Kultur

Ragga Gröndal, ein strahlendes Nordlicht

Nur mehr der Hauch eine Tons ist zu hören. Er verklingt leise in diesem wunderbaren Raum. Dann ist nichts mehr zu hören. Atemlose Stille. Das Publikum ist gebannt. Von dieser Musik. Von dieser Frau. Sie ist ein strahlendes musikalisches Nordlicht.

Du lauscht und fragst dich: Was höre ich da? Isländischen Folk? Weltmusik? Pop? Eine Mischung aus allem? Nein, falsch. Es handelt sich um die Ragga Gröndal. Sängerin, Komponistin und einfühlsame Pianistin. Ihr zur Seite stehen musikalisch Guðmundur Pétursson (Gitarre), ihr Bruder Haukur Gröndal (Klarinette) und der aus Bregenz in Vorarlberg stammende Claudio Spieler (Perkussion). Ragga kreiert ihre eigene Klangwelt. Wie einst beim Sound des Trompeters Miles Davis, schwebt Raggas Stimme über allem.

Gröndal (35) ist in ihrer Heimat Island ein Star, sie modelliert Töne zu sphärischen Melodiewelten. Kraftvoll, energetisch, dann wieder zart hingehaucht. Jeder Ton hat Platz sich zu entfalten. Unglaubliche Weiten tun sich bei diesem Hörerlebnis für die Fantasie auf. Weiten, wie sie etwa bei einem Ritt durch den Norden Islands zu erleben sind. Einfach losgelöst von allem. Elfenklänge, fröhlich, schwebend und zugleich immer ein wenig melancholisch. Vier Mal schon gewann sie den Iceland Music Award. 2019 erschien "Töfrabörn", ihr jüngstes Soloalbum.

Beim Gastspiel am Donnerstagabend im sehr gut besuchten Oval, der Bühne im Europark, begeisterte Ragga Gröndal ihr Publikum restlos. Das war nicht an den Standing Ovations abzulesen. Allein der Umstand, dass sich das Publikum mit lauten "Thank you!"-Rufen bedankt ist ein bemerkenswerter Umstand. Da blieben alle glücklich zurück. Ragga, ihre wunderbaren Musiker und das Publikum.

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