Chronik

Neue Gruber-Orgel: 2000 Pfeifen, 30 Register - und W-Lan

In dem salzburgweit einzigartigen Instrument steckt nicht nur viel Instrumentenbaukunst, sondern auch viel High-Tech - vom eigenen W-Lan bis zur Steuerung via Handy-App.

Philipp Pelster vom Kirchenmusikreferat führte die Möglichkeiten des neuen Instruments vor. SN/sw/petry
Philipp Pelster vom Kirchenmusikreferat führte die Möglichkeiten des neuen Instruments vor.

Für den Laien sieht die Orgelempore der Halleiner Stadtpfarrkirche mehr oder weniger aus wie immer, nur eben frisch gestrichen. Hinter dieser (denkmalgeschützten) Fassade aber stecken rund 700.000 Euro an Investitionen und mehr als zehn Jahre Vorbereitungszeit für ein modernes Orgelinstrument der Extraklasse. "Das hier ist keine Standardorgel", sagt Philipp Pelster, Orgelexperte im Kirchenmusikreferat der Erzdiözese. "Es ist sozusagen ein Grundinstrument aus den 1860ern mit modernen Erweiterungen, ideal für romantische Musik aus Grubers Zeit, aber natürlich kann auch alles andere darauf gespielt werden."

"Einen zweiten Spieltisch haben sonst nur die Basilika Mariazell und der Stephansdom." Philipp Pelster, Orgelexperte

Neben rund 2000 Pfeifen in 30 Registern mit zwei Manualen und Pedal steckt auch viel Hightech darin: Der Organist kann bevorzugte Sounds und Registerkombinationen elektronisch abspeichern, gestimmt werden kann die Orgel via Handy-App und eigens eingebautem W-Lan. Zudem soll noch ein zweiter Spieltisch angeschafft werden, sodass der Organist, zum Beispiel bei Konzerten, unten am Altar sitzen kann, wo ihn das Publikum sieht. "Das haben in Österreich bislang nur der Stephansdom in Wien und die Basilika Mariazell", sagt Orgelexperte Philipp Pelster.

1963 war das ursprüngliche Instrument von 1864 durch ein neues ersetzt worden, dieses erwies sich aber bald als schadhaft: "Schon in der 1980ern, 1990ern gab es Überlegungen, eine neue Orgel anzuschaffen", sagt Dechant Johann Schreilechner. Gedauert hat es schließlich bis heuer: 2007 gründete sich die "Initiative Neue Halleiner Stille Nacht Orgel", die mit Spendenaktionen und Benefizkonzerten bis heute rund 150.000 Euro auftrieb. Jeweils ebenso viel steuern Stadt und Land bei, der Restbetrag kommt von der Pfarre Hallein bzw. durch einen zweiten Spendenaufruf der Orgel-Initiative.

Bei der Messe am kommenden Sonntag (9 Uhr) wird die Orgel feierlich eingeweiht und dann eifrig genutzt: Im Rahmen des Festivals "Gruber & Mohr" werden bis Weihnachten sechs Messen von Stille-Nacht-Komponist Franz Xaver Gruber und sieben Orgelkonzerte aufgeführt.

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