Chronik

Von Radstadt bis Lofer: Dieser Jänner war ein Jahrhundertereignis

Es fiel nicht nur so viel Schnee wie selten zuvor: Auch in Sachen Niederschlag, Kälte und Lasten herrschte Ausnahmezustand - speziell in Salzburg.

In manchen Gegenden Salzburgs war dieser Jänner ein Jahrhundertereignis SN/robert ratzer
In manchen Gegenden Salzburgs war dieser Jänner ein Jahrhundertereignis

Jetzt ist es sozusagen amtlich: Ein solches Winterereignis wie in diesem Jänner gibt es nur alle 100 Jahre. In Fieberbrunn, dessen Messwerte für die Region Leogang, Maria Alm und Dienten repräsentativ sind, betrug die Neuschneemenge von 1. bis 15. Jänner gigantische 4,5 Meter - das ist absoluter Rekord.

Aber auch die Schneemengen in Lofer (2,6 Meter) und in Abtenau (2,4 Meter) fallen in die Kategorie Jahrhundertereignis. Speziell der Umstand, dass derart viel Schnee in so kurzer Zeit gefallen sei, mache den heurigen Jänner "außergewöhnlich, fast wild", sagt Bernhard Niedermoser, der Chef der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) in Salzburg.

Eine hartnäckige Nord- und Nordwestwetterlage führte speziell in Salzburg und Nordtirol zu diesem winterlichen Ausnahmeereignis, das die Meteorologen der ZAMG nun mit weiterem statistischen Material unterfütterten. So fiel in Salzburg im Flächenmittel in diesem Jänner um 150 Prozent mehr Niederschlag als sonst. Damit gehört das Gebiet von Vorarlberg bis Salzburg zu den zehn niederschlagsreichsten der vergangenen 160 Jahre.

Der - laut ZAMG - relativ nasseste Ort österreichweit kommt ebenfalls aus Salzburg, es ist St. Veit im Pongau mit 200 Millimetern Niederschlag. Das ist eine Abweichung vom Monatsmittel der Jahre 1981 bis 2010 um gleich 319 Prozent. Weshalb auch die Sonne in Salzburg um 50 bis 65 Prozent weniger schien als in einem durchschnittlichen Jänner.

Was manche überraschen wird: Dieser Jänner war auch in Sachen Kälte rekordträchtig. Österreichweit lagen die Temperaturen auf den Bergen und auch in vielen Tälern deutlich unter dem klimatologischen Mittel. Ähnlich kalt war es auf den Bergen in einem Jänner zuletzt 1987. Und auch den Kälterekord brach eine Salzburger Messstation - jene in Radstadt im Pongau, und das gleich zwei Mal (24. und 30. Jänner) mit jeweils minus 20,8 Grad.

Und noch ein Rekord: Die Kombination aus viel Schnee und Regen sorgte für extreme Lasten auf den Dächern. Was die ZAMG bis heute beschäftigt. Private wie Firmen brauchen für den Versicherungsfall Gutachten, die diesen außergewöhnlichen Jänner dokumentieren.

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