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Ukraine - Hotel in Wals-Siezenheim mit 150 Zimmern als Großquartier für Flüchtlinge?

Das Austria Trend Hotel in Wals ist als Unterkunft im Gespräch. Private Initiativen überbrücken die stockend anlaufende staatliche Hilfe.

Großquartier... SN/karikatur: thomas wizany
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Das Austria Trend Hotel in Wals steht derzeit leer. Die Wiener Städtische Versicherung hat vor, das Hotel umzubauen. "Wir planen eine Revitalisierung", sagt Landesdirektor Martin Panosch. Für ein halbes Jahr sei das Hotel ungenutzt. Panosch, der auch ukrainischer Honorarkonsul ist, bestätigt, dass es Überlegungen gibt, das Hotel als großes Flüchtlingsquartier zu nutzen. "Es besteht ein Interesse, allerdings ist noch nix fixiert."

150 Zimmer hat das Hotel und entspricht somit den Anforderungen des Landes: Denn derzeit wird noch ein Großquartier für den Fall gesucht, dass auf einmal eine große Zahl an Flüchtlingen in Salzburg ankommt.

"Es ist eine herausfordernde Situation"

Beim Messezentrum hat das Land Salzburg bereits ein Hotel für die kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen angemietet. 160 Plätze für Erwachsene stehen in 80 Zimmern zur Verfügung. In der Nacht auf Dienstag haben 124 Personen übernachtet, darunter waren 40 Kinder. Am Dienstag reisten 50 Personen davon weiter bzw. wurden auf Quartiere in Salzburg aufgeteilt, 40 neue Flüchtlinge kamen dazu.

Bei der sonstigen Versorgung mit Quartieren für Flüchtlinge aus der Ukraine ist die Lage im Land derzeit noch etwas unübersichtlich. 800 Plätze in Hotels und Pensionen hat das Land bereits angeboten bekommen, hier gilt es noch Verträge zu unterzeichnen. Bei der Caritas wurden bisher rund 300 private Quartiere angeboten. Diese müssen nun überprüft und nach Dauer der möglichen Unterbringung sortiert werden. "Es ist eine herausfordernde Situation", sagt Gerlinde Hörl von der Caritas Salzburg.

Rund 60 ukrainische Staatsbürger im Lungau untergebracht

Diese erinnere sie in einigen Aspekten an die Situation der Flüchtlingskrise der Jahre 2015 und 2016. "Dass man so schnell so viel Platz braucht und die Systeme so schnell wieder hochgefahren werden müssen, das war damals auch so." Mit dem Land Salzburg wurde bereits eine personelle Aufstockung bei der Caritas vereinbart.

Neben den Angeboten für private Quartiere gehen bei der Caritas auch Meldungen von Privatpersonen ein, die bereits Flüchtlinge aufgenommen haben. So seien allein im Lungau bereits 47 Personen in privaten Quartieren untergekommen, sagt Hörl.

Viele davon hat der gebürtige Ukrainer Anton Lerchner-Kovrygin vermittelt. Bis zum Kriegsausbruch habe er nur von sieben Ukrainern gewusst, die im Lungau leben. "Als der Krieg begonnen hat, haben wir unsere Verwandten und unsere Familie zu uns geholt. Dann sind noch ein Mann und seine Bekannten aus Kiew gekommen." Mittlerweile wisse er von 60 Ukrainern, die im Lungau untergebracht sind.

Sprachbarriere ist eine Problem

20 davon würden derzeit im Jufa-Hotel in St. Michael betreut, wo seine Frau Hoteldirektorin ist. Fünf Frauen bzw. Mädchen haben am Montag über die Caritas ein Privatquartier vermittelt bekommen. Anton Lerchner-Kovrygin hat mit dem Gymnasium Tamsweg vereinbart, dass die beiden Mädchen dort ab nächster Woche in die dritte bzw. vierte Klasse gehen können. Seinen eigenen Neffen habe er im Kindergarten Mariapfarr untergebracht. Ein Problem sei dabei die Sprachbarriere. "Beim Neffen bin ich persönlich mitgegangen. Für andere Kinder habe ich Phrasen auf Ukrainisch für die Pädagoginnen zusammengeschrieben, damit sie ein bisschen kommunizieren können."

"Sie sind bis auf Weiteres unsere Gäste"

Ebenfalls sehr spontan hat Ruth Mitterwallner aus der Forstau drei Frauen mit Kindern in ihrer Ferienwohnung untergebracht. In der Gemeinde habe sie sehr viel Unterstützung für die Familien bekommen können, sagt Mitterwallner. "Wir haben aus dem Dorfladen Skianzüge bekommen und eine Gratisfahrt auf die Planai organisieren können, damit die Kinder dort im Schnee spielen können."

17 Flüchtlinge haben Hotelier Georg Imlauer und sein Generaldirektor Martin Gissel im Hotel in der Salzburger Rainerstraße untergebracht. Über den Skål-Club habe man einen Transport organisiert, der die Frauen und Kinder aus Bukarest nach Salzburg holte. Am Montagabend kam die Gruppe in Salzburg an. "Sie sind bis auf Weiteres unsere Gäste", sagt Martin Gissel. Für die Familien habe man einen Besuch im Paracelsus-Bad und eine Fahrt mit den Panorama-Tours organisiert. Gesucht wird jetzt noch ein Arzt, der die Personen untersucht.

"Planungsgröße sind 5000 Plätze"

Die konkrete Organisation der rund 1000 Quartiere sei derzeit noch eine Herausforderung, sagt Gerhard Feichtner aus dem Büro von LH-Stv. Heinrich Schellhorn (Grüne). Für Leistungen aus der Grundversorgung sei bereits eine Verordnung da, "nun geht es darum, den praktischen Prozess aufzustellen, wie die Leute zu dem Geld kommen". Alle Flüchtlinge sollen sich im Messezentrum registrieren. Dann wären sie ein Jahr zum Aufenthalt berechtigt, entsprechende Ausweiskarten würden derzeit in der Staatsdruckerei gefertigt. Klar ist jedenfalls, dass noch viele weitere Quartiere für Salzburg benötigt werden, sagt Feichtner. "Unsere Planungsgröße sind 5000 Plätze."

Aufgerufen am 21.05.2022 um 05:45 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/ukraine-hotel-in-wals-siezenheim-mit-150-zimmern-als-grossquartier-fuer-fluechtlinge-118493101

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