Chronik

Laborproben ergaben: Kein Coronavirus in Salzburg

Entwarnung: Keiner der vier Personen, die mit Verdacht auf Coronavirus im Universitätsklinikum aufgenommen wurden, hat sich infiziert.

Die Erleichterung ist zu spüren. Am Samstagmittag waren die Laborproben ausgewertet: "Die Proben sind negativ", sagt Wolfgang Fürweger, Sprecher des Uniklinikums. Die vier Personen können das Krankenhaus am Nachmittag verlassen.

Gemäß dem vorgeschriebenen Prozedere hat das Uniklinikum Proben an das Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien geschickt. Dort wurde keine Infektion mit dem "2019-nCov" genannten Virus festgestellt. "Wir können Entwarnung geben. Die vier Corona-Verdachtsfälle, die im Uniklinikum Salzburg behandelt wurden, haben sich nicht bestätigt", sagt Gesundheits- und Spitalsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Die Patienten waren auf der Isolierstation der Universitätsklinik für Innere Medizin III. "Alle Einheiten vom Uniklinikum über die Landessanitätsdirektion, die Gesundheitsämter in den Bezirkshauptmannschaften und die Rettungsdienste waren und sind auf solche Fälle vorbereitet und eng vernetzt. Die Zusammenarbeit und das Management mit Verdachtsfällen hat bestens funktioniert", betont Stöckl.

Als Zentralkrankenanstalt hält das Uniklinikum rund um die Uhr eine Isolierstation bereit. Dort wurden schon in der Vergangenheit heikle Fälle wie ein Ebola-Verdacht oder MERS-Infektionen behandelt und betreut. "Das Team aus Ärztinnen und Ärzten und Pflege ist bestens eingespielt. Unsere Fachleute können auch mit dem Coronavirus umgehen. Die Bevölkerung kann also beruhigt sein." Zudem steht die Landessanitätsdirektion in ständigem Austausch mit dem Gesundheitsministerium.

Verdacht nach China-Urlaub

Am Freitag wurden eine 30-jährige Chinesin und ein 31-jähriger Österreicher nach ihrer Rückkehr von einem Chinaurlaub in einem Isolierzimmer des Universitätsklinikums aufgenommen. Bereits am Donnerstagabend war eine 57-jährige Salzburgerin und ihr Ehemann wegen Magen-Darm-Problemen nach einem Chinaaufenthalt in einem Isolierzimmer im Uniklinikum untergebracht worden.

Vorsicht ließ auch das Amt für Öffentliche Ordnung der Stadt Salzburg walten. Mitarbeiter der Stadt klärten ab, ob die vier Personen mit Verdacht auf Coronavirus Kontakt mit anderen Personen hatten. "Dabei wird abgeklärt, wie eng der Kontakt war und wie der gesundheitliche Zustand der Kontaktpersonen ist", erklärte Dr. Michael Haybäck, Leiter des Amts für öffentliche Ordnung am Samstag. Die Behörden beobachteten das so genannte Bewegungsprofil und das Kontaktprofil der betroffenen Personen.

Die Maßnahmen des Ordungsamtes seien rechtlich verankert. So hätten die Personen bei den Befragungen Auskunftspflicht. "Wir gehen jedoch sehr vorsichtig vor und wollen keine Hysterie auslösen. Alles, was bisher getan wurde, ist Routinearbeit der Behörde", so Haybäck.

Weitere Verdachtsfälle erwartet

In Salzburg stellt man sich auch auf weitere Verdachtsfälle auf den neuen Virus ein, sagt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. "Ganz China gilt mittlerweile als Risikogebiet. Und derzeit grassieren sehr viel respiratorische Infekte. Wir gehen davon aus, dass sich noch weitere Menschen melden werden, die mit einem Infekt von einer Reise aus China zurückkommen."

In Österreich würden deshalb auch die Kapazitäten für die Tests erhöht werden, sagt Primar Richard Greil. "Ab Montag soll auch die Agentur für Ernährungssicherheit Tests auf das Coronavirus durchführen. Das soll dort 24 Stunden möglich sein. Und wir arbeiten daran, künftig auch selbst einen Test durchführen zu können."

Quelle: SN

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