Wirtschaft

"Salzburg von morgen": Packerl mit gutem Gewissen

Das Afro-Asiatische-Institut veröffentlicht online eine Karte, in der 150 Unternehmen und Initiativen eingezeichnet sind. Dort finden die Salzburger nachhaltige Weihnachtsgeschenke.

Auf der Onlinekarte erscheinen viele Stecknadeln in der Stadt Salzburg: in hellgrün Initiativen, in dunkelgrün Unternehmen. Klickt man auf eine Stecknadeln, taucht mehr Information auf. Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten - und eine Blume, deren Blätter entweder grau oder farbig sind.

Farbig bedeute, dass diese Kategorie erfüllt ist, erklärt Maia Loh. Die 30-jährige Salzburgerin ist Bildungsreferentin des Afro-Asiatischen-Instituts (AAI) und betreut das Projekt "Salzburg von morgen". Die Kategorien sind Transparenz, Solidarität, Natürlichkeit, Erneuerbarkeit, Fairness und Menschlichkeit. "Je nachdem, wie viel man erfüllt, desto weiter oben wird man in einer Liste gereiht." Zudem könne man nach Stichworten suchen, Schuhe, Möbel oder Kosmetik etwa.

Weit oben in der Liste, die neben der Karte erscheint, ist der Weltladen in Gneis. Geschäftsführerin Sabine Wiesinger war vor allem der Punkt Transparenz wichtig: "Wir können nachvollziehen von welcher Kooperative die Produkte kommen - und auch wer wie viel vom Verkaufspreis erhält." Den Weltladen gibt es seit 30 Jahren. Dennoch wollte sie Präsenz im Projekt "Salzburg von morgen" zeigen: "Wir passen da einfach dazu."

Eintragen und bewerten könne jeder - entweder die Organisationen selbst oder Personen, die zufällig darauf gestoßen sind. Die Hoheit über die Daten behält jedoch das AAI, sagt Loh. "Wir vermeiden, dass sich jemand mit fremden Federn schmückt und halten die Daten aktuell."

Regionale Lebensmittel - und einen Platz zum Garteln

Neben dem Weltladen ist auch weniger Bekanntes gelistet: fairApples liefere etwa regionale Lebensmittel, ein Naturfrisör verwende nur biologische Produkte, die Initiative blattform wolle die Stadt verschönern. "Durch die Karte kann man auf praktische Weise nachhaltige Weihnachtsgeschenke kaufen - oder herausfinden, wo man garteln kann."

Das Grundgerüst stamme aus Deutschland, 50 Städte nützen das Material des deutschen Projekts "Karte von morgen". Das AAI konnte bereits auf eine analoge Datenbank zurückgreifen: Seit 2016 geben sie den "Kompass für eine bessere Welt heraus", in dem neben den Initiativen und Unternehmen auch Tipps stehen. "Nachdem sich die Informationen aber laufend verändern, wollten wir sie digital aufbereiten", sagt Loh.

Künftig sollen auf salzburg.vonmorgen.org auch Events zu finden sein. Loh hofft zudem, dass sich noch mehr regionale Produzentinnen und Produzenten eintragen: "Es gibt hier wirklich spannende Initiativen."

Aufgerufen am 28.05.2020 um 03:18 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/video-salzburg-von-morgen-packerl-mit-gutem-gewissen-80193130

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