Kultur

Hakenkreuzflagge flatterte auf der Burg Hohenwerfen

Helikopterlärm und eine wehende Hakenkreuzfahne auf Burg Hohenwerfen - die historische Festung war einmal mehr Schauplatz von Dreharbeiten.

Er ist wieder da - Adolf Hitler hat den Zweiten Weltkrieg gewonnen, die USA werden von den Nazis beherrscht - dieser Fiktion nimmt sich der Film "Man in the High Castle" an, der derzeit für den Videodienst von Amazon gedreht wird. Regisseur Dan Percival ließ am Dienstag Szenen auf der mit NS-Fahnen behängten Burg Werfen drehen. Unter anderem gab es Aufnahmen aus einem Hubschrauber, um das Gebirge hinter der Festung eindrucksvoll in den Film zu rücken und dabei an der Tauernautobahn "vorbeizufilmen".

Alles bleibt "top secret" In Werfen lief die ganze Aktion unter "top secret". Vom Landespresseamt gab es im Vorfeld eine eher diffuse Erklärung: "Aufgrund sehr aufwendiger Dreharbeiten für einen US-amerikanischen Film war die Burg Hohenwerfen am Dienstag, 15. September, ganztägig geschlossen. Für diesen historischen Film bot die Burg die perfekte Kulisse, ein Team von rund 100 Mitarbeitern war zuständig für Film-, Dekorations- und Umbauarbeiten. Ein Hubschrauber der Firma Knaus ermöglichte großartige Aufnahmen aus der Luft." Die Filmcrew zog Dienstagabend wieder ab. Richtung Berlin. Die Burg ist ab Mittwoch wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet.

Zurück blieben in jedem Fall einige Fragen. Mathias Schwerbrock von der Filmbase Berlin, Produktionsleiter in Werfen, war am Telefon sehr höflich. Doch der Rest war Schweigen. Zumindest das bestätigte er: Es handelt sich um einen Antikriegsfilm.

Die Burg Hohenwerfen, das bestätigte sich erneut, zählt zu den beliebtesten Filmkulissen im Land Salzburg. Filmexperte Christian Strasser sagt: "Der britische Thriller ,Agenten sterben einsam' aus dem Jahr 1969 ist geradezu eine Hommage an diesen Drehort und ein zeitloser und spannender Film obendrein. Burg Hohenwerfen ist in diesem Actionfilm als SS-Hauptquartier ,Schloss Adler' und als ein Symbol für die Alpenfestung dargestellt." An den Dreharbeiten war damals ein 300-köpfiges Team beteiligt.

Strasser über weitere bekannte Filme die in Werfen entstanden sind: "In ,The Sound of Music' aus dem Jahr 1965 spielt die berühmte Do-Re-Mi-Picknick-Szene mit Julie Andrews und den Kindern am ,Scharten' hoch über der Burg. In ,Kinderarzt Dr. Fröhlich', entstanden 1972, mit Roy Black in einer Hauptrolle, wird die Burg als ,Kinderinternat Schloss Sonnberg' gezeigt. Im selben Jahr entstand der deutsche Sex-Klamauk-Streifen ,Auch Fummeln wird gelernt sein' mit Christine Schuberth. Und in ,Frankensteins Tante' aus stand schließlich Eddi Constantine 1986 auf der Burg vor der Kamera.

1987 drehte man in Werfen für die US-amerikanische TV-Serie "Drei Engel für Charlie".

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