Chronik

Omikron: Auch Salzburger Labor meldet ersten Verdachtsfall

Nach den Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Oberösterreich musste auch das Land Salzburg am Montag das Auftauchen der neuen Virusvariante vermelden. Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz betonte, wegen Omikron keinesfalls mit der dritten Impfung zu warten.

Die neue Variante B.1.1.529. SN/www.imago-images.de
Die neue Variante B.1.1.529.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch in Salzburg der erste Verdachtsfall auf die Corona-Variante "Omikron" auftauchen wird. Am Montag zeigten sich bei einer positiven Probe eines Wieners, der am Freitag aus Südafrika kommend auf dem Flughafen Salzburg gelandet war, im Salzburger Labor Medilab Hinweise auf die neue Variante. Die genaue Sequenzierung erfolgt in den nächsten Tagen von der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit). Der Mann hatte sich offenbar an seinem Zweitwohnsitz in einer Teststraße einem PCR-Test unterzogen. Die Probe wurde daher in Salzburg ausgewertet.

Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz sagte, es gebe derzeit keine Kenntnis über Kontaktpersonen in Salzburg. Das überregionale Contact Tracing sei voll angelaufen. Mit dem Kennwort "Reiserückkehrer Südafrika" sollten alle Heimkommenden aus dem Süden Afrikas bei 1450 anrufen. Bis Montagnachmittag haben sich acht Rückkehrer gemeldet, die Testergebnisse standen noch aus.

Juhasz ist der Meinung, dass die Omikron-Variante ähnlich wie Delta nicht aufzuhalten sein wird: "Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sie ansteckender sein könnte. Wichtig ist mir zu betonen: Bitte nicht mit der Impfung oder auch mit der Auffrischung auf einen angepassten Impfstoff warten. Auch die bisherigen Impfstoffe dürften nach derzeitigem Kenntnisstand gegen die neue Variante wirken."

Wie schnell sich die neue Virusvariante mit welchen Folgen verbreiten wird, kann derzeit niemand genau sagen. In Salzburgs Spitälern ist jedenfalls die Lage weiter extrem angespannt, auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag auf knapp 1400 Infizierte pro 100.000 Einwohner gesunken ist (rund 400 weniger als vor einer Woche). Paul Sungler, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken, befürchtet aufgrund des Verzögerungseffekts, dass die Zahl der Coronapatienten in dieser Woche weiter steigen wird. Derzeit habe man auf den Normalstationen noch eine Reserve von bis zu 30 Betten und rund 10 Betten auf den Intensivstationen. Sungler betonte, dass man aber keine Covid-Patienten mehr in andere Bundesländer oder nach Bayern bringen könne, weil man auch dort an die Kapazitätsgrenzen gekommen sei. "Wir sind jetzt auf uns allein gestellt."

Landesstatistiker Gernot Filipp zeigte sich aufgrund der jüngsten Infektionszahlen am Montag vorsichtig optimistisch. Die derzeitigen Rückgänge seien vor allem auf die 2-G-Regel und den Lockdown für Ungeimpfte zurückzuführen. Der Lockdown für alle sollte nächste Woche durchschlagen. Positiv stimmt Filipp auch die große Zahl der Drittimpfungen, allein rund 42.500 vergangene Woche. Auch das würde die Infektionszahlen senken. Im Hinblick auf ein mögliches Lockdown-Ende ab 12. Dezember müsste die Infektionszahlen aber noch deutlich schneller zurückgehen. Christian Pucher, Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), sagte, man werde in enger Abstimmung mit den Experten entscheiden. Bisher sei man von einer Lockdown-Dauer von drei bis vier Wochen ausgegangen.

Aufgerufen am 19.05.2022 um 05:57 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/omikron-auch-salzburger-labor-meldet-ersten-verdachtsfall-113259568

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