Wirtschaft

Thomas Cook - Salzburger Hoteliers bangen um ihr Geld

Die Pleite des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook dürfte auch in Salzburg nicht ohne Folgen bleiben. "Wir sind zwar deutlich weniger betroffen als Sonne-Sand-Meer-Destinationen wie Zypern, Tunesien, Spanien oder die Türkei", sagte Salzburgs oberster Tourismuswerber Leo Bauernberger. "Für manche Hoteliers im Land dürften die Auswirkungen aber beträchtlich sein."

Salzburgs oberster Tourismuswerber Leo Bauernberger SN/bernhard schreglmann
Salzburgs oberster Tourismuswerber Leo Bauernberger

Das gelte besonders dann, wenn diese ihre Zimmer zum Gros oder überhaupt ausschließlich über Thomas Cook oder Neckermann verkauft haben. Problematisch sei die Situation auch für all jene Urlauber, die kurz vor Reiseantritt stehen und ihre Reise bereits bezahlt oder angezahlt hätten. "Zwar geht die Sommersaison zu Ende, aber es wollten sicher noch einige Gäste in den nächsten Tagen und Wochen ihren Urlaub in Salzburg antreten. Das wird noch für unangenehme Situationen sorgen", so Bauernberger.

Insgesamt sei die Insolvenz ist für die gesamte Reisebranche keine gute Nachricht. "Schlecht sind für uns sicher auch die zusätzlichen Turbulenzen am britischen Markt, der durch den Brexit ohnehin schon stark verunsichert ist." Was das Wintergeschäft betrifft, zeigte sich Bauernberger hingegen optimistisch. "Die Wintersaison lässt sich sicher noch gut organisieren." Er sei überzeugt, dass andere Reiseveranstalter die Lücke füllen werden.

Saalbachs Sorgenkind ist der Sommer

"Der kommende Winter macht mir nicht so viel Sorgen, wie der zu Ende gehende Sommer", betonte auch Wolfgang Breitfuß, Geschäftsführer des Tourismusverbands Saalbach-Hinterglemm, der APA. "Das wichtigste ist jetzt, dass unsere Hoteliers die ausständigen Zahlungen für die letzten Anreisen bekommen, also für die Leute, die gerade einmal da waren und vielleicht sogar noch da sind".

Von den rund 730.000 Sommerübernachtungen in der Tourismusgemeinde seien rund 100.000 auf Thomas Cook und hier wiederum vor allem auf die Konzern-Tochter Neckermann zurückzuführen. "Viele Hoteliers rechnen ja nicht täglich ab, sondern fassen oft in Monate zusammen. Teile des Augusts und der September gehören auf jeden Fall noch ordentlich abgerechnet. Die Betriebe im Ort sollen für die erbrachte Leistung auch Geld sehen." Er hoffe, dass hier aus der Konkursmasse etwa übrig bleibe.

Das Wintergeschäft sei hingegen ein anderes Thema. "Die ersten Gäste haben schon angerufen, weil sie verunsichert sind. Wir sagen ihnen, dass sie direkt beim Hotel buchen sollen - vor allem wenn sie mit dem eigenen Auto anreisen." Zugleich hegte Breitfuß Hoffnung, dass bereits geblockte Kontingente weitergegeben werden könnten. Man habe in der Vergangenheit zwar bereits mit Konkursen zu tun gehabt, etwa bei russischen Reiseveranstaltern. "Eine Insolvenz in dieser Dimension ist für uns aber neu".

Quelle: APA

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