Wirtschaft

Oliver Eisl im Porträt: Mit Fehlern Geld verdienen

Oliver Eisl hat sich seinen Job selbst geschaffen. Der Strobler durchsucht Webseiten auf Fehler - so lange, bis er sie korrigieren darf.

Fehler als Geschäftsmodell: Der 31-jährige Oliver Eisl lebt davon, wenn anderen Schnitzer unterlaufen. Der Strobler durchsucht Webseiten von Unternehmen auf sprachliche Fauxpas und macht die Firmen auf diese aufmerksam. Im Optimalfall ist Eisl dann auch derjenige, der die Fehler korrigieren darf.

Die Idee für das Geschäftsmodell kam dem Magister der Kommunikationswissenschaft bei der Arbeitssuche nach Studienende: "Ich habe Firmenwebsites angesteuert und dort nach Stellenausschreibungen gesucht. Dabei überfliegt man zwangsläufig auch andere Texte auf den Seiten. Da sind mich immer wieder Fehler nahezu angesprungen."Völlig unterschiedliche ReaktionenDie Schnitzer ziehen sich durch Seiten aller Branchen: Jede dritte Webseite sei fehlerhaft. Eisl: "Auf einer Seite habe ich ganze 13 Grammatikfehler gefunden - und zwei Links waren noch falsch gesetzt." Die Reaktionen auf die Fehlerhinweise sind völlig unterschiedlich. "Zu manchen dringen meine Anfragen gar nicht durch, da sie dahinter wahrscheinlich Spam vermuten. Andere sind jedoch heilfroh, dass sie jemand darauf aufmerksam macht." Der Dank geht so weit, dass Eisl für mehrere der Unternehmen inzwischen tätig ist. "Einige Firmen kontaktieren mich regelmäßig und bitten, ihre Texte zu überprüfen."Fehler-Flut dank LaptopDer gebürtige Bad Ischler konnte sich dank seines kreativen Geschäftsmodells inzwischen komplett selbstständig machen. Sein Ein-Mann-Unternehmen "eo communications" bietet neben der Korrektur etwa auch eigenständige Textgestaltung an. Im Vordergrund steht dabei immer der sprachliche Qualitätsanspruch. Entsprechend peinlich ist es, wenn dem 31-Jährigen selbst Fehler unterlaufen. "Ich bekam einmal eine bitterböse Antwort auf mein Angebot zur Durchsicht einer Homepage. Mir sind in meiner E-Mail etliche Schnitzer unterlaufen." Der Grund für die Fehler-Flut: "Das Touchpad auf meinem Laptop war eingeschaltet, als ich die E-Mail geschrieben habe. Einige sinnlose Wörter im Text waren die Folge." Für den nach eigener Aussage "notorischen Pedanten" besonders schlimm. Oliver Eisl: "Texte werden geschrieben, um gelesen und verstanden zu werden. Dazu gehören nun mal korrekte, vollständige und völlig verständliche Formulierungen."

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