Politik

Lukas Rößlhuber: Wie tickt Salzburgs neuer Bauherr?

Lukas Rößlhuber wird neuer Baustadtrat. Der 25-Jährige hat im Gemeinderat bisher kaum Akzente gesetzt. Jetzt erwartet ihn eine schwierige Aufgabe.

Lukas Rösslhuber: Mit 25 in die Stadtregierung.  SN/Robert Ratzer
Lukas Rösslhuber: Mit 25 in die Stadtregierung.

Es sind turbulente Tage für die Salzburger Neos. Am Mittwoch hatte Baustadträtin Barbara Unterkofler angekündigt, bei der kommenden Gemeinderatswahl im März für die ÖVP zu kandidieren. Noch am selben Tag wurde sie aus den Neos ausgeschlossen. Am Donnerstag haben die Neos den 25-jährigen Klubobmann Lukas Rößlhuber als Nachfolger für den Stadtratsposten nominiert. Am Freitag wurde Rößlhuber offiziell vorgestellt. Groß war die personelle Auswahl in der Partei ohnehin nicht. Und für ein Regierungsmitglied gilt ein Berufsverbot, weshalb viele Kandidaten der Neos-Liste ohnehin nicht infrage kamen.

Unterkofler wird nun einfache Gemeinderätin, Lukas Rößlhuber rückt in die Stadtregierung auf. Am Freitag gab Unterkofler ihren Rücktritt als Stadträtin bekannt - sie kam damit einem Schritt ihrer ehemaligen Partei zuvor, die bereits am Mittwoch angekündigt hatten, dass sie sie als Stadträtin abziehen werden.

Nominierung als Baustadtrat ist "Krönung"

Mit seiner Nominierung als Baustdtrat habe er alle Stationen durch, die man im Gemeinderat so machen könne, sagt er. "Am Mittwoch soll dann die Krönung in eines der höchsten Ämter erfolgen, die man in der Stadt haben kann." Ein Arbeitsverhältnis, für das er noch am Dienstag unterschrieben habe, sei vorerst auf Eis gelegt. Das Budget, dass er nun als Baustadtrat mitzuverhandeln habe, kenne er bereits in den Grundzügen. Bis zur Gemeinderatswahl möcht er sich jedenfalls intensiv um die desolten Gemeindestraßen kümmern. "Ich werde dazu ein Budget erstellen und dann werden wir auch sehen wie ernst es der Bürgermeister damit meint."

Bisher hatte Studium Priorität

Im Gemeinderat habe er bisher wenig Akzente gesetzt, erzählen Kollegen. Sein Studium hatte Priorität: So habe er etwa eine Reise des Planungsausschusses nach Karlsruhe wegen des Studiums verpasst. Zudem bat er mitunter darum, Sitzungen zu verschieben, da er an der Universität zu tun habe. Immerhin: Sein Jus-Studium hat er im Sommer abgeschlossen. Thema der Diplomarbeit: "Intransparente Klauseln in Allgemeinen Versicherungsbedingungen."

Klubobleute loben sympathischen Kollegen

Die Klubobleute der anderen Fraktionen streichen seine sympathische Art hervor. SPÖ-Klubobfrau Andrea Brandner sieht in ihm einen sehr engagierten Kollegen. "Zwischen uns ist ja doch ein gewisser Altersunterschied und ich muss aufpassen, dass ich im Umgang mit ihm nicht das Mütterliche rauslasse. Das braucht er ja auch gar nicht, denn er ist sehr selbstbewusst."

Christoph Fuchs, ÖVP-Klubobmann, sagt, Rößlhuber habe es als Mitglied des Planungsausschusses als Neuling bisher nicht leicht gehabt. "Jetzt hat er ja als Baustadtrat die Möglichkeit, sich zu beweisen." Bürgerlisten-Klubobmann Helmut Hüttinger sieht in Rößlhuber einen sympathischen jungen Mann, der sich bisher wenig geäußert habe. "Und das, obwohl er seit Kurzem auch Klubobmann ist."

Auch dem FPÖ-Klubobmann Andreas Reindl ist Rößlhuber bisher nicht besonders aufgefallen. "Eine gewisse Unbedarftheit hat er schon. Die Budgetverhandlungen werden für ihn sicher eine Herausforderung."

"Lukas war immer positiv eingestellt"

Aufgewachsen ist Rößlhuber in der Stadt Salzburg, maturiert hat er am WRG im Nonntal. Ein ehemaliger Lehrer beschreibt ihn als freundlich und zuverlässig. "Er war in der Zeit immer positiv eingestellt. Als politisch interessiert ist er aber nicht aufgefallen."

Lukas Rößlhuber hat prominente Verwandte in der Salzburger Politik: Die Ehefrau von Wilfried Haslauer, Christina, ist die Cousine seines Vaters. Ein anderer Cousin seines Vaters ist Rainer Rößlhuber, ehemaliger Büroleiter von Altlandeshauptmann Franz Schausberger. Er kennt seinen Großcousin Lukas von Familientreffen am Irrsee. "Er hatte immer ein großes Herz. Er ist ein politisch denkender Mensch, einer Partei hätte ich ihn aber nie zuordnen können. Die Großfamilie war schon überrascht, als sie hörte, dass er in die Politik geht." Die schwierige Aufgabe als Baustadtrat traut er ihm jedenfalls zu. "Er ist so engagiert, das schafft er sicher."

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