Kultur

Alfred Brendel: "Verneige mich vor dem Wunder Mozart"

Die Geburtsstadt Mozarts feiert dessen 258. Geburtstag damit, dass sie einen wichtigen Interpreten seiner Werke würdigt: Alfred Brendel erhielt die goldene Mozart-Medaille.

Alfred Brendel: "Verneige mich vor dem Wunder Mozart" SN/sm/lienbacher
Alfred Brendel erhielt die goldene Mozart-Medaille.


Um Gold mit Mozart zu gewinnen, ist es wie auf dem Hahnenkamm: Es geht um das Zeitmaß. Anders als beim Skifahren gewinnt aber in der Musik die Goldmedaille nicht der Schnellste, und er bekommt die Medaille nicht sofort nach erbrachter Leistung.

Der Pianist Alfred Brendel habe mit Aufführungen und Aufnahmen von Mozarts Klavierwerken für Jahrzehnte gültige Maßstäbe gesetzt, sagte sein Laudator, der deutsche Philosoph Andreas Dorschel, am Montag in Salzburg. Brendel habe schon früh deutlich gemacht, "welches Zeitmaß dieser Musik gerecht wird".

Dafür und weil er "gespannt, temperamentvoll und stets auch verspielt" Mozarts Werke gespielt habe, wie Andreas Dorschel sagte, weil er seine Hörer "erleuchtet und nicht unterrichtet hat", weil er dieser Musik "Eleganz, Beherrschtheit und Schönheit" verliehen habe, erhielt Alfred Brendel die höchste Auszeichnung, die die Stiftung Mozarteum seit 1914 vergibt: die goldene Mozart-Medaille. Bisher damit Geehrte sind u. a. Bruno Walter, die Wiener Philharmoniker, Sándor Végh, Nikolaus Harnoncourt, Milos Forman und András Schiff.

Gold bekam Brendel nicht nur für viele Adagios und Andantes, sondern auch für eine Verzögerung, die sein Laudator als "Geste von einem, der nicht ablassen mag von dieser Musik", rühmte.

Im Vergleich zu Rennfahrermedaillen kommt dieses Gold spät: Alfred Brendel ist vor zehn Jahren zuletzt bei der Mozartwoche in Salzburg aufgetreten, wo er 1969 debütiert hatte. Seit 2008 gibt er keine Konzerte mehr. Doch das zahlreich erschienene Publikum kannte ihn gut genug, um ihn stehend zu würdigen. Der Geehrte nahm's bescheiden: "Ich verneige mich vor dem Wunder Mozart und danke für die Ehrung." Er kürzte die Ovation ab, indem er rasch vom Podium hinunterstieg - mitten ins Publikum.

Wie sonderbar ein nicht mehr publikumswirksamer Pianist ist, führte Brendels Berufskollege Pierre-Laurent Aimard vor: Er spielte anders mit dem Klavier, als die Tasten zu bedienen. Er zupfte und klopfte, er entlockte ein famoses Saitenspiel und brachte den Resonanzraum durch Klopfen zum Klingen und das Publikum zum Lachen. Ja, er hauchte Luft ins Klavier und in den Raum - eine köstliche Persiflage auf einen nicht klavierspielenden Klavierspieler sowie viele raffinierte Hinweise auf das Wunder von Klang, Musik und Instrument.

Die Verleihung der Goldmedaille war ein Höhepunkt an Mozarts 258. Geburtstag, den Salzburg - vertreten u. a. durch Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Bürgermeister Heinz Schaden - in diesem Festakt zelebrierte. Am Nachmittag wurde vor Mozarts Geburtshaus eine Torte angeschnitten.

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