Chronik

Salzburger in Südafrika mit Machete ermordet

Eduard Neumeister verließ den Pongau in den 1970er-Jahren, blieb seiner Heimat aber verbunden. Ein Räuber brachte den 67-Jährigen am Samstag um.

Tommy und Sylvia Neumeister mit ihrem Vater „Edi“ (Mitte) vor einem Nelson-Mandela-Denkmal in der Nähe von Howick, wo das Mordopfer lebte. SN/privat
Tommy und Sylvia Neumeister mit ihrem Vater „Edi“ (Mitte) vor einem Nelson-Mandela-Denkmal in der Nähe von Howick, wo das Mordopfer lebte.

Auf Bildern aus seiner "Edi's Wurstbude" ist Eduard Neumeister lächelnd in schwarzem T-Shirt mit aufgedruckter rot-weiß-roter Fahne zu sehen. Obwohl der 67-Jährige seiner Pongauer Heimat - er stammte laut seinem Sohn Tommy aus Bischofshofen - vor Jahrzehnten den Rücken gekehrt hatte und nach Südafrika ausgewandert war, blieb er seinen Wurzeln immer verbunden. In dem Restaurant sei Wiener Schnitzel und Gulasch serviert worden. "Er war ein Vollblutösterreicher. Seinen typischen Salzburger Akzent hat er bis zuletzt noch gehabt", erzählt Tommy Neumeister. Ins Bild passt da auch die Gastfreundschaft, die Eduard Neumeister laut seinem Sohn gelebt hat.

Am vergangenen Samstag wurde sein Vater von einem unbekannten Angreifer mit einer Machete ermordet. Der 67-Jährige war laut lokalen Medien in der Früh dabei, auf seinem mit einem Elektrozaun gesicherten Anwesen nahe Howick in der Provinz KwaZulu-Natal im Osten des Landes seine beiden Hunde zu füttern, als sich ein Unbekannter Zutritt verschaffte. Der Täter streckte Neumeister demnach nieder und ging dann auf die Lebensgefährtin des Opfers los, die gerade das Frühstück zubereitete. Während der Angreifer von der Frau Geld forderte, soll Neumeister noch einmal auf die Beine gekommen sein und versucht haben, seiner Freundin zu helfen, worauf er neuerlich mit der Machete attackiert wurde. Neumeister starb, seine Lebensgefährtin schaffte die Flucht. Der Täter entkam, bevor die Polizei eintraf.

Das Außenministerium bestätigt den Todesfall des Auslandsösterreichers. "Unsere Botschaft ist mit den Angehörigen und mit den südafrikanischen Behörden in Kontakt", heißt es von Sprecher Peter Guschelbauer.

Tommy Neumeister, der in Hessen lebt, erzählt den SN, er habe von einem Freund der Familie vom Mord erfahren. Der 40-Jährige, der in Deutschland im Einzelhandel beschäftigt ist, geht von einer jener Gewalttaten aus, die sich in Südafrika häufig gegen weiße Farmer richten. Hunger und Not in der Bevölkerung trage dazu bei, dass es zu extremen Übergriffen komme. "Die Brutalität, die kennt man als Europäer nicht, wenn man nicht in Südafrika aufgewachsen ist."

Tommy Neumeister sagt, er sei mit der lokalen Regierung in Kontakt, um trotz der Reisebeschränkungen infolge der Covid-19-Pandemie nach Südafrika reisen zu können. Über den Stand der Ermittlungen sei er kaum informiert, nur so viel: "Ich weiß, dass sie Handschuhe gefunden haben. Die sind in Pretoria und werden auf Fingerabdrücke untersucht."

Was ihm von seinem Vater in Erinnerung bleiben wird? "Sein Humor, seine Offenheit, seine Sprüche. Und wie er als Opa für seine Enkel geworden ist und diese Rolle ausgelebt hat."

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