber ich glaube, dass es möglich sein wird, weiterhin manche Aufgaben in der Erzdiözese zu erfüllen."

Was er in Rom am meisten vermissen wird? "Die Festspiele; von Ostern über Pfingsten bis zum Sommer." Max outet sich auch als Fußballfan: Dienstagabend war er daher "selbstverständlich beim Spiel gegen Liverpool." Im Vorfeld gab er sich hoffnungsvoll: "Vielleicht geht es ja weiter in der Champions League."

Aufgerufen am 29.01.2020 um 05:20 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/michael-max-der-rektor-von-st-virgil-macht-karriere-in-rom-80465248

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