Wirtschaft

Mit den Salzburger Öffis zum Skilift

Gratis-Skibusse gehören für alle Salzburger Skigebiete zum guten Ton. Sie werden meistens von den Bergbahnen finanziert und verkehren innerhalb der jeweiligen Gemeinde oder Region. Überregionale Angebote gibt es hingegen weit seltener - auch weil sich deren Beliebtheit in engen Grenzen hält.

Sie sind in den Salzburger Skigebieten nicht mehr wegzudenken: Sobald die Lifte eingeschaltet werden, drehen auch die Skibusse ihre Runden. "Die meisten werden über den Salzburger Verkehrsverbund bestellt", sagt deren Sprecher Johannes Gfrerer. Die Auslastung sei "sehr hoch" - "für die Gäste gehört das mittlerweile dazu." Die Benützung für die Wintersportler sei üblicherweise gratis - mit gültigem Skipass und entsprechender Wintersportausrüstung.

ÖBB-Sprecher Robert Mosser geht sogar noch einen Schritt weiter: "Speziell im Süden Salzburgs ist der Postbus das Rückgrat des Wintertourismus." Mit den Skibussen werde das Grundangebot im Linienverkehr stark verdichtet, was nicht nur Gästen, sondern auch Einheimischen zu Gute komme - beim Wintersport genauso wie beim Weg in die Arbeit. "Die Skibusse tragen auch zur Verkehrsentlastung bei", sagt Mosser. Für die Finanzierung sorgten Bergbahnen, Tourismusverbände und Gemeinden.

Auflistung der Skibusse ÖBB-Postbus (auf "Salzburg" klicken)

Linienbusse werden zu Skibussen

Die meisten Skibusse verkehren nur in der Hauptsaison, üblicherweise von Weihnachten bis Ostern, je nach Öffnungszeiten des jeweiligen Skigebiets. In manchen Regionen "liegt der Linienverkehr ideal", sagt SVV-Sprecher Gfrerer. Dort nimmt der reguläre ÖBB-Postbus die Skifahrer zusätzlich zu den sonstigen Passagieren mit. Beispiele dafür sind die Linie 150 von Salzburg nach Hof oder die Linie 155 von Hof nach Hintersee (über die Tiefbrunnau und Faistenau). Bei diesen Bussen können auch Langläufer gratis mitfahren, was in den Skigebieten nicht immer so gehandhabt wird. Zum Fahrplan-Download

Überregionale Skibusse wenig nachgefragt

Weniger gefragt sind offenbar Shuttlebusse, die aus der Landeshauptstadt direkt die Skigebiete anfahren. Einzig die städtische Tourismusgesellschaft TSG bietet einen Skibus von Salzburg nach Flachau ins Skigebiet "Snow Space Salzburg" an. Laut Geschäftsführer Bert Brugger existiert dieser Service bereits seit 20 Jahren. "Wir haben ungefähr 3000 bis 4000 Fahrgäste pro Jahr, jeweils zur Hälfte Touristen und Einheimische." Finanziert werde der Shuttlebus vom Skigebiet, die TSG übernimmt die Vermarktung.

Die Idee dahinter sei zu Beginn gewesen, die Nächtigungen in der Wintersaison innerhalb des Bundeslandes umzuverteilen, sagt Brugger. "Über Weihnachten ist in den Skigebieten schwer ein Zimmer zu kriegen, in der Stadt Salzburg aber schon, und sie sind auch günstiger. Dafür hätten wir sie mit einem Skibus jeden Tag in ein anderes Skigebiet gefahren. Das war aber nicht der große Renner." Wer Skifahren wolle, nächtige einfach lieber direkt im jeweiligen Skigebiet. "Mittlerweile ist das für uns eine nette Abrundung des Angebots für den Gast", sagt Brugger.

Online-Anmeldung für das Shuttle nach Flachau

Ein Skibus von der Stadt Salzburg ins Skigebiet Dachstein West (Annaberg, Rußbach, Gosau) wurde bereits vor einigen Jahren eingestellt. Eine überregionale Verbindung existiert aber noch von Golling, das mit der S3 auch von Salzburg auch erreichbar ist. Skibus von Golling

Anreise mit Öffis macht geringen Teil aus

Während die Wege innerhalb eines Skigebiets gerne mit dem Gratis-Skibus zurückgelegt werden, erfolgt die Anreise in den allermeisten Fällen mit dem Privat-Pkw. Das zeigt eine Umfrage unter 5684 Salzburg-Urlaubern der Österreich-Werbung (T-Mona) aus dem Vorjahr: 79 Prozent der Gäste reisen mit dem Auto an, sieben Prozent mit dem Flugzeug, drei Prozent mit dem Reisebus und acht Prozent mit dem Zug.

Ein Umstand, den vor allem Peter Brandauer sehr bedauert. Er ist Bürgermeister und ehemaliger Tourismusverbandsgeschäftsführer von Werfenweng, wo seit Jahrzehnten auf das Konzept der "Sanften Mobilität" gesetzt wird. Wer in einem der Partnerbetriebe übernachtet, erhält die "samo"-Card gratis dazu. "Da sind Leistungen im Wert von mehr als 300 Euro inkludiert, zum Beispiel kann man sich ein E-Auto ausleihen", sagt Brandauer.

Bei den Tageskästen kämen aber nach wie vor die meisten mit dem eigenen Auto. "Da macht die Anreise mit den Öffis nur einen geringen Teil aus. Was wir forcieren, ist die Anreise mit der Bahn bis Werfen oder Pfarrwerfen, und von dort die Weiterreise mit dem W3-Shuttle, die ist für Skigebietsbesucher inkludiert."

Wünschenswert sei ein Rabatt auf die Tageskarte bei den Bergbahnen für Wintersportler, die mit den Öffis anreisen. Dafür gebe es derzeit allerdings keine Mehrheit.

Mit den Öffis zum Langlaufevent

Eine Anreise mit den Öffis bewirbt derzeit auch der Ort Mallnitz in Kärnten, wo am 26. Jänner ein Cross Country Day stattfindet. Teilnehmer können mit dem Zug CO2-neutral anreisen. Abfahrt ist um 8.12 Uhr am Hauptbahnhof (entlang der Tauernbahn auch später), um 9.55 Uhr trifft der Zug in Mallnitz ein. Bei ausreichender Schneelage kann man direkt am Bahnhof in die Loipe einsteigen, ansonsten fährt der Gratis-Skibus. Nähere Informationen auf www.mallnitz.at

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