Salzburger Festspiele

Ein Maskenball zur Premierenauffahrt von "Elektra"

Unter strengen Hygiene-Auflagen sind am Samstag die Salzburger Festspiele eröffnet worden.

Oper "Elektra" hin oder her, es wurde - erwartungsgemäß - ein Maskenball. Manche Besucher zeigten sich stolz schon auf dem Weg zum Festspielhaus mit Maske (Schauspielerin Sunnyi Melles mit Maske und Schutzschild: "Egal wo es Vorschrift ist oder nicht, ich trage sie praktisch immer"), andere erst nach dezenter Aufforderung im Festspielhaus, wo es ja Pflicht ist.
"Man wird sich halt daran gewöhnen müssen", so Ex-Raiffeisengeneral und Festspieldauergast Christian Konrad. Hans Mahr mit patriotischer Österreich-Maske, während Ehefrau Katja Burkard im ausgefallenen Abendkleid posierte. Mit einer Maske aus familiären Teamgeist kam Maria Großbauer: "Genäht von meiner Mutter und meiner Tante", während Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler fast immer mit schwarzer Maske samt Festspiellogo zu sehen ist. "Über die 'Elektra'-Inszenierung wird man noch viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte reden", so die Präsidentin.
Applaus gab es jedenfalls genug: Bundespräsident Alexander van der Bellen, Ministerin Karoline Edtstadler (kam mit Vera Jourova, Vizepräsidentin der EU-Kommission), Staatssekretärin Andrea Mayer und - nicht zuletzt - ein bestens gelaunter Peter Handke, von dem es heuer bei den Festspielen mit "Zdenek Adamec" eine Uraufführung zu sehen gibt.

Salzburger Festspiele zeigen, dass Kunst der Krise trotzt

Bis zum 30. August will das bedeutendste Klassik-Festival der Welt in seinem Jubiläumsjahr ein Zeichen setzen, dass trotz Corona-Krise Kunst und Kultur möglich sind. Besucher dürfen ihre Maske nur auf den Sitzplätzen abnehmen, die Abstandsregeln sollen durch die Begrenzung der Tickets eingehalten werden. Im 100. Jahr des Bestehens des Musik- und Theater-Festivals werden statt rund 240 000 Karten nur 76 000 verkauft. Allenthalben haben die Kunstfreunde die Gelegenheit, Desinfektionsmittel zu benutzen. Die Stücke werden ohne Pause gespielt, die Buffets haben geschlossen. Fast alle sonst üblichen Events wie die Premierenfeiern der Schauspieler sind vorsorglich abgesagt.

Den künstlerischen Auftakt zur außergewöhnlichen Festspielsaison machte am Samstagnachmittag Richard Strauss' mythische Oper "Elektra". Die Besucher wurden beim Einlass streng kontrolliert. Ihre Tickets waren personalisiert und nicht übertragbar. Ohne Ausweis kam niemand in die Vorstellung.


Quelle: SN

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