Landtagswahl in Salzburg Zum Wahlschwerpunkt ...
Landtagswahl 2018

Die FPS macht ohne Karl Schnell weiter

Der Parteigründer geht im September von Bord. Junge übernehmen.

Er war mit 4,5 Prozent knapp dran am Einzug in den Salzburger Landtag. Doch letztlich reichten 11.386 Stimmen nicht aus für die Freie Partei Salzburg (FPS) von Karl Schnell. Die Parteiführung versammelte sich Freitagabend im Glemmtalerhof in Saalbach. Karl Schnell sagte vor der Sitzung, er wolle nicht mehr weitermachen. "Eine Leiche werden wir nicht mehr reanimieren. Knapp daneben ist auch daneben. Das muss man zur Kenntnis nehmen. Ich habe ja als Arzt einen wunderschönen Beruf."

Nach der Sitzung sagte der Parteigründer, dass er bei seinem Rückzug bleiben werde. Aber dass die FPS ohne ihn weiter existieren werde. Das sei beschlossene Sache. "Wir wollen jene 12.000 Leute, die uns gewählt haben, nicht enttäuschen. Ich werde im September als Parteiobmann geordnet übergeben. Die Partei wird verjüngt. Es sind genug Junge da, die weitermachen wollen." Diese Mannschaft wolle auch bei den Gemeinderatswahlen 2019 antreten. Ob Schnell, der ja auch Vizebürgermeister in Saalbach-Hinterglemm ist, da noch einmal antritt, weiß er nicht sicher. "Eher nein. Aber ich muss das in 14 Tagen mit meiner Ortsgruppe besprechen." In Saalbach hatte Schnells Partei am Sonntag bei der Landtagswahl immerhin 28,6 Prozent erreicht.

Verbittert sei er nicht, sagte Schnell. "Ich habe alles versucht. Ich habe 25 Jahre eine gute Politik gemacht und viel erreicht. Und ich hab's gern gemacht." Im Nachhinein betrachtet würde er sich aber nicht mehr für die Politik entscheiden, meint Schnell.

Wie geht es weiter - diese Frage stellt sich auch für Hans Mayr und seine Partei, die Salzburger Bürgergemeinschaft (SBG). Mayr wurde mit einem Wahlergebnis von 1,8 Prozent bitter enttäuscht. Seine Partei wird 90.000 Euro an Wahlkampfkosten rückerstattet bekommen. Doch das ist ein schwacher Trost.

Eine zunächst anberaumte Sitzung der Parteileitung für Freitagnachmittag wurde abgesagt. Man werde erst Mitte Mai beraten, wie es weitergehe, sagte Hans Mayr. "Ich will jedem Zeit geben nachzudenken. Ich selbst bin auch noch zu keinem Ergebnis gekommen." In seiner Heimatgemeinde Goldegg ist Mayr mit 23 Prozent (336 Stimmen) ein starkes Ergebnis gelungen. Er lag damit auf Platz zwei hinter der ÖVP (28 Prozent, 410 Stimmen). Die Gemeinderatswahlen im Frühjahr 2019 seien derzeit aber kein Thema. Priorität habe für ihn jetzt, wie es beruflich weitergehe. "Ich muss auf meine Familie schauen." Es habe zwar erste Gespräche über eine berufliche Zukunft gegeben, aber noch "nichts Konkretes" und keine Angebote. Erwin Seeauer, stv. Landesleiter der SBG, meinte, man müsse zunächst im kleinen Kreis besprechen, wie es mit der Partei weitergehe. Und dann eine Generalversammlung einberufen.

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