Wirtschaft

Rainerkaserne in Elsbethen: Der Deal mit Red Bull

Am Donnerstag wird in Elsbethen über die Bebauungsgrundlagen für die ehemalige Rainerkaserne entschieden. Die SN kennen die Details.

Seit Sommer 2015 baut der Red-Bull-Konzern erste, denkmalgeschützte Teile der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen-Glasenbach um. Christian Schluder, Baumeister der Red Bull GmbH, sagt: "Ziel ist, dass die Kaserne bis 2020 zur Firmen- und Medienzentrale von Red Bull wird. Bis dahin werden wir die geplante Mitarbeiterzahl von 1800 erreichen."

Der Großteil soll aus der bisherigen Konzernzentrale in Fuschl kommen, wo derzeit viele Mitarbeiter in Containern untergebracht sind. Schluder: "Die ersten Leute aus Fuschl werden noch heuer im Sommer übersiedeln. Einige von ihnen sind jetzt schon in Elsbethen."

Derzeit arbeiten bereits 85 Mitarbeiter in der 1938 bis 1940 gebauten Kaserne. Die meisten von ihnen waren vorher im Green oder im Grey Tower, die beide in Wals-Siezenheim stehen, tätig. Schluder: "Bis Jahresende werden in Elsbethen zwischen 160 und 200 Red-Bull-Leute arbeiten."

Erster Bauabschnitt soll 2017 fertig sein

Über den Baufortschritt - aktuell gibt es nur Genehmigungen für den Umbau der beiden denkmalgeschützten Mannschaftsgebäude ("Block 4" und "Block 5") - sagt Schluder: "Die Blöcke werden außen weiß, wie sie auch früher waren. Block vier wird noch im Oktober fertig. Der gesamte erste Bauabschnitt wird 2017 fertig. Und er wird weniger kosten, als für das gesamte Areal bezahlt wurde." Das wären also weniger als jene 23,5 Millionen Euro, die Red Bull 2012 für das 17,8 Hektar große Areal bezahlt hat.

Auch Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz ist mit dem Umbau zufrieden: "In Glasenbach geht alles problemlos voran. Für unsere Mitarbeiter aus dem Red Bull Media House bzw. der Zentrale in Fuschl ist die Übersiedlung bereits im Gang und schreitet sukzessive voran. In der ersten Phase werden bis zu 800 Mitarbeiter in die Rainerkaserne übersiedeln. Und die Lösung mit Wohnungen, Kindergarten und unseren Bereichen ist ein gute."

Apropos Wohnungen und Kindergarten auf dem Red-Bull-Areal: Diese waren schon länger eine Bedingung der Gemeinde. Denn nur wenn sie das Areal in Bauland umwidmet, kann Red Bull den zweiten Teil seines Projekts, der auch etliche Neubauten vorsehen dürfte, verwirklichen.

Heute, Donnerstag, steht bei der Gemeindevertretungssitzung daher die Absegnung dieses Tauschgeschäfts auf dem Programm. Konkret abgestimmt wird über die Aufstellung des Bebauungsplans für die ehemalige Kaserne sowie über den Raumordnungsvertrag zwischen Gemeinde und Red Bull.

Bauland und Betriebsgebiet

Der siebenseitige Vertrag liegt den SN exklusiv vor. Er regelt die Details des Deals: Die Gemeinde erklärt sich bereit, den Großteil der 178.282 Quadratmeter in Bauland und Betriebsgebiet umzuwidmen. Ein kleiner Teil soll in die Kategorien Sonderfläche Kindergarten und in Grünland umgewidmet werden. Im Gegenzug erklärt sich Red Bull bereit, der Gemeinde auf einer Fläche von 7400 Quadratmeter ein Baurecht für die Errichtung eines achtgruppigen Kindergartens zu erteilen. Dieses Baurecht wird der Gemeinde für einen symbolischen Zins von einem Euro pro Jahr eingeräumt. Es gilt 99 Jahre und kann von der Gemeinde einseitig um weitere 99 Jahre verlängert werden. Allerdings heißt es in Punkt II./6. des Vertrags: "Sofern die Gebäude nicht mehr mindestens zu 50 Prozent als Kinderbetreuungseinrichtung genutzt werden, endet das Baurecht."

Zweiter zentraler Vertragsinhalt ist, dass Red Bull auf einem weiteren Grundstücksteil mit 3100 Quadratmeter Wohnungen errichten wird. "Geplant sind 20 Wohnungen (zwölf 2-Zimmer-Wohnungen, sechs 3-Zimmer-Wohnungen und zwei 4-Zimmer-Wohnungen)", heißt es im Vertrag. Das Vergaberecht dieser geförderten Mietwohnungen, deren Mietzins ebenfalls im Vertrag geregelt ist, wird der Gemeinde eingeräumt. Für den Fall, dass sich Red Bull bei den Wohnungen nicht an seine Verpflichtungen hält und sie nicht binnen vier Jahren ab Inkrafttreten des Bebauungsplans fertigstellt, hat die Gemeinde vorgesorgt: Dann hat Red Bull "der Gemeinde, je nach Verstoß, eine Konventionalstrafe von monatlich Euro 1.000,00 [. . .] für die Dauer des Verstoßes zu entrichten".

Baubeginn schon im Herbst

Dementsprechend zufrieden zeigt sich Bgm. Franz Tiefenbacher (ÖVP): "Der Vertrag wird sicher einstimmig beschlossen werden. Auch der Beschluss im Gemeindevorstand war bereits einstimmig." Laut Bürgermeister soll am 18. Mai die endgültige Umwidmung beschlossen werden: "Baubeginn für den Kindergarten könnte dann schon heuer im Herbst sein." Vom Land erwartet Tiefenbacher keine Hürden mehr: "Die Umwidmung ist schon vorweg genehmigt worden." Auch der Bebauungsplan sei vom Land positiv begutachtet worden. Eine Abbruchbewilligung für alle jene Bauten auf dem Kasernenareal, die nicht unter Denkmalschutz stehen, hat der Bürgermeister Red Bull bereits im Februar erteilt.

Tiefenbacher betont, dass auch bereits fix sei, nach welchen Entwürfen die beiden kommunalen Bauprojekte realisiert werden sollen: "Das Architekturbüro Lindner aus Baden bei Wien hat den Zuschlag für den Kindergarten bekommen. Und die ,Planerei" aus Thalgau wird die 20 geförderten Wohnungen planen." Den geladenen Wettbewerb von fünf Büros, der Entwürfe für beide Projekte umfasst hat, hat Red Bull organisiert und bezahlt.

Bull-Bau-Chef Christian Schluder betont, dass es auch für den zweiten Teil des Kasernen-Umbaus einen Architektenwettbewerb geben soll. Ein Idee wäre, heißt es im Konzern, die denkmalgeschützte Sporthalle zu einem Filmstudio umzubauen. Schluder: "Kein Kommentar." Und wie will man den riesigen Exerzierplatz nutzen? "Der darf laut Denkmalschutz auch bepflanzt werden. Kleiner Bewuchs dürfte kein Problem sein. Denn Events, Konzerte und andere Freiluftveranstaltungen wird es dort eher nicht geben."

Aufgerufen am 13.11.2018 um 05:51 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburg-rainerkaserne-in-elsbethen-der-deal-mit-red-bull-1677172

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