Kultur

Das neue Haus der Volkskulturen in Salzburg ist bezugsfertig

Vom Keller ins Licht. Von der Enge in die sonnendurchflutete Weite: Das Haus der Volkskulturen ist fertig. Derzeit wird gesiedelt. Dann gefeiert. In zwei Wochen findet die Eröffnung statt.

"Ein neues Ganzes. Kein Sammelsurium von allem Möglichen und auch kein Bürohaus." Das antwortet Max Rieder auf die Frage, was seine Grundidee für das baulich-räumliche Konzept war. Rieder ist Architekt. Er hat das neue Haus der Volkskulturen geplant. "Mir ging es um die Schaffung eines neuen Haus-Typus'. Es sollte kein bloßes Verwaltungsgebäude oder eine Tintenburg entstehen."

Markant: Es gibt keine architektonisch klar definierte Eingangsfront, sondern ganz unterschiedliche Außenfassaden. Die wirken zum Teil durchaus wehrhaft. Das Gebäude stehe quasi als Synomym für den Inhalt. "Die Volkskulturen sind vielschichtig, unterschiedlich. Die vielen Spielformen und Facetten der Volkskulturen sind nicht auf einen Blick, und auf einmal Hinsehen zu erfassen. Das muss man sich erarbeiten. Genau wie dieses Haus." Die weiß gestrichene, teils schräg gestellte Holzlattung links des Eingangsbereiches soll im Spiel des Lichts die Lattungen landwirtschaftlicher Gebäude zitieren. Mit dem Umstand, dass es Diskussionen um dieses Gebäude und auch Kritik geben wird, "könne er gut leben", sagte Rieder den SN.

An der Nord-Ostseite begrenzt ein roher Betonblock wie ein Felsen das Gebäude. Über ihn wird das Dachwasser abgeleitet. Es soll im Lauf der Zeit vermoosen und so auch den Wechsel der Jahreszeiten widerspiegeln. Innen ist das barrierefreie Haus, sind das Treppenatrium und die Büros voller Durchblicke und durchflutet von Licht. Und der Blick aus dem Haus hinauf zur Festung ist grandios.

Seit 1975 war die "Volkskultur" im sogenannten "Petersbrunn-stöckl" untergebracht. 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fristeten zuletzt den beruflichen Alltag teils in winzigen Räumen, einige sogar im Keller und unter oft sehr schwierigen Bedingungen.

Sie alle übersiedeln in diesen Tagen ins neue Gebäude. Das steht im Innenhof des Petersbrunnhofs (Zugallistraße 10).

Das Schauspielhaus und das Mozarteumorchester mit seiner Probebühne sind die Nachbarn. Architekt Rieder: "Mit einer leichten, transparenten Überdachung versehen, könnte hier ein wunderbarer Platz entstehen." Die verbaute Grundfläche beträgt 350 Quadratmeter. Aufgeteilt auf vier Ebenen ergeben sich 1200 Quadratmeter Nutzfläche. Basis der Planungen war ein Architekturwettbewerb, den Rieder gewann. Am Sonntag, 17. September wird das neue Haus eröffnet. Den Haussegen spendet Generalvikar Roland Rasser.

Als Einstimmung darauf finder bereits diese Woche, Freitag und Samstag, "bodenständig", das Festival für neue Volksmusik statt. Mit Opas Diandl, Faltenradio, Aniada a Noar als polka potente und Fättes Blech.

Entstanden im

Auftrag des Landes

Das Haus der Volkskulturen ist laut Konzept des Architekten Max Rieder (www.maxrieder.at) als Haus der Begegnung gedacht. Neben dem Forum Salzburger Volkskultur sind sieben Landesverbände (Chorverband Salzburg, Salzburger Heimatverein, Landesverband der Salzburger Schützen, Salzburger Museen und Sammlungen, Salzburger Volksliedwerk, Salzburger Volkstanz, Salzburger Blasmusikverband) und das Referat Volkskultur, kulturelles Erbe und Museen untergebracht.

Nach 16 Monaten Bauzeit ist das Gebäude nun fertig. Kosten: 4,8 Mill. Euro. 25 Firmen waren mit den Arbeiten beschäftigt, 15 Büros in Planungen und Bauleitungen einbezogen. Auf der weißen Holzwand des Eingangsbereiches finden sich in Neonschrift die Namen all jener Institutionen, die im neuen Haus der Volkskulturen daheim sind.

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